Microsoft und das Metro äh… Modern UI

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Microsoft und viele andere Firmen sind nach der Veröffentlichung des ersten iPhones gewaltig unter Druck geraten. Die Karten wurden neu gemischt. Konzerne sprangen zu spät auf den Zug auf oder bezeichneten das, was Apple lostrat, nur als Hype, der vorbei gehen würde. Die Folgen: Marktverluste in Millionenhöhe, rote Zahlen und Imageverluste. Microsofts Antwort ist das „Modern UI“.

Microsoft und das Metro äh… Modern UI

Grundlegende Veränderungen der Handys mit Microsoft-Betriebssystem

Microsoft hatte schon vor dem iDevice ein Betriebssystem für Telefone namens Windows Mobile. Smartphone? Eher nicht sondern nur ein für kleine Bildschirme portiertes Windows, welches auch sehr an die Desktop Variante erinnert. Startknopf unten links, Menus, Ordnerstrukturen und ohne Stylus nicht wirklich bedienbar. Klare Sache. Etwas Neues musste her. Bedienbar mit Finger, intuitiv, modern.  Das „Modern UI“, damals noch „Metro Style“ genannt, hielt Einzug in die jetzt als Smartphones betitelten Telefone. Ein Appstore wurde auch adaptiert.

Was ist das „Modern UI“?

Das „Modern UI“ lässt sich auf den Smartphones in zwei Teile splitten. Einmal in eine Auflistung aller Apps, die installiert sind und dann in die Kachelseite, die eher mit einem Homescreen zu vergleichen ist.

Kacheln sind, wie es das Wort schon fast vermuten lässt, eckige Grafiken, die in quadratischer oder rechteckiger Form prsäentiert werden. Sie starten die dazugehörigen Apps und zeigen, sobald die App es unterstützt, Live-Informationen an wie Termine, Push-Nachrichten, Nachrichteninhalte etc.

Richtig anpassen lassen sie sich aber erst ab Windows Phone 8. Zwar konnte man schon immer die Farbe ändern, jedoch nicht die Größe. Je größer die Kachel, umso mehr Infos werden in dieser angezeigt. Auch die Reihenfolge der Kacheln und ob die Kachel einer App überhaupt angezeigt werden soll, kann man selbst entscheiden. Allgemein ist der Rest des User-Interfaces eher als minimalistische Typografie zu bezeichnen, bestehend aus Wörtern und schwarzen Hintergründen, die sich bei einem OLED-Display als energiesparend auswirken sollen. Außerdem ist das Betriebssystem weniger ressourcenhungrig. Smartphones mit Specs, die in die Höhe schießen, sind somit nicht nötig, zum Bedauern mancher, die sich damit brüsten wollen.

Mit Windows Phone 8 hat Microsoft den Kernel des Betriebssystems neu programmiert. Leider ist es daher Windows Phone Besitzern mit Version 7.5 nicht möglich, auf WP8 upzudaten. Es soll aber ein sogenanntes Feature Update geben, welches dann auch die Anpassungen der Kacheln in drei anstatt zwei Größen ermöglicht. Zudem ist davon auszugehen, dass Apps die nur für Windows Phone 8 programmiert wurden, auch nur auf diesem läuft.

Nichts geht mehr ohne Cloud

Auch in Sachen Cloud hat sich einiges getan, denn eine nahtlose Anbindung an Skydrive, dem Cloudservice von Microsoft, ist vorhanden. Skydrive ist jedoch viel transparenter als die iCloud, denn man kann per Browser auf alle Dateien zugreifen, die darauf abgelegt sind. Auch das Teilen der Dateien ist möglich, auch ohne dass sich der andere Part bei Skydrive anmelden muss. Skydrive ist übrigens ein Service, der sich im neuen Emailservice von Microsoft einbindet.

Outlook.com ist das Zauberwort. Der Email-, Kalender-, Kontakte- und Cloudservice von Microsoft, ehemals live.com, ist gestartet und hat auch den neuen Modern UI Stil bekommen. Zudem verspricht Microsoft, dass keine Emails zwecks gezielter Werbung gescannt werden, was eindeutig ein kleiner Seitenhieb an Google ist. Unter anderem lässt sich Facebook, inklusive Chat, integrieren und man hat somit eine kleine Kommunikations- und Organisationszentrale. Skydrive wird allerdings gescannt, um das Verteilen von illegalem bzw. rechtlich geschütztem Material zu verhindern. Die Deaktivierung des Accounts ist die Folge. Auch Office-Dokumente lassen sich Problemlos Online bearbeiten.

Und was ist mit diesem NFC?

NFC (Near Field Communication) ist ein Chip, der in immer mehr Smartphones Einzug hält. Es wird über eine Frequenz kommuniziert, die eine sehr geringe Reichweite hat. Das Device muss also auf etwas aufgelegt oder an etwas herangehalten werden. Das Abfangen der Daten ist somit sehr schwer. Türen öffnen oder Geräte schnell – zum Beispiel zum Abspielen von Musik – mit Boxen oder Headsets zu verbinden wird damit möglich. Warum ich das hier erwähne? Wallet, zu Deutsch: Geldbörse.

Microsoft integriert ab Windows Phone 8 die Möglichkeit NFC-Chips zu benutzen und hat auch gleich eine Wallet-App hinzugefügt. Der Clou an der Sache? Nicht nur das Nutzen von Gutscheinen und Kundenkarten, wie bei Apples Passbook, ist damit möglich, sondern auch das mobile Bezahlen á la Google-Wallet soll damit in Schwung kommen.

Angebote in der Nähe sind auffindbar, Schnittstellen für App-Programmierer stehen zur Verfügung. Groupon hat schon angekündigt die Microsoft Wallet-App nutzen zu wollen. Und da o2 in Deutschland gerade versucht die Steine, was das mobile Bezahlen angeht, ins Rollen zu bringen, ist es ein wichtiger Schritt in Richtung Zukunft.

Weitere Themen: AppKack der Woche: Die schlechtesten Mobile Games, Microsoft


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