WordPress umziehen - neuer Server, neue Domain

Marco Kratzenberg

Wenn ihr mit WordPress umziehen wollt, müsst ihr einige Dinge beachten. Beim Umzug von einem Server auf den anderen ist es noch relativ leicht. Schwerer wird es, wenn ihr eine WordPress-Seite zu einer anderen Domain umziehen wollt. Hier unsere Tipps...

Natürlich kann man mit WordPress umziehen – auch wenn das etwas komplizierter ist, als mit statischen HTML-Seiten. Schließlich befinden sich die Inhalte der Webseite in einer Datenbank, während die Bilddateien und installierten Plugins auf dem Server liegen. Man unterscheidet beim WordPress-Umzug zwischen zwei Zielen und zwei Umzugsarten. In jedem Fall benötigt ihr einen FTP-Zugang zum Server und am besten auch einen Zugriff auf die Datenbanken. Außerdem wird etwas Erfahrung mit WordPress und – im Falle umfangreicher Seiten – auch mit grundlegenden MySQL-Befehlen vorausgesetzt. Wenn man die Seite ursprünglich von jemandem eingerichtet bekam und nun umziehen will, dann sollte man sich „an jemanden wenden, der sich damit auskennt“.

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CMS Tutorial

WordPress auf einen anderen Server umziehen – Domainname bleibt gleich

Wenn davon die Rede ist, WordPress auf einen anderen Server umzuziehen, dann ist damit ein Szenario gemeint, bei dem sich der Webspace verändert, aber der Domainname gleich bleibt. Im Grund wird also auch die Domain umgezogen. Hier besteht der Umzug aus mehreren Schritten:

  1. Alle WordPress-Daten sichern. Zuerst solltet ihr ein WordPress-Backup anlegen.
  2. Domain umziehen und neue Datenbank anlegen.
  3. WordPress neu installieren.
  4. Gesicherte WordPress-Daten hochladen und einspielen.

Diese Reihenfolge ist wichtig, damit ihr unter der korrekten Domainbezeichnung Zugriff auf das WordPress-Backend bekommt. Da in diesem Fall der Domainname gleicht bleibt, sind keine Eingriffe in die Datenbankstruktur nötig. Alle Pfade bleiben gleich – vorausgesetzt, ihr kopiert die gesicherten Daten des Servers 1:1 auf den neuen Server.

Tipp: Warteseite einrichten

Da die leere Domain ja schon erreichbar ist, solltet ihr sofort nach der WordPress-Einrichtung ein „Baustellen Plugin“ wie WP Maintenance Mode einrichten. Dann landen die Besucher nicht auf einer rohen Seite ohne Inhalte und können gleich über den Umzug informiert werden.

WordPress manuell auf einen anderen Server umziehen

WordPress manuell umziehen bedeutet hier, dass ihr keine speziellen Plugins dafür einsetzt. Generell ist es im Backend möglich, die Inhalte der Seite zu exportieren:

  • Geht im Backend zu Werkzeuge und wählt dort Daten exportieren.
  • Im entsprechenden Fenster setzt ihr eine Markierung bei Alle Inhalte und klickt auf Export-Datei herunterladen.

wordpress-umziehen-manuell

Was ihr dann bekommt, ist eine XML-Datei, die später in der neuen WordPress-Installation auf ähnlichem Wege wieder einspielt wird. Sie enthält die Inhalte der Seiten und Beiträge, die Kommentare, Kategorien und Tags sowie die korrekten Pfade der Grafiken und Plugins.

Allerdings fehlen alle Plugins, Grafiken, Uploads, Videos und andere Dateien. Auch das „Theme“, also das Seitendesign-Template, wird dabei nicht gesichert.

Diese Daten müsst ihr allesamt manuell, per FTP auf eurem Computer sichern und vor dem Import der gesicherten XML-Daten wieder auf den Webspace kopieren. Die Plugins müssen auch neu installiert und eingerichtet werden.

WordPress besser automatisch umziehen!

Die zahlreichen Nachteile dieser Methode dürften klargeworden sein. Es werden nur grundlegende Texte gesichert und alle wirklich wichtigen Daten, Plugins, Bilder und Einstellungen fehlen und müssen teilweise ganz neu eingerichtet werden. Das ist insbesondere dann ärgerlich, wenn sich die Plugins eigene Datenbankfelder eingerichtet haben, die nun nicht übernommen werden. Plötzlich fehlen Menüs, Designänderungen oder Kontaktformulare – gar nicht zu reden von kompletten Shops.

WordPress mit Plugin auf einen anderen Server umziehen

Warum manuell, wenn es perfekt automatisch geht? Das Duplicator – WordPress Migration Plugin erledigt wirklich alle Schritte, mit denen ihr WordPress umziehen und sofort in Betrieb nehmen könnt.

Duplicator wird auf dem Quell-System installiert. Danach „legt man ein neues Paket an“. Am Ende könnt ihr eine relativ große ZIP-Datei sowie einen sogenannten „Installer“ downloaden. Bei letzterem handelt es sich um eine PHP-Datei namens installer.php. Sie ist speziell auf diese Installation und diese ZIP-Datei zugeschnitten.

  • Beides zusammen wird per FTP auf den neuen Server kopiert. Legt sie in dem FTP-Ordner mit demselben Namen ab, den der Ordner auch bei der ersten Installation hatte.
  • Dann ruft ihr den Installer auf. Die ZIP-Datei wird überprüft.
  • Jetzt habt ihr Gelegenheit, die neuen Datenbank-Parameter sowie das Standard-Charset (UTF8) einzustellen.
  • Anschließend werden alle relevanten Daten auf den Server und in die Datenbank kopiert. Danach ist der WordPress-Umzug abgeschlossen und ihr könnt die Seite so nutzen, wie auf dem Quell-Server.
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WordPress umziehen – auf eine neue Domain

Mit einem WordPress-Webauftritt gleich auf einen neuen Domainnamen umzuziehen, ist in diesem Szenario die maximale Herausforderung! Das Problem dabei ist, dass alle Pfadangaben innerhalb der Datenbank sich auf die Ursprungsdomain beziehen. Das betrifft einerseits beispielsweise die Bilderpfade, aber andererseits auch Serverpfade, die auf Plugins verweisen. Ihr müsst also einerseits beim Umzug Pfade wie

/homepages/25/d12345678/htdocs/alterdomainname.de/wp-snapshots/tmp

berücksichtigen und andererseits alle Domainbezeichnungen von www.alterdomainname.de auf www.neuerdomainname.de ändern. Ansonsten werden die Daten zwar in die Datenbank eingefügt, aber da die Pfade nicht stimmen, findet WordPress seine Daten nicht.

Jetzt müsst ihr aktiv werden! Voraussetzung ist allerdings, dass ihr in der Lage seid, mit phpMyAdmin eure Datenbank auf dem Quellserver selbst zu sichern und sie am Zielort selbst wieder zu installieren. Dann müsst ihr ein paar Zeilen Code in die Dateien wp-config.php sowie in die Datei functions.php eures Templates einfügen.

Alternativ könnt ihr allerdings auch ein Plugin benutzen. Mit All-in-One WP Migration habt ihr die Möglichkeit, während der Sicherung der Daten gleich auch Domainnamen oder andere Bezeichnungen zu ändern.

So könnt ihr die WordPress-Daten manuell umziehen:

In die wp-config.php schreibt ihr die Zeilen

define('WP_HOME','http://neuedomain.de');
define('WP_SITEURL','http://neuedomain.de');

Ersetzt neuedomain.de durch euren neuen Domainnamen. Zusätzlich müsst ihr dort noch die neuen Angaben für die Datenbanktabellen eintragen. Also den Datenbanknamen, den Benutzernamen, das Passwort und die Hostadresse.

Anschließend sucht ihr die Datei functions.php im Verzeichnis eures Design-Themes und tragt dort ganz am Anfang (direkt hinter < ?php) folgende Zeilen ein:

update_option ( 'siteurl', 'http://neuedomain.de' );
update_option ( 'home', 'http://neuedomain.de' );

Auch hier müsst ihr natürlich euren eigenen Domainnamen eintragen. Danach öffnet ihr das Administrationsbackend und nehmt gegebenenfalls noch Feineinstellungen vor.

Jetzt löscht ihr die Zeilen in functions.php wieder, weil ansonsten bei jedem Aufruf ein Update angestoßen würde. Erst wenn das alles funktioniert, reaktiviert ihr die ebenfalls auf den Server kopierten Plugins wieder Stück für Stück.

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