Windows 10 ist nicht mehr als ein Windows XP im Flat Design“ – es ist ein hartes Urteil, das Matias Duarte über die neuste Version von Microsofts Desktop-Betriebssystem fällt. Auf Twitter äußerte sich der Android-Chefdesigner mehrmals abfällig über Windows 10 und löste damit einen kleinen Shitstorm aus. 

Android-Chefdesigner Matias Duarte macht sich über Windows 10 lustig

Für viele langjährige Windows-Nutzer war Windows 10 ein Schritt in die richtige Richtung. Zu radikal, so die Kritik vieler, habe Microsoft mit Windows 8 die bekannte Benutzeroberfläche umgestaltet. Am härtesten wurde die Debatte um das Startmenü geführt, dessen Wegfall lautstark beweint und als Symptom dafür gewertet wurde, dass die Redmonder zu einseitig auf Tablet-Nutzer schielten. Mit Windows 10 reagierte der Konzern auf die Nutzerproteste, brachte das Startmenü zurück und machte aus Windows wieder ein Betriebssystem, das vornehmlich auf die Nutzung am Schreibtisch mit Maus und Tastatur ausgelegt ist.

Diese Rolle rückwärts allerdings, die bei eingefleischten Windows-Nutzern für Jubel gesorgt hat, schmeckt Matias Duarte ganz und gar nicht und so äußerte sich Duarte in einer Reihe von Tweets wenig schmeichelhaft über Windows 10: Als der Designer, der sich neben dem Android-Erscheinungsbild mittlerweile auch um die gesamte Material Design-Abteilung kümmert, ein Surface Pro 4 mitsamt Windows 10 in Betrieb nahm, habe er sich etwas „Spannendes“ erhofft – bekam zu seiner Enttäuschung aber lediglich „ein Windows XP im Flat Design“ serviert. Seine Kritik garnierte der 42-jährige mit dem Hashtag #FutureNot, was wohl bedeuten soll, dass Windows 10 in den Augen von Duarte alles andere als ein zukunftsweisendes System ist.

„Windows 10? Wohl eher Windows wie vor 10 Jahren“, stachelte Duarte die mittlerweile zahlreich anwesende Twitter-Meute weiter an. Dabei habe er an sich keine Probleme damit, wie Windows 10 aussehe, erläuterte er. Ihm gehe es viel mehr darum, wie sich das Betriebssystem bedienen lasse – eben exakt so, wie Windows XP. Er verstehe zwar, dass dieses klassische Bedienkonzept für viele ein Feature sei, er sehe das aber anders. Mehr noch: Duarte mochte immer den Weg, den Microsoft seinerzeit mit Windows 8 eingeschlagen habe. Dort habe der Konzern noch versucht, innovativ zu sein und „das Paradigma zu ändern“ – also die Art und Weise, wie mit dem OS interagiert wird.

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Ist die Kritik an Windows 10 gerechtfertigt?

Ob die Kritik von Duarte an Windows 10 gerechtfertigt ist? Der gebürtige Chilene gilt als einer der weltweit führenden Köpfe in Sachen Interface Design und hat nicht nur die in Android 5.0 eingeführte Designsprache Material Design entwickelt, sondern zeichnete sich unter anderem auch für WebOS verantwortlich, das seiner Zeit weit voraus war und von Android, iOS und Windows Phone wieder und wieder kopierte wurde.

Andererseits ist ein Betriebssystem für die Nutzer da – und eben nicht umgekehrt. Microsoft versuchte bei der Einführung von Windows 8 standhaft zu bleiben und die Nutzer zu überzeugen, dass der Startscreen eine bessere Alternative zum Startmenü darstellt. Das hat aber nie wirklich gefruchtet. Wenn der Wegfall eines Features von Millionen und Abermillionen beklagt wird und sich der Frust selbst mit der Zeit nicht legt, kann ein großer IT-Konzern nicht weiter auf stur schalten und beharrlich an den eigenen Vorstellungen festhalten.

Außer natürlich, man heißt Apple.

via: WinFuture

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Windows 10: Zuletzt verwendete Dateien ausblenden – Anleitung

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