Geleakte NSA-Tools bedrohen alte Windows-Rechner – aber keine Macs

Florian Matthey
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Wenn Behörden Hacking-Tools erstellen, birgt das immer auch das Risiko, dass Unbefugte diese verwenden. Eben das ist jetzt mit einer ganzen Reihe an Tools der NSA passiert. Betroffen sind aber nur ältere Windows-Versionen, Mac-Benutzer sind sicher.

Geleakte NSA-Tools bedrohen alte Windows-Rechner – aber keine Macs

Die Hacker-Gruppe The Shadow Bomb hat am Wochenende gleich ein ganzes Paket an Hacking-Tools veröffentlicht, die der amerikanische Auslandsgeheimdienst NSA verwendete, um Personen zu überwachen und über das Internet Daten aus mit dem Internet verbundenen Geräten auszulesen. Die Verwendung dieser Tools ist ausgesprochen simpel: Auch Personen ohne wirkliche Hacker-Kenntnisse, also so genannte „Script Kiddies“ können mit den Tools, zu denen ein Framework mit zahlreichen Funktionen namens „Fuzzbunch“ gehört, die Kontrolle über fremde Windows-Rechner übernehmen oder Daten auslesen. Gefährlich ist das Ganze auch für Rechner wie Mail-Server, auf denen Daten Dritter gespeichert sind.

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Surface Book vs. Macbook

Nachdem ein Hacker, der früher beim US-Verteidigungsministerium beschäftigt war, den „Tool-Leak“ als den „schlimmsten Vorfall seit Snowden“ bezeichnete, gibt es mittlerweile aber eine Entwarnung: Microsoft vermeldet, dass die meisten der Schwachstellen, die Fuzzbunch und die anderen geleakten Tools ausnutzen, bereits geschlossen seien – immerhin stammen die Tools auch aus dem Jahr 2013. Und auch die drei verbleibenden Exploits namens „Englishmandentist“, „Esteemaudit“ und „Explodingcan“ beträfen nur Windows-Versionen, die Microsoft nicht mehr unterstützt – die also älter als Windows 7 sind. Wer noch diese älteren Systeme wie Windows Vista oder gar Windows XP verwende, solle auf ein aktuelleres System updaten.

Der Vorfall zeigt wieder einmal, wie wichtig es ist, aktuelle Betriebssystem-Versionen zu verwenden. Hier hat der Microsoft-Konkurrent Apple einen großen Vorteil: Einerseits sind Macs ohnehin seltener das Ziel von Hackern als Windows-PCs. Hinzu kommt aber auch, dass der Anteil der Benutzer, die das jeweils aktuellste Betriebssystem verwenden deutlich höher ist als bei PC-Benutzern. Bei iPhone- und Android-Benutzern besteht ebenso eine Diskrepanz.

Quelle: Motherboard (1), Motherboard (2) via AppleInsider

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