Genre-Verschmelzung - All-in-One - Wenn aus vielen Spielen ein Game wird

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(Cpt. Kowski) Spiele, die sich nur mit einem Genre befassen sind out. Um dem Gamer langfristig ans Pad zu fesseln, müssen Videogames heutzutage ein breites Spektrum an Gameplay bieten. Doch sagt dieser Trend der breiten Masse zu?

Genre-Verschmelzung - All-in-One - Wenn aus vielen Spielen ein Game wird

Spiele decken heutzutage immer mehr Genres ab. So startet man in Will Wrights neuste Erschaffung “Spore” als Mikro-Organismus und futtert sich wie in einem 2D Arcade Game durch die Zellphase. Anschließend baut man sich in einem mächtigen Editor seine Wunschkreatur zusammen, um am Ende wie in einem Strategie-Spiel die Welt zu übernehmen und ferne Galaxien zu bereisen.

Allerdings sind solche “Genre-Verschmelzungen” nicht neu: Bereits unser aller Lieblings Zipfelmützenträger Link wagte in seinem zweiten NES-Abenteuer ein Genre Sprung: Statt dem traditionellen Rollenspiel erwartete dem Spieler eine Mischung aus Rollenspiel und Jump ‘n’ Run. Allerdings schlossen die meisten Fans “The Legend of Zelda: The Adventures of Link” nicht in ihr Herz. So zählt der Genre-Mix heute als bis dato schwächster Teil der Serie. Nun kündigte aber auch Ubisoft eine Verschmelzung ihres “Tom Clancy”-Universums in einem großen Spiel an.

Es scheint, als würden Entwickler und Publisher versuchen, ausgetretene Spiele-Kategorien zu entfliehen, um mit frischen Kreationen neue potenzielle Käufer anzuziehen. So auch Quantric Dream: Ihr erstes Projekt “The Nomad Soul” ist ein wahrliches Genre-Hybrid-Monster: Der Titel umfasst nicht nur traditionelle Rollenspiel-Elemente, auch Beat ‘em Up-, Ego-Shooter- und Puzzle-Sequenzen findet man zuhauf.

Was erwartet uns in den kommenden Jahren? Werden wir in “GTA V” mit unserem Protagonisten die Wahl haben, sowohl als Gangster, als auch als Bordell-Manager zu fungieren und uns dabei um Finanzen, Personalplanung sowie den Ausbau der Lokalitäten zu kümmern? Oder werden Link und Zelda nach ihrem nächsten Videogame-Abenteuer heiraten, womit dann nach der Zwischensequenz eine Lebenssimulation beginnt, in dem man sich nicht nur mit Monstern, sondern auch mit den Nachwuchs, Haushalt und Ehekrisen rumschlagen muss?

Allerdings stellt sich die Frage, ob es tatsächlich eine gute Idee ist, ein Spiel aus mehreren “Spielchen” herzustellen. Denn oftmals bekommt zwar viel unterschiedliches Gameplay geboten, dass aber nicht die Tiefe eines einzelnen Genrevertreters herankommt. Getreu nach dem Motto: “Von allem ein wenig, aber nichts richtig!” So wurde zum Beispiel “Spore” kürzlich erst wegen der Kreativität gelobt, aber die fehlende Spieltiefe enttäuschte Kritiker und Fans.

In “GIGA – The Show” diskutieren Nils und Eddy um 20 Uhr und 22 Uhr mit Experten aus der Gaming-Branche und befassen sich unter anderem mit der Frage, warum immer mehr Entwickler den Genre-Mixer anwerfen. Was haltet ihr von Genre-Verschmelzung, quasi einem “All-in-One-Game”? Spannende Sache oder halbgare Spieleidee?

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