Raubkopierer! - Zerstören sie euer Spiel?

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(Susanne) Wieso sollte man für etwas zahlen, das man auch umsonst bekommen kann? Viele Gamer denken heute schon gar nicht mehr daran, sich ein Spiel in einem Geschäft legal zu kaufen. Viel zu groß ist das Angebot an illegalen Spielen, die man mit wenigen Mausklicks völlig kostenfrei über das Internet "saugen" kann. Die Spielebranche allerdings leidet stark unter den Raubkopien. Folgen können Qualitätsminderungen in zukünftigen Spielen sein, die letztlich wiederum negativ für die Gamer sind.

Raubkopierer! - Zerstören sie euer Spiel?

Heute wurde ein ganz erstaunlicher Fall von illegalen Spiele-Downloads bekannt. “Spore”, der neueste Titel von Electronic Arts, tauchte jetzt als gecrackte Version im Internet auf – und das einen Tag vor dem offiziellen Release! Viele Fans warteten bereits monatelang mit höchster Spannung auf “Spore”. Die illegale Version des Spiels wird sich dementsprechend auf heimischen Rechnern wie ein Lauffeuer verbreiten- ein Disaster für Electronic Arts.

Dieser Einzelfall ist leider typisch für die Probleme des gesamten Spielemarktes. Anbieter haben beinahe keine Möglichkeit, sich gegen die illegale Verbreitung ihrer Produkte über Internet-Tauschbörsen zu wehren. Über Filesharing-Programme werden Daten direkt von Nutzer zu Nutzer getauscht. Die Raubkopien werden also an keiner zentralen Sammelstelle gespeichert, sondern sind überall im Netz verstreut und können somit nicht so einfach aus diesem vertrieben werden. Zudem sind die Tauschbörsen selbst legal und können nicht verboten werden. Schließlich steigt die Zahl der Menschen, die Filesharing nutzen, auch immer weiter an. Bei derartigen Massenphänomenen ist es für Strafverfolger wiederum fast unmöglich, den Großteil der Verstöße zu ahnden.

Zu sicher sollten sich Nutzer von Tauschbörsen jedoch auch nicht fühlen. Beispielweise gibt es eine Software, die Urheberrechtsverstöße automatisch feststellt und an Strafverfolgungsbehörden weiterleitet. Es wird auch nicht zurück geschreckt, viele Tausend Benutzer gleichzeitig zu stellen. Zudem setzen bereits einige Firmen Agenturen auf die Rückverfolgung bestimmter illegaler Downloads an.

Wenn der Boom der Tauschbörsen trotz aller Maßnahmen weiterhin bestehen bleibt, werden die Anbieter von Spielen durch die enormen Gewinnverluste kaum noch Möglichkeiten haben, Gelder in Weiterentwicklungen und Innovationen zu investieren. Der Fortschritt in der Spielebranche könnte dadurch zum erliegen kommen. Die Lieferung immer neuer und besserer Spiele, die die Nutzer faszinieren und vor neue Herausforderungen stellen, hätte damit ein Ende. Spieler, die Filesharing betreiben, stellen so nicht nur sich selbst ein Bein, sondern auch allen anderen. Dies wäre mit Sicherheit der schlimmste Fall – doch in Ansätzen spürt man die Auswirkungen schon, wenn Entwickler sagen, sie würden nicht mehr für den PC entwickeln, da dort die Gefahr der Raubkopien höher sind, als bei Konsolenspielen.

Zu diesem Thema haben wir heute Abend Thorsten Wirth, den Vorsitzenden der Piratenpartei Hessen und Dr. Matthias Leonardy, Geschäftsführer der GVU (Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen) im Gespräch.

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