Time Machine

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Zeitreisen waren bisher Science-Fiction. Mit Time Machine sind Exkursionen in vergangene Zustände der Festplatte keine Utopie mehr.

Time Machine ist eine komplett neue Funk-tion unter Mac OS X 10.5. Sie geht schnell vonstatten, und das so unauffällig und leicht, dass man es kaum wahrnimmt. Mit Time Machine

werden automatisch im Hintergrund Back­ups von den Daten auf der Festplatte angelegt. Diese können zu jedem Zeitpunkt verwendet werden, um gelöschte oder beschädigte Dateien wiederherzustellen.

Time Machine konfigurieren

Time Machine wird über die Systemeinstellungen konfiguriert. Dort befindet sich in der vierten Zeile rechts das gleichnamige Symbol. Die erste und wichtigste Einstellung: Auf welchem Datenträger soll die Sicherung vorgenommen werden. Dazu wählt man den

Eintrag Volume wechseln... Es erscheint eine Liste aller mit dem Rechner verbundener Datenträger sowie die gefundenen Server. Es muss also nicht immer eine Festplatte sein. Theoretisch können Time-Machine-Backups auch auf externe Server oder andere Computer im Netzwerk übertragen werden.

Sobald ein neuer externer Datenträger angeschlossen wird, fragt Time Machine selbstständig, ob dieser als Backup-Medium verwendet werden soll. Ein Vorteil der Time-Machine-Technologie ist, dass man mehr als einen Datenträger für Backups verwenden kann. Auf diese Weise kann zum Beispiel wöchentlich der Datenträger gewechselt werden. Allerdings lassen sich zwei unterschiedliche Sicherungsmedien nicht zeitgleich verwenden.

Bei der Planung der Größe des Datenträgers sollten man nicht zu sparsam sein, denn Time Machine arbeitet nicht gerade ressourcenschonend. Wenn eine Datei am Tag

eins erstellt und am Tag zwei überarbeitet wird, wird die Datei zweimal in ihrer vollen Größe auf dem Backup-Medium abgelegt. Wenn man häufiger mit großen Dateien arbeitet, zum Beispiel mit Photoshop-Bildern, die 500 MByte groß sind, so hat man kurzerhand mehrere GByte an Daten auf dem Backup-Medium.

Datenträger müssen im HFS-Dateiformat formatiert sein. DOS-Datenträger mit der FAT-Formatierung müssen zunächst über das Festplatten-Dienstprogramm gelöscht und neu als HFS-Datenträger erstellt werden. Daher ist es nicht möglich, einen Windows-Server als Backup-Medium für Time Machine zu verwenden.Time Machine erstellt automatisch stündliche, tägliche und wöchentliche Backups. Es ist deshalb ein reißfestes Sicherheitsnetz, das einem hier angeboten wird. Man muss lediglich dafür sorgen, einen möglichst großen Datenträger zur Verfügung zu haben, so dass alle Backups untergebracht werden können.

Wenn man Time Machine aktiviert und das ­allererste Backup sichert, wird von der internen Festplatte eine komplette Sicherungskopie auf das externe Speichermedium oder den Server kopiert. Dieser Vorgang nimmt durchaus einige Zeit in Anspruch. Die weiteren Backups, die im stündlichen, täglichen und wöchentlichen Rhythmus

erstellt werden, aktualisieren jeweils nur die modifizierten Daten. Das heißt, wenn man einmal ­eine Datei erstellt hat und diese Datei wird drei Monate lang nicht mehr verändert, dann wird von dieser natürlich keine weitere Version auf den Sicherungsdatenträger übernommen.

Jede Stunde prüft der Rechner, was sich von den Daten her geändert hat. Ist ein Tag vorüber, so wirft Time Machine automatisch die stundenweisen Sicherungen vom Vortag weg und behält davon lediglich eine Version. Ähnliches geschieht bei der wöchentlichen Sicherung: Dort werden ­alle Zwischentage automatisch entfernt. Damit garantiert Time Machine, dass das Sicherungsmedium nicht zu schnell überläuft.

Time Machine weiß aber auch, dass es „vergängliche“ Daten gibt, wie die Daten im Ordner Benutzerordner · Library · Caches. Derartige, quasi sinnlose Daten werden von Time Machine überhaupt nicht auf das Backup-Medium transportiert. Im Ordner Caches tummeln sich zwischengepufferte Daten

diverser Programme, beispielsweise die von Safari besuchten Internetseiten.

