Ihr Spotlight im Web

Ingo Böhme

Neun von zehn Benutzern gelangen durch Suchmaschinen-Anfragen auf Ihre Seite. Schade nur, wenn Ihr Webauftritt nicht bei Google verzeich­net ist. MACup zeigt Ihnen, wie auch Ihre Seite ins Rampenlicht der Suchmaschinen gelangt.

Suchmaschinen sind erwachsen geworden. Funktionierten früher noch Tricks, um Web-Seiten auf die begehrten ersten Plätze der Such­ergebnisse zu bringen, wird heute schon der Versuch

der Manipulation mit dem Ausschluss der Seite aus dem Suchverzeichnis bestraft. 30 Tage Verbannung ist die erste Strafe bei Google.

Bei der Anmeldung ist es nicht nötig, alle einzelnen URLs eines Web-Auftritts registrieren zu lassen. Es genügt der Eintrag der Startseite.

Tipp: Über die Google-Suchanfrage „site:www. beispiel.de“ ermitteln Sie, ob und welche Seiten der URL www.beispiel.de bei Google gelistet sind.

Sind erst einmal einige Seiten im Verzeichnis der Suchmaschine aufgenommen, entscheidet ein weiterer Algorithmus darüber, wie wichtig die Seite für gewisse Suchbegriffe ist und in welcher Frequenz sie wieder vom Roboter besucht werden soll. Der genaue Algorithmus wird von keiner Suchmaschine preisgegeben. Wichtig fürs Ranking sind jedoch einerseits Frequenz und ­Position der wichtigen Schlagwörter und andererseits die so genannte Link-Popularität. Bei Frequenz und Position geht es darum, wie häufig und wo innerhalb der Webseiten die Schlüsselwörter zu finden sind. Auf die Link-Popularität, auf die sich das Bewertungssystem von Google in erster Linie stützt, hat der Webmaster nur indirekten Zugriff. Denn hierbei handelt es sich um die Anzahl und Qualität von Verlinkungen auf die entsprechende Web-Seite von anderen bekannten Seiten, wobei der Link einer wichtigen Seite wie Yahoo mehr ins Gewicht fällt als tausend Einträge in unbekannten Linklisten.

Schreiben für die Besucher

Bevor Sie nun Ihre gesamten Seiten anhand dieses Beitrags umbauen, sollten Sie sich eines klarmachen: Ihre Seite ist für den Besucher gedacht und nicht für die Suchmaschine. Denn was nützt Ihnen das beste Ranking, wenn der Besucher danach auf Ihrer Seite nicht den gewünschten Inhalt findet. Dann gelangen

zwar bei einer guten Position viele Hundert Besucher täglich auf Ihre Site. Diese springen dann aber auch genauso schnell wieder ab. Insofern sollten Sie stets das Ziel haben, Ihre Seiten informativ und ästhetisch zu gestalten. Und letzten Endes werden es Ihnen nicht nur die qualifizierten Besucher, sondern auch die immer besser werdende Platzierungen in – von Redakteuren betreuten – Webverzeichnissen wie Yahoo, Web.de oder Fireball beweisen, dass guter Content sich langfristig immer lohnt.

Was wird gesucht?

Die größte Schwierigkeit ist, brauchbare Such-begriffe zu finden und zu kombinieren. Und zwar auf die Weise, wie die Masse der Surfer sie verwendet. Vielleicht schreiben Sie als Suchbegriff für ­einen Shop im Internet „Onlineshop“. Tatsache ist jedoch, dass die meisten deutschsprachigen Suchanfragen dieses Wort mit Bindestrich, also als „Online-Shop“ notieren.

Thesaurus befragen

Wer Word oder eine andere Textverarbeitung besitzt, hat damit automatisch auch einen Thesaurus, also ein Wörterbuch mit alternativen Wortvorschlägen. Alter-nativ steht auch unter www.openthesaurus.de eine entsprechende Online-Synonym-Datenbank zur Verfügung. Geben Sie dort nach und nach sämtliche wichtigen Schlagwörter ein und schauen Sie, wie brauchbar die Vorschläge des Thesaurus sind. ­Eine Alternative ist der Online-Assoziator www. metager.de/asso.html der Uni Hannover.

