Ulysses III für Mac im Kurztest: Ein Autorentraum

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Ulysses III heißt der neueste Wurf aus der Leipziger Softwareschmiede The Soulmen. Das Schreibprogramm wurde komplett überarbeitet und glänzt mit Übersicht, Fokus und einfachem Markup. Unser Kurztest zu einer der besten Autorenhilfen im Mac App Store.

Ulysses III für Mac im Kurztest: Ein Autorentraum

Wer häufig Texte am Computer verfasst, wie zum Beispiel ein Redakteur, weiß simple Schreibprogramme zu schätzen, mit möglichst wenig Ablenkungen, unnötigen Menüs und Buttons. Microsoft Word ist genau das nicht. Abgesehen von der für diese Zwecke völlig überladenen Oberfläche stört auch, dass ungewünschte Formatierungen beim Einfügen in Browser-Textfelder übernommen werden.

Schreibprogramme – je einfacher, desto besser

Auf dem Mac könnte man noch zu TextEdit greifen, bevor man Programme wie Word überhaupt installiert. Doch auch dieser OS-X-eigene Editor bietet schon Formatierungsoptionen, die für Online-Texter überflüssig sind. Was bleibt, sind diverse Schreibprogramme, die verschiedene Stufen der Fokussierung auf das Wesentliche bieten.

Ich mag auch iAWriter, ein äußerst minimalistischer Text-Editor, der genau das tut was er soll — nicht mehr, nicht weniger. Ulysses III hat dagegen noch ein paar Asse im Ärmel, welche die Schreibarbeit erleichtern, ohne im Weg zu stehen.

Ulysses III: Markup für einfachste Formatierung

Da wäre zunächst die einfache Textformatierung über Markup-Befehle. Das heißt, Formatierungen werden nicht über Buttons und Menüeinträge eingestellt, sondern einfach mithilfe spezieller Zeichen. Fast wie eine eigene kleine Programmiersprache sorgen Unterstriche, Nummernzeichen und andere Symbole für fetten Text, Überschriftenformate, Kommentierungen, Fußnoten, Listen und vieles mehr.

Auch Links, eingebettete Dateien und Bilder sind möglich. Dadurch ist Ulysses nicht nur für Online-Redakteure mit eigenem CMS gut geeignet, sondern macht sich auch als Blogger-Tool sehr gut. Vielfältige Exportmöglichkeiten erlauben neben dem einfachen Kopieren des Textes inklusive Markup auch das Speichern als HTML-Code, PDF und RTF in Pages oder Word.

Übersichtlich und organisiert: Die Antithese zum typischen Autor

Ein dreispaltiges Layout hilft bei der Übersicht zu den angelegten Dokumenten. Diese können in Gruppen sortiert, gefiltert und bei Bedarf via iCloud synchronisiert werden. Die Entwickler haben auch die Nutzer ihrer iOS-App nicht vergessen — automatisch werden auf Wunsch die Dokumente via iCloud synchronisiert.

Wer gern ungestört schreibt und sich nicht von anderen Bildschirminhalten ablenken lassen möchte, sollte die verschiedenen Farb- und Darstellungsvarianten ausprobieren. Dank Nachtmodus, Vollbild und der Möglichkeit, alle Formatierungselemente farblich an die eigenen Wünsche anzupassen, sollte jeder glücklich werden.

Bislang ist Ulysses III nur in englischer Sprache erhältlich. The Soulmen versichern uns aber, dass die deutsche Übersetzung bereits in Planung sei. Man will sich dafür ausreichend Zeit nehmen und es „richtig machen“.

Bis dahin verarbeitet die App auch deutsche Texte ohne zu murren und macht sogar richtig Spaß. Wer Markup-Editoren kennt, wird Ulysses III mögen. Wer sie noch nicht kennt, kann mit dem Programm ganz hervorragend in diese Welt einsteigen.

Ulysses III: App-Tipp nicht nur für Listenliebhaber

Derzeit kostet Ulysses III im Mac App Store 17,99 Euro* — benötigt wird mindestens Mac OS X 10.7.3. Das Schreibprogramm ist durchdacht, sehr angenehm designt und sogar die Einleitungs- und Hilfetexte machen Spaß. Der Name ist Programm — schließlich war Ulysses (oder Odysseus) für Vielseitigkeit, Intelligenz und Listenreichtum bekannt. Auch Ulysses III erlaubt das Anlegen einer schier unbegrenzten Zahl von Listen.


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