Steam: Was passiert mit deinem Account, wenn du stirbst?

Luis Kümmeler
2

Wenn du Steam nutzt, ist es dir rein rechtlich nicht erlaubt, dein Konto und damit erworbene Nutzungsrechte von Spielen auf eine andere Person zu übertragen. Lediglich mit „ausdrücklicher Erlaubnis“ könnte so etwas laut Valve möglich sein – in der Realität gestaltet sich dies aber offenbar selbst im Todesfall mehr als schwierig.

Seit Jahren gibst du dein Geld in den regelmäßigen Rabattaktionen auf Steam aus, deine persönliche Bibliothek umfasst inzwischen hunderte von Schätzen und dann … stirbst du. Was nun? Ist es dir erlaubt, deine Kontodaten etwa in einem Testament an eine Person aus deinem Freundes- oder Angehörigenkreis weiterzugeben, sodass er oder sie sich an der digitalen Spielesammlung erfreuen kann? Nein – offiziell ist dies nicht erlaubt, wie Eurogamer in einem YouTube-Video aufgearbeitet hat. An einer Stelle des Steam-Nutzungsvertrags heißt es nämlich im Abschnitt 1-C:

Das Video gibt dir fünf nützliche Tipps für Steam

1.134.071
Fünf nützliche Tipps für Steam

„Ihr Benutzerkonto und alle damit verbundenen Informationen (z.B.: Kontaktinformationen, Rechnungsadresse, Kontenverlauf und Abonnements, usw.) sind vertraulich. Dementsprechend ist es Ihnen nicht gestattet, Ihr Nutzungsrecht an Dritte zu veräußern oder Dritten entgeltlich zur Ausübung zu überlassen oder gegebenenfalls Abonnements an Dritte zu veräußern oder Dritten entgeltlich zur Ausübung zu überlassen, wenn und soweit dies Ihnen nicht ausdrücklich durch die Bestimmungen der vorliegenden Vereinbarung (einschließlich etwaiger Abonnementbedingungen oder Nutzungsrichtlinien) oder aufgrund ausdrücklicher Erlaubnis von Valve gestattet ist.“

Steam schmeißt knapp 200 Spiele aus dem Store

Unsere Bildergalerie präsentiert die fünf seltsamsten Fakten über Steam

Die 5 seltsamsten Fakten über Steam

Wie du siehst, lässt Valve in seiner Formulierung hier die Möglichkeit offen, dass du dir eine „ausdrückliche Erlaubnis“ vom Betreiber der Plattform einholst – eine offizielle Funktion gibt es im Steam-Interface dafür jedoch nicht. Deswegen hat Chris Bratt von Eurogamer eine Nachricht direkt an Valve geschrieben. Der Entwickler zeigte sich jedoch herzlich unkooperativ. Wie sich Bratt auch von einem Anwalt hat bestätigen lassen, bieten zahlreiche Unternehmen diese Möglichkeit nicht an, da diese auch mit komplizierten Lizenzfragen zu digitalen Inhalten einhergehen würde. Spiele im Wert von mehreren hundert Euro: Im schlimmsten Fall also einfach weg? Nein, denn dass du deine Login-Daten einfach in dein Testament schreibst und dein Steam-Konto somit weitergibst, können Unternehmen wie Valve (noch) nicht verhindern.

Weitere Themen: Valve Corporation

Neue Artikel von GIGA GAMES