Internet - Möglicher Bundestrojaner an CCC gesendet

Leserbeitrag
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Dem Hackerverein Chaos Computer Club (CCC) ist nach eigenen Angaben eine mögliche Spionagesoftware von deutschen Ermittlern zugesendet worden. Unklar ist, ob es sich wirklich um diese Software handelt. Diese (umgangssprachlich als ?Bundestrojaner? bezeichnete) Spionagesoftware sollte laut einem offiziellen Statement des Bundesverfassungsgerichtes 2008 nur Skype-Telefonate abhören. Der CCC stellte aber fest, dass der Trojaner nicht nur Skype-Telefonate mitschneidet, sondern auch andere sehr intime Daten wie Bankverbinden und Nachrichten, die vom Computer versendet werden, aufzeichnen und verschicken kann. Dabei genügt die Software bei weitem nicht aktuellen Sicherheitsstandards. Im Gegenteil: Die Software bietet weitere Einfallstore für andere Schadsoftware. Mit diesen Praktiken verstieße der Trojaner gegen einige Gesetze, darunter das Grundgesetz. Einige Funktionen des Trojaners wurden sogar explizit vom deutschen Verfassungsgericht untersagt.

Dem CCC zufolge gibt es zwei Wege, wie das Programm auf den Computer gelangen kann. Beide Wege sind von ?normalen? Schadprogrammen bekannt: Entweder wurden die Dateien über direkten (manuellen) Zugriff auf dem Computer installiert, oder die Software gelangte über das Internet auf den Computer.

Eine gute Nachricht gibt es aber trotzdem: Der Trojaner kann von Antivirenprogrammen und Firewalls gut erkannt und geblockt werden. Er kommuniziert durch den TCP-Port 443 mithilfe eines eigenen Protokolls, mit dem er die Informationen an einen US-amerikanischen Server versendet. Dadurch ist der Trojaner fast unmissverständlich zu erkennen.

Weitere Themen: Internet, Microsoft

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