Im offiziellen Spotify-Forum mehren sich gerade die Berichte, der Desktop-Client würde riesige Datenmengen auf die Festplatte schreiben und so speziell SSDs enorm belasten. Das Problem dürfte dort schon länger bekannt sein. Ein User beschreibt zumindest einen Workaround. Und Spotify verspricht eine Lösung mit der neuesten Version.

Spotify schreibt eure SSD zu Tode – Update: Problem angeblich behoben
Update:
Nach zahlreichen Meldungen im offiziellen Spotify-Forum verspricht ein Community-Manager nun, dass das Problem mit der neuesten Version des Desktop-Clients gelöst wurde. Version 1.0.42 soll derzeit an alle User aufgeliefert werden. Bei unserem Versuch war das Update aber noch nicht verfügbar.
Spotify

Für ein paar Songs schreibt Spotify dutzende Gigabyte

In 2,5 Stunden Musikhören schreibe die Spotify-Anwendung ganze 28 GB Daten auf die Festplatte, so die schockierende Meldung eines Users Mitte Juni im offiziellen Spotify-Forum. Er untermauert seine Aussage mit einem Screenshot des Task-Managers. Und auch andere Mitglieder berichten von dem Phänomen. Woher diese riesige Datenflut kommt, ist nicht klar.

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Auf der Hand liegt jedenfalls, dass die gestreamten Musikdateien, selbst in bester Qualität, nicht annähernd so groß sein können und auch der Cache-Prozess, durch den im Hintergrund Folgesongs vorgeladen werden, rechtfertig keinesfalls diese Größe. Ein User hat dafür die Übeltäter identifiziert: Zwei Files, die für die Verwaltung der Spotify-Bibliothek zuständig sind und ständig neues Datenschreiben auslösen.

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SSD wird extrem belastet – Workaround

Das bedeutet nicht, dass eure Platte in kürzester Zeit voll wird, denn die Dateien überschreiben sich regelmäßig neu. Das Problem ist viel eher, dass eure Festplatte dadurch extrem belastet wird. Gerade Solid State Drives (SSDs) älterer Generationen haben nur eine gewisse Lebenszeit an Überschreibungsvorgängen.

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Ein User schlägt deswegen in seinem Blog vor, die Spotify-Anwendung zu zwingen, die Daten auf den Arbeitsspeicher zu schreiben und bietet hierfür eine Anleitung an, für die man aber schon einiges an Expertise mitbringen sollte. Außerdem müsste man über mindestens 8 GB RAM verfügen. Dieser Speicher ist für viele Schreibzugriffe ausgelegt und wird bei jedem Neustart geleert. Zuvor solltet ihr allerdings versuchen, die Spotify-Datenbank zu resetten: Dafür löscht man den Ordner: C:\Benutzer\<Username>\AppData\Local\Spotify

In unserem Versuch konnten wir das Problem nicht beobachten

Bei unserem Versuch mit dem Spotify-Desktop-Client (Version 1.0.41) konnten wir das Problem nicht reproduzieren. Nach 20 Minuten Musik wurden 360 MB an Daten geschrieben – das ist zwar viel, entspricht aber nicht dem Ausmaß, das andere User bei beobachtet haben. Wenn ihr die Festplattenbelastung bei euch checken wollt, ruft einfach den Task-Manager auf und sucht unter Prozesse „Spotify.exe“. Gegebenenfalls müsst ihr euch über „Ansicht – Spalten auswählen“ noch „E/A-Bytes (Schreiben)“ anzeigen lassen.

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Falls ihr auch außergewöhnliche Schreibraten verzeichnet, empfiehlt es sich, die Software neu zu installieren, einen der oben beschrieben Workarounds zu probieren oder auf Spotify-Desktop zu verzichten, bis das entsprechende Update ausgespielt wurde. Ansonsten könnte es tatsächlich sein, dass die Lebenszeit eurer SSD bei langem Spotify-Konsum darunter leidet.

Quellen: Golem, Blog Scaleprocess, Spotify Forum

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