Will man während des Arbeitens eine Sicherung vornehmen, weil man soeben wichtige Dateien erstellt hat, dann klickt man das Time-Machine-Icon im Dock mit der rechten Maustaste an und wählt Backup jetzt erstellen.

In den Time-Machine-Einstellungen lassen sich auch Bereiche der Festplatte von der Sicherung ausschließen. Das können einzelne Ordner oder auch ganze Speichermedien sein. Dafür braucht man nur auf die Schaltfläche Optionen... in den Time-Machine-Einstellungen zu klicken.

Wurde ein Ordner respektive ein Bereich aus der Sicherungskopie herausgenommen, dann ist auch klar, dass im Fall eines defekten Systems dessen Inhalte nicht mit Time Machine wiederhergestellt werden können.

Back in Time...

Das Wiederherstellen von Daten ist wirklich sehr einfach und besonders reizvoll von Apple gelöst. Wenn man den Homeordner geöffnet hat und dann Time Machine startet, indem man auf das Symbol im Dock klickt, erscheinen sofort viele Fenster hintereinander.

Die vielen Fenster stellen die Vergangenheit der Daten dar. Auf der rechten Seite sieht man für jedes Backup einen kleinen, feinen Strich. Berührt man einen dieser Striche, werden der Tag und die Uhrzeit dieses Backups eingeblendet.

Um nun in die Vergangenheit zurückzureisen, klickt man entweder auf der rechten Seite der Zeitleiste eine Uhrzeit oder direkt das entsprechende Fenster in der Tiefe der Zeit an. Eine weitere Möglichkeit sind die beiden dreidimensionalen Pfeile, mit denen man in der Zeit zurück und wieder vorwärts reisen kann.

Um nun eine gelöschte Datei oder einen Ordner wiederherzustellen, muss man zunächst zu dem Zeitpunkt zurückreisen, an dem die entsprechende Datei oder der Ordner noch vorhanden war. Anschließend markiert man die gewünschte Datei und verwendet die Funktion Wiederherstellen im unteren Bereich des Time-Machine-Fens­ters. Fertig!

Wenn man sich im Time-Machine-Modus befindet, behält der Finder vollständig seine Funktionalität, man kann also zwischen den vier Darstellungsvarianten eines Fensters wählen. Ebenso hat man die Möglichkeit, mit einem Doppelklick Ordner zu öffnen und an andere Plätze zu gehen. Auch die Seitenleiste kann verwendet werden. Das heißt, im Time-Machine-Modus steht ein vollständiger und sehr praktikabler Finder zur Verfügung, um zu navigieren und an anderen Stellen Dinge zu suchen und zu entde­cken. Sogar Quick Look ist möglich, also das Betrachten von Dokumenten, ohne sie zu öffnen.

Selbst die Spotlight-Suche funktioniert innerhalb von Time Machine. Man führt damit eine Suche nach Dateien in der Vergangenheit aus. Time Machine und der Finder (inklusive Quick Look) arbeiten gut zusammen, um den Anwender vor möglichem Datenverlust zu bewahren. Die beiden sind ein echtes Dreamteam.Time Machine arbeitet auch noch mit anderen Programmen zusammen. Aktuell sind es folgende Anwendungen, die direkt mit OS X auf Zeitreise gehen:

Adressbuchn

iPhoto

Spotlight

Mail

Weitere Software-Applikationen, die direkt mit Time Machine zusammen eine Reise in die Vergangenheit ermöglichen und somit frühere Zustände restaurieren können, werden voraussichtlich in Bälde zur Verfügung stehen.

Wenn man das Adressbuch öffnet und danach Time Machine, sieht man im Fußbereich der Time-Machine-Darstellung die Einträge Wiederherstellen und Alles Wiederherstellen. Im Fall des Adressbuchs bedeutet das, den kompletten Datenbestand wiederherzustellen, in iPhoto wird die komplette Fotobibliothek wiederhergestellt. Time Machine bietet somit dem Anwender einen ausgesprochen umfassenden Schutz vor Datenverlust, und das nicht nur im Finder, sondern auch in den Programmen.

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