Google ist behilflich

Google selbst weiß natürlich am besten, was gesucht wird. Und unter https://adwords.google. com/select/KeywordTool teilt der Informationsgigant dieses Wissen mit Ihnen. Lediglich die ­einmalige kostenlose Anmeldung bei Adwords, dem gewinnträchtigen Werbeprogramm von ­Google, ist nötig. Eigentlich ist das Keyword-Tool, das Sie in der Kampagnenverwaltung unter Tools finden, für Werbetreibende gedacht, die bei Google Anzeigen schalten sollen. Doch gerade für die Suchmaschinen-Optimierung leistet es wertvolle Dienste. Die Funktionsweise ist simpel. In dem Eingabefeld tragen Sie sämtliche Suchbegriffe oder Suchphrasen ein, die für Ihre Belange von Interesse sind und die Sie zuvor mit Thesaurus oder Metager ermittelt haben. Klicken Sie dann auf Keyword-Vorschläge abrufen. Im unteren Teil der Seite

erhalten Sie da­raufhin die gelisteten Suchbegriffe samt allen wichtigen Kombinationen. Angezeigt werden standardmäßig nur wenige Informationen. Mit den Ein-trägen in der Ausklapp-Liste rechts neben Ergebnisse filtern bestimmen Sie im Detail, welche Informationen zu den einzelnen Suchbegriffen angezeigt werden sollen. Bei der Mitbewerberdichte handelt es sich um Infos, die Sie nur brauchen, wenn Sie bei Google Werbung schalten. Andererseits sehen Sie an diesen Werten, wie groß das Interesse des Marktes an dem jeweiligen Begriff ist. Die tatsächlichen Zugriffe der Benutzer auf den jeweiligen Suchbegriff sehen Sie am besten an der Spalte Durchschn. Suchvolumen oder über die Monate des Jahres verteilt unter Trends zum Suchvolumen. Für das Marketing Ihrer Seite können Sie aus diesen Informationen wertvolle Rückschlüsse ziehen.

Sätze formulieren

Wichtig ist, dass Sie nicht nur Schlüsselwörter aneinanderreihen. Das führt kurzfristig zum Erfolg. Langfristig aber ist an-zunehmen, dass Ihre Site ausgeschlossen wird. Erhalten Sie die folgenden Suchphrasen1. digitalfotos, 2. digitalfotos entwickeln, 3. digital­fotos günstig, 4. digitalfotos drucken, 5. digitalfotos bestellen, 6. Digitalfotos onlineso können Sie daraus einen Satz machen, der sowohl für Menschen als auch für Suchmaschinen einen sinnvollen Inhalt liefert. Und einen Grund zur Anzeige liefert er nicht, auch wenn der Satz sicher nicht Pulitzer-Preis-verdächtig ist: „Wollen Sie Ihre Digitalfotos entwickeln lassen beziehungsweise Ihre Digitalfotos günstig zu Papier bringen lassen, können Sie die Digitalfotos zu Hause drucken. Soll es aber richtig günstig sein, sollten Sie Ihre Digitalfotos online ordern und beim Digitalfotos Service bestellen...“

Die Schreibweise

Insbesondere im deutschsprachigen Raum gibt es unglaublich viele Formen ein und desselben Wortes. In der Regel verwendet der Suchmaschinen-Benutzer jedoch die Grundform. Sucht er nach „Hemd rosarot“ wird er die Seiten mit dem Satz „...kommt die rosarote Farbe des Hemdes gut zur Geltung...“ nicht finden. Denn

„rosarot“ und „rosarote“ ist genauso wenig dasselbe wie „Hemd“ und „Hemdes“. Stattdessen sollte der Text auf Ihrer Seite so formuliert sein, dass eben die wichtigen Begriffe in Ihrer Grundform erscheinen, also in diesem Fall „...kommt die Farbe Rosarot bei diesem Hemd gut zur Geltung...“.

Keyword-Dichte

An der Dichte von Suchbegriffen – also dem Verhältnis aus Suchmaschinen-relevantem Text und Füllsel sowie weitergehenden Informationen – scheiden sich die Geister. Tatsache ist, dass jede Ihrer Seiten mindestens 250 bis 350 Wörter reinen Text enthalten sollte. Versuchen Sie, die wichtigen Suchbegriffskombinationen mindestes drei- bis viermal pro Seite unterzubringen. Optimal ist ­eine Keywort-Dichte von circa 3 Prozent. Im Internet gibt es zahlreiche Online-Tools, mit denen Sie Ihre Seiten online auf Stichwort-Dichte überprüfen lassen können. Googeln Sie nach „Keyworddichte“,

haben Sie die freie Wahl. Eine recht schöne Seite ist www.sistrix.com, wo Sie auch weiterführende SEO-Tools und jede Menge Hintergrundinformationen zum Thema finden. Wer sich viel mit Suchmaschinen-Optimierung beschäftigt, kommt um den Firefox-Browser nicht herum (www.getfirefox.com). Unter https://addons.mozilla.org gibt es jede Menge Plug-ins, die das SEO-Leben deutlich erleichtern. Insbesondere der Zusatz Search-Status (https://addons.mozilla.org/de/firefox/addon/321) liefert einerseits Infos über die Position und Dichte von Suchbegriffen und andererseits zu jeder besuchten Seite die Info über den Google-Pagerank und die Wichtigkeit der Seite anhand der Alexa-Position.

