Gamerset im Test - Roccat Tastatur Isku und Maus Kone im perfekten Zusammenspiel

Leserbeitrag

Moderne PC-Games lassen sich ja häufig am besten mit sehr speziellen Gadgets bedienen, kommt man jedoch in den Pro-Gamer-Bereich finden sich nur noch sehr wenige Kinects, Motion Sensors oder Singstar-Plastikmikrofone. Genau dieser Profession von Präzision scheint die Kombination aus Isku-Tastatur und der Gamermaus Kone+ von Roccat gewidmet zu sein, die über ein gemeinsames Protokoll sogar untereinander interagieren, aber natürlich auch einzeln erworben werden können.

Gamerset im Test - Roccat Tastatur Isku und Maus Kone im perfekten Zusammenspiel

Für zusammen etwas mehr als 150 Euro (Kone+-Maus 71,90, Isku Keyboard 79,90) bekommt man von Roccat ein Gamerset der Extraklasse, von dem man gar nicht weiß,

wo man mit der Beschreibung der außerordentlich umfangreichen Features anfangen soll. Bevor ich auf die Software und die damit einhergehende Interaktion der Geräte über das Roccat Talk Protokoll eingehe, fangen wir vielleicht erstmal mit der Hardware an.

Roccat Kone+ Max Customization Mouse:
Im Gegensatz zum Vorgängermodell Kave setzt Roccat bei der Kone+ noch einen drauf und stattet den USB-Nager mit einem 6000dpi-Abtaster aus, der damit fast doppelt so hoch auflöst (3200dpi@Kave), also doppelt so empfindlich ist und doppelt so viele Mauskilometer bei derselben Bewegung zurücklegen kann. Mit der TDCU-Einheit kann der Laser außerdem bei jedem Wechsel des Untergrunds neu kalibriert werden, was auch bei meinem grau-in-grau-Schreibtisch gut geklappt hat; auf einem amtlichen Mauspad natürlich sowieso.
Dafür, dass die Maus relativ groß ist, ist sie weder besonders schwer noch besonders unhandlich, was sicher dem Kunststoffgehäuse geschuldet ist. Im Gegenteil, Roccats Kone+ liegt satt in der Hand, und das wohl auch bei Linkshändern. Außerdem bietet sie mehrere, frei konfigurierbare Zusatztasten, die Profis an herkömmlichen Zeigegeräten wohl vermissen würden.

Der zweite “Clou” der Kone+-Maus ist das Gewichtsausgleichssystem. Mit vier kleinen 5g-Gewichten kann der empfindsame Gamer das, was seine Hand leisten muss und sein Gehirn erwartet, in Einklang bringen. Hiermit, aber auch mit einigen Schiebereglern in den Treibereinstellungen lässt sich auch noch das letzte bisschen Exaktheit für diese

Auge-Hand-Koordination herausquetschen.
Zu diesen Einstellungen gehören unter anderem die Funktionen zur Sensitivitätsregelung je Achse, die “ProAim-Kontrolle” zum kurzfristigen Herabsetzen der Auflösung für eine “ruhigere Hand” und andere “Sensivity Options”. Wie gesagt, insgesamt sind es einfach zu viele Funktionen und Anpassungsmöglichkeiten, um sie hier allesamt einzeln vorstellen zu können. An den Bildern von der grafischen Oberfläche (s. Fotostrecke) lässt sich die gesamte Vielfalt der Möglichkeiten aber schon ganz gut ablesen, denn immerhin stehen vier Tabs mit diversen Unter-Settings für fünf Profile zur Anpassung zur Verfügung.

Der dritte, herausragende Punkt betrifft die farbigen LEDs in den vier Ecken der Maus. Per Software kann man die jeweiligen Farben dieser LEDs aber nicht nur festlegen, nein man kann sogar den Farbwechsel programmieren oder aus vorgefertigten Abläufen auswählen, ob beispielsweise eher die menschliche Atmung oder ein schlagendes Herz nachgeahmt werden soll. Mag sein, dass der Ein oder Andere das sinnvoll einsetzen kann, mir war das auf die Dauer aber zu viel Geflacker, so dass ich einen ruhigeren Modus bevorzugt habe. Die coole geschwungene Form, in der sich die Farbübergänge durch die geschickte Anordnung der LEDs präsentieren, weiß aber zu gefallen.

Roccat Isku Illuminated Gamerkeyboard:
Mit der Kone+-Maus gemeinsam hat das Isku-Keyboard nicht nur die Roccat-Talk Technologie, sondern auch das gänzlich aus Plastik gefertigte Gehäuse und die Makrofunktionalitäten, sowie die Möglichkeiten zur Profilspeicherung. In je fünf Speicher-Slots pro Maus und Tastatur können jeweils mehrere Profile hinterlegt werden, was unter Umständen verwirrend sein kann. Sinnvollerweise legt man sich dann natürlich erst mal nur ein Profil pro Speicherslot an (Egoshooter, Win-Media, MMORPG, Rennspiel, etc. etc.), was den meisten Usern auch reichen dürfte.

Das interessante Detail dabei ist die Tatsache, dass beide Gadgets einen eigenen kleinen Speicher eingebaut haben (64KB), in dem diese Profile gestored werden. Bei Treiberneuinstallationen oder Systemwechseln kann man dann also trotzdem recht schnell und einfach seine Profileinstellungen wieder herstellen und binnen kürzester Zeit in gewohnter Manier weiter-(arbeiten, zocken, eSport treiben… ;-).

Entgegen meiner Erwartungen sind die 20 zusätzlich als Makro konfigurierbaren Tasten auf der linken Seite im WASD-Feld aber doch nicht deutlich heller beleuchtet, als die restlichen, allesamt mit einer kleinen, in fünf Stufen regelbaren LED unterlegten Standard-Tasten. Das wurde wohl nur auf der Verpackung so dargestellt, um diese speziellen Makrotasten heraus zu streichen. Prinzipiell finde ich dieses Beleuchtungs-Feature sowieso sehr gut, eben weil ich mich im Halbdunklen sonst immer verschreibslele….
Hauptsächlich bieten sich jedoch die Tasten M1-M5 sowie die drei Daumentasten zur freien (Doppel-)Belegung mit Makros an, aber sogar die mit “play, pause, ffwd”, