Wenn man einen Rechner neu kauft, dann befindet sich Windows meist schon vorinstalliert darauf. Dabei hat der Hersteller dann einfach eine Funktion genutzt, schnell ein- und dieselbe Installation auf viele Festplatten zu spiegeln. Natürlich ist so eine Installation weit davon entfernt, optimal ans System oder die Bedürfnisse des Benutzers angepasst zu sein.

Beim ersten Start müssen wir dann verschiedene Angaben machen und Einstellungen vornehmen und dann geht’s los. Auch dann optimiert kaum jemand sein System, weil er erst mal alle Programme installieren will, die ihm wichtig sind. Danach wird mit dem Rechner gearbeitet und das Ganze gerät in Vergessenheit. Nach und nach sammeln sich sogar noch weitere Systembremsen an und irgendwann kommt dann der laute Ruf: „Wie kann ich mein Windows optimieren?“

Windows optimieren in einfachen Schritten

Windows bereitet sich selbst schon auf eine Optimierung der Festplattenzugriffe ein, braucht dazu aber unsere Mitarbeit. Die Prefetch- bzw. Superfetch-Funktion protokolliert über einen gewissen Zeitraum, welche Daten wir häufig benötigen und welche nicht ganz so häufig. Aufgrund dieser Analyse wird eine Prioritätenliste geschrieben. Von ganz allein ordnet das Betriebssystem aber diese Daten nun nicht so auf der Festplatte an, dass das Windows optimieren würde. Da müssen wir schon eingreifen.

Prefetch ist nämlich nur die Vorbereitung. Diese Dateiliste wird dann berücksichtigt, wenn wir die Festplatte mit dem windowseigenen Programm defragmentieren. Aus diesem Grund sind auch all jene Optimierungstipps reiner Unsinn, die uns empfehlen, die Prefetchdaten zu löschen! Windows behält in einer Übersichtsdatei immer nur die Daten der letzten 8 Bootvorgänge. Was also bei den meisten von uns in den letzten 8 Tagen wichtig war, kommt beim Defragmentieren auf den schnelleren Teil der Festplatte.

Das Defragmentierungsprogramm erreichen wir am einfachsten über den Ordner „Computer“. Klickt man mit der rechten Maustaste auf ein Laufwerk und wählt im Folgemenü „Eigenschaften“, dann öffnet sich ein Fenster. Unter den „Tools“ finden wir die Defragmentierung. Und wie man rechts oben im Defragmentierungsprogramm sieht, können wir hier auch den Vorgang automatisieren und einen Zeitplan einstellen, zu dem die regelmäßige Defragmentierung stattfinden soll.

Den Start von Windows optimieren

Das oben beschriebene Verfahren sorgt u.a. dafür, dass die Programme aus dem Bootvorgang ebenfalls optimal auf der Festplatte platziert werden. Allerdings bedeutet das ja nicht zwangsläufig, dass man all diese Programme tatsächlich benötigt. Ein gutes Beispiel ist Apples rückständiges Videoabspielprogramm Quicktime, dass sich bei der Installation von iTunes gleich in die Autostartgruppe setzt. Und dann starten wir also dieses Programm bei jedem Booten, lassen es Speicherbelegen, obwohl wir es eigentlich nie brauchen. Und selbst wenn, könnte man es manuell starten. Von solchen Zeit- und Speicherparasiten gibt es eine Menge in der Autostartgruppe eines üblichen Home-PCs. Die Entfernung solchen Ballasts wird Windows optimieren und sogar den Windows 7-Bootvorgang schneller machen.

Zwar verfügt Windows auch über ein kleines Programm, um die Autostartgruppe zu kontrollieren und störende Programme zu deaktivieren, doch besser funktioniert das mit einem Tool wie Sysinternals Autoruns. Dieses Programm listet alle Vorgänge auf, die beim Booten eine Rolle spielen. Also nicht nur die geladenen Programme, sondern beispielsweise auch Treiber oder Dienste. Schnell kann man hier feststellen, dass dabei so manches gestartet wird, das man nie benötigt. Wer beispielsweise niemals eine Bluetoothverbindung zu seinem PC herstellt, kann die entsprechenden Dienste und Treiber ruhigen Gewissens abschalten.

Und was haben wir davon? Nun, das ist einfach: Werden solche Programme beim Start nicht geladen, läuft der Bootvorgang schneller ab. Gleichzeitig bleibt mehr Hauptspeicher für die wirklich benötigten Anwendungen frei. Das wiederum sorgt dafür, dass Windows bei Speicherknappheit nicht so oft in die Auslagerungsdatei auf der Festplatte schreiben muss und dadurch schneller arbeitet. So also kann man mit einfachen Maßnahmen Windows optimieren.

Windows optimieren durch die Schnellstartleiste

Wer schon länger mit Windows arbeitet, wunderte sich ab Windows 7 über eine grundlegende Änderung: Die Schnellstartleiste, eines der besten Navigationsfeatures von Windows, war verschwunden! Sie enthielt alle Programme, die der Anwender für wichtig hielt und die er ständig auf einen Mausklick hin verfügbar haben wollte.

Zum Glück ist die Schnellstartleiste nicht komplett verschwunden. Wir können Sie mit etwas Arbeit wieder reaktivieren. So geht’s:

  1. Mit der rechten Maustaste irgendwo auf eine leere Stelle der Taskleiste klicken
  2. Im Kontextmenü auswählen „Symbolleisten / Neue Symbolleiste“.
  3. Es öffnet sich ein Dateiauswahlfenster. Unten können wir etwas eingeben. Wir müssen nun zum Ordner
    C:\Users\Benutzername\AppData\Roaming\Microsoft\Internet Explorer\Quick Launch
    Am einfachsten können wir uns durchhangeln, wenn wir einfach %appdata% eingeben und uns dann durch die Ordner klicken.
  4. Mit Ordner auswählen bestätigen.
  5. Nun können wir sofort im rechten Bereich der Taskleiste die Schnellstartleiste sehen. Davor steht „QuickLaunch“.
  6. Gegebenenfalls nochmal mit der rechten Maustaste auf die Taskleiste klicken und die Auswahl „Taskbar fixieren“ deaktivieren. Dann kann man die Breite der Schnellstartleiste verändern.
  7. Nun noch mit der rechten Maustaste auf den Titel der Leiste klicken und im Menü „Text anzeigen“ und „Titel anzeigen“ abwählen.

 

Jetzt sieht die Schnellstartleiste aus, wie wir es gewohnt sind. Wir können ihr auf die übliche Weise Programme hinzufügen und endlich auch Programme nutzen, die diese Leiste bei der Installation verwenden wollen. In diesem Fall bedeutete „Windows optimieren“ einmal „Zurück zu den Wurzeln“.

 

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