Mozilla Thunderbird: Geänderte oder beendete Weiterentwicklung?

Holger Eilhard
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Während Firefox eine Alternative zu Safari darstellt, ist Mozillas Thunderbird das Pendant zu Mail. Jetzt hat TechCrunch einen Brief erhalten, der Zweifel an der Zukunft des E-Mail-Programms aufkommen lässt. Mozilla will in Zukunft nur noch wichtige Sicherheits- und Stabilitätsupdates veröffentlichen.

Mozilla Thunderbird: Geänderte oder beendete Weiterentwicklung?

Der Inhalt, der von TechCrunch veröffentlichten Mitteilung, sollte eigentlich erst am Montag an die Öffentlichkeit gelangen. Stattdessen hat sich einer der Empfänger aber dazu entschlossen, die Ankündigung mit den Medien zu teilen.

Der Wortlaut im Brief von Jb Piacentino versucht aber Berichte über ein vermeintliches Ende des E-Mail-Clients zu unterbinden. Zum einen sagt Mozilla, dass die Investition von weiteren Ressourcen in den E-Mail-Client keinen Sinn macht. Gleichzeitig will man die Software aber nicht aufgeben, gibt aber wiederum zu, dass einige Mitarbeiter wahrscheinlich in Zukunft an anderen Projekten arbeiten werden.

Hier der vollständige Wortlaut der Mitteilung, die von TechCrunch veröffentlicht wurde:

Hello Mozillians:

On Monday Mitchell Baker will be posting on the future of Thunderbird.

We'd like you to be aware of it before it goes public. However, this is *confidential* until the post is pushed live Monday afternoon PDT. Please don't tweet, blog or discuss on public mailing lists before then.

In summary, we've been focusing efforts towards important web and mobile projects, such as B2G, while Thunderbird remains a pure desktop-only email client. We have come to the conclusion that continued innovation on Thunderbird is not the best use of our resources given our ambitious organizational goals. The most critical needs for the product are on-going security and stability for our 20+ million users.

However, Thunderbird is one of the very few truly free and open source multi-platform email applications available today and we want to defend these values. We're not “stopping“ Thunderbird, but proposing we adapt the Thunderbird release and governance model in a way that allows both ongoing security and stability maintenance, as well as community-driven innovation and development for the product. This will mean an eventual shift in how we staff Thunderbird at Mozilla Corporation – we are still working out details, but some people will likely end up on other Mozilla projects.

We are going to open this plan for public discussion to individuals and organizations interested in maintaining and advancing Thunderbird in the future on Monday. We are looking for your feedback, comments and suggestions to refine and adapt the plan in the best possible way throughout the summer so we can share a final plan of action in early September 2012.

If you have any questions prior to Monday please reach out to me or Mitchell . Again, this information is for Mozillians-only until Mitchell's post goes live.

Regards,

Jb Piacintino

Thunderbird Managing Director

Additional information:

New release and governance model for Thunderbird will be available here concurrently to Mitchell's post:

https://wiki.mozilla.org/Thunderbird/Proposal:_New_Release_and_Governance_Model

Info on Modules and Thunderbird owners:

https://wiki.mozilla.org/Modules

You're receiving this email because you're a registered Mozillian. We'll send you timely and occasional organizational news and updates – meant just for Mozillians. If you do not wish to receive these updates, please unsubscribe here. Read the Mozilla Privacy Policy.

Mozilla

650 Castro Street, Suite 300

Mountain View, CA 94041-2021

(650)903-0800

Wenige Minuten nach der Veröffentlichung des Briefes hat sich dann aber auch Mitchell Baker von der Mozilla Foundation zu Wort gemeldet. Dort wird die Frage gestellt, ob Thunderbird ein Produkt ist, dass heute noch großer Fortschritte bedarf oder nur noch gelegentliche Wartung benötigt?

Tatsache ist, dass heutzutage immer mehr Nutzer ihre Mail im direkt über eine Weboberfläche abrufen und keinen dedizierten E-Mail-Client mehr benötigen. Bei Mozilla hat man sich daher dazu entschlossen, dass das aktuelle Produkt von Mozilla in Zukunft lediglich mit Sicherheitsupdates versorgt wird. Darüber hinaus will man aber auch die Platform für die weitergehende Entwicklung durch die Community stellen. Diese soll sich nämlich in Zukunft um die Weiterentwicklung kümmern.

Den Vorschlag, wie dies konkret aussehen könnte, kann man im Mozilla Wiki nachlesen. Dieser Plan sieht einen deutlicheren Split der Software ab dem 20. November 2012 vor. Informationen zu dem so genannten Extended Support Release (ESR) findet man ebenfalls auf den Seiten der Mozilla Foundation.

“Thunderbird ESR” soll lediglich Sicherheits- und Stabilitätsupdates erhalten. Der Funktionsumfang des normalen Thunderbird kann sich hingegen im Laufe der Zeit verändern, da die Community mit dem Support beauftragt wurde.

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