Die Position – Das A und O

Die Position, an der sich die Suchbegriffe auf Ihrer Web-Seiten befinden, entscheidet maßgeblich darüber, wie wichtig Ihre Seiten in Bezug auf diese Wortkombination angesehen werden. Wichtig hierfür ist, dass der Web-Editor die Bearbeitung des HTML-Quelltextes zulässt. Nur so haben Sie die Möglichkeit, alle Suchmaschinen-relevanten Bereiche anzupassen. Bei Adobe Dreamweaver ist genau das der Fall. Hier können Sie zwischen Entwurf und Code umschalten.

Die wohl wichtigste Position innerhalb Ihrer Web-Seiten ist der Titel, also der Text, der zwischen den Tags <title> und </title> steht. Dort Ihre Firmenanschrift unterzubringen, bedeutet Perlen vor die Säue zu werfen. Denn hier gehören die Stichwortkombinationen mit der größten Suchwahrscheinlichkeit hin.

Suchen Sie einmal nach „Digitalfotos“ bei Google. Für jeden Suchtreffer wird der Inhalt des Title-Tags als Überschrift dargestellt. Allen Treffern auf den ersten Seiten ist gemein, dass das Wort Digitalfotos im Titel vorhanden ist. Hat man das verinnerlicht, sollte klar sein, dass jede Seite Ihres Web-Auftritts einen eigenen Titel haben muss. Denn das ist für Google das primäre Unterscheidungsmerkmal. Begriffe wie „Willkommen“ oder „Homepage“ haben somit absolut nichts im Titel zu suchen. Dafür ist jedes Wort im Titel viel zu wertvoll. Um den Titel einer Seite anzupassen, müssen Sie beim Dreamweaver übrigens nicht in die Code-Ansicht wechseln. Vielmehr finden Sie am oberen Rand des Bearbeitungsfensters das Titel-Ein­gabefeld. Die Einträge hier werden sofort in das Title-Tag im Quellcode übernommen.

Die zweitwichtigste Position für suchrelevante Begriffe sind die Headline-Tags. In HTML werden Überschriften unterschiedlicher Ebene mit <h1>...</h1>, <h2>...</h2> und so weiter ausgezeichnet. Diese hierarchische Unterteilung des Textes wird von Suchmaschinen besonders honoriert. Leider verwenden die meisten

vorgefertigten Layouts diese Kategorisierung nicht. Sie können dies nur im Quelltext ändern. Schauen Sie in der Layout-Vorlage nach dem Platzhaltertext, der beispielsweise „NAME DER WEBSITE“ lautet. Klicken Sie dann auf Code für die Quelltext-Ansicht und suchen Sie mit nach genau diesem Text. Lautet der HTML-Code beispielsweise <td ...>NAME DER WEBSITE</td>,erweitern Sie ihn um die Tags <h1> und </h1> , also im Beispiel <td …><h1>NAME DER WEBSITE</h1></td>, und formulieren Sie die Haupt- und Zwischenüberschriften mit Hilfe der ermittelten Suchbegriffe. Anschließend können Sie das Layout, das sich durch die <h1>-Formatierung deutlich verändert hat, wieder anpassen, indem Sie es in der Entwurf-Ansicht formatieren.

Weitere Auszeichnungen, beispielsweise das Fetten, haben nur noch einen geringen Einfluss auf die Priorisierung des hervorgehobenen Textes. Ganz generell ist aber Text am Anfang der Seite für die Einordnung bei der Suchmaschine wichtiger als Text am unteren Seitenrand.

Hilfe von Aussen

Damit sind die Möglichkeiten der Einflussnahme auf die Position im Suchergebnis noch nicht ausgeschöpft. Der Domain-Name spielt neben dem Title- und Headline-Tag genauso wie der Verzeichnis- und Dateiname des Dokuments eine Rolle. Wichtiger ist jedoch der Link-Text. Hier müssen Sie jedoch ein wenig um die Ecke denken. Denn befindet sich auf Ihrer Seite ein Querverweis auf eine Unterseite mit

dem Text „Digital­fotos entwickeln“, so wirkt sich der positive Effekt dieser Wörter nicht auf die aktuelle Seite aus. Vielmehr weiß Google, dass die Seite, auf die verlinkt wird, etwas mit diesem Thema
zu tun hat. Dieser Effekt verstärkt sich noch, wenn der Link von einer Seite außerhalb der eigenen sDomain kommt. Dies ist das bereits anfänglich genannte Prinzip der Link-Popularität. Im Web haben sich zahlreiche Dienste hervorgetan, die solche Text-Links vermarkten – etwa mit monatlichen Miet­kosten. Hier ist Vorsicht geboten, weil Google Derartiges nicht will und immer mal wieder abstraft. Wollen Sie prüfen, ob beispielsweise die Seite www.abc.de ein wertvoller Link-Partner ist, suchen Sie sich eine beliebige von abc.de ver­linkte URL heraus. Existiert etwa ein Link auf www.def.de, suchen Sie bei Google nach „link:www.def.de“ oder „link:def.de“. Ist in der Trefferliste die URL www.abc.de enthalten, sieht Google abc.de als wertvoll genug an.

iob