Zattoo TV: TV-Stream App im Test

Philipp Süßmann
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Live-Fernsehen auf dem Smartphone oder Tablet, völlig unkompliziert übers Netz, das ist schon eine feine Sache. Die allererste Adresse für diese Zwecke ist der Schweizer Livestream-Service Zattoo TV, der seit Frühjahr 2012 als Android-App verfügbar ist. Im Test haben wir Zattoos Android-App nochmal darauf überprüft, ob sie auch das Fernsehvergnügen alltagstauglich aufs Smartphone zaubert.

Zattoo TV: TV-Stream App im Test

Der Sommer war durchaus erfolgreich für und das ist natürlich dem Sport zu verdanken: Während der EM wurde fleißig gestreamt und 1,1 Millionen aktive Nutzer sowie 330.000 Neuregistrierungen machten den Juni 2012 zum erfolgreichsten Monat seit der Zattoo-Gründung. Auch auf Android-Phones und Tablets werden sicher einige zugeschaut haben, denn seit Februar 2012 steht Zattoo endlich auch für Android in Form einer App bereit.

Für deutsche Nutzer gibt es bei all dem fröhlichen Streaming leider den kleinen Dämpfer, dass hierzulande nur öffentlich-rechtliche Sender und kleinere private Spartenkanäle (N24, DMAX, DAS VIERTE, Sport1) dem Zattoo-User zur Verfügung stehen; RTL, Pro7, Sat1, RTL2, Kabel1 oder Vox sucht man vergebens. Das hat lizenzrechtliche Gründe, die Sender wollen dem Service für Deutschland kein Nutzungsrecht einräumen – ist halt immer alles etwas komplizierter bei uns. Laut meinen Informationen funktioniert Zattoo in der Schweiz auch mit deutschen Privatfernsehen, aber wir wollen uns in diesem Test mehr auf die Funktionalität der App an sich konzentrieren. Deswegen soll uns das, was man als unbedarfter, eingelogger User, Location Berlin Mitte, von Zattoo TV so vorgesetzt bekommt, reichen. Dementsprechend sieht meine Liste nach Start der App folgendermaßen aus:

Größtenteils also die wunderbare Welt des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, der ja aber auch so seine Reize hat: So habe ich im Zuge dieses Tests herausgefunden, dass auf ZDFneo anscheinend nachmittags alte Folgen von Raumschiff Enterprise laufen – muss ich mir glatt mal merken. In der horizontalen Lage baut die App aus nachaktualisierten Live-Bildern eine Preview-Kachelwand, wobei ich persönlich die vertikale Listenansicht um Einiges übersichtlicher finde.

Zur vollständigen Senderliste kommt man, nachdem man sich bei Zattoo TV registriert hat, dazu reicht eine gültige E-Mailadresse plus Passwort. Zattoo TV bietet neben dem kostenlosen regulären Service auch eine Abo-Variante, die ohne Werbung und mit einer höheren Auflösung (576×528 Pixel) lockt. Abo-Angebote existieren in Staffelungen, will man Zattoo HiQ für 1 ganzes Jahr, kostet das 44,99 Euro, einen Monat gibt’s für 4,99 Euro. Man kann aber auch nur einen Tag upgraden – das kostet dann 1,59 Euro. Die Menge an Werbung, die Zattoo TV in der kostenfreien Variante anbietet, ist aber fair und besteht lediglich aus gelegentlichen kurzen Spots beim Senderwechsel.

Im Aufbau ist die Android-App von Zattoo TV betont simpel und das kann man gut, aber auch ausbaufähig finden: Bin ich einmal in der Senderliste, genügt ein Druck auf den gewählten Sender, schon wird der Live-Stream gestartet. Keine Möglichkeit, die Kanal-Liste individuell anzuordnen oder anderweitig zu editieren, Favoriten kann man auch keine auswählen – wäre ja vielleicht schon ganz praktisch.

Aber gut, hat man einen Stream gestartet, ging das im W-Lan flott über die Bühne, gelegentliche Hakler kommen bei manchen Sendern aber vor. Auch ist die Bildqualität in der kostenfreien Variante alles andere als berauschend, auf einem 10-Zoll Tablet (im Testfall hier ein ASUS Transformer Prime mit Android 4.0) sieht das schon teilweise richtig übel pixelig aus – je kleiner aber natürlich das Display, umso weniger schwer fällt das ins Gewicht.

Aber klar, wer hier von der Bildqualität begeistert sein möchte, braucht entweder ein HD-Abo oder realistischere Erwartungen. Ein wenig pixelig ist die ganze Angelegenheit also schon, bei halbwegs gutem Empfang kann man aber schon schmerzfrei fernsehen. Ist man mit mobilem Internet unterwegs, wird die ganze Gelegenheit natürlich etwas diffiziler, auch wenn im Test der Zugang über 3G auch gut und flott funktioniert hat. Ein ständiger Einsatz dürfte aber auch das Datenvolumen der Netz-Tarife gut schlauchen, am ehesten empfiehlt sich Zattoo TV dann doch als Einsatz im WLAN-Betrieb.

Insgesamt macht der Android-Auftritt von Zattoo TV schon eine gute Figur. Die Bedienung ist klar und simpel, der Zugang zu den Streams ging bei den meisten Versuchen schnell und stabil über die Bühne und um einfach mal schnell ins aktuelle (öffentlich-rechtliche) Fernsehen rein zuschauen, ist die App bestens geeignet. Sowohl auf dem Tablet, als auch auf einem Mittelklasse-Smartphone (HTC One V) lief Zattoo im Test stabil und flüssig.

Allerdings wären ein paar Extrafunktionen in der App, wie die oben angesprochenen Favoriten-Listen schon wünschenswert. Wer Zattoo TV als tatsächlichen Fernsehersatz nutzen möchte, sollte auch eventuell darüber nachdenken, ein Abo-Upgrade durchzuführen, es sei denn, man sich nicht an der niedrigen Bildauflösung. Und natürlich bleibt der Wermutstropfen der fehlenden Privatsender, zumindest für User in Deutschland. Ein Grund, den Fernseher dann doch noch nicht auf den Sperrmüll zu stellen. Oder vielleicht gerade doch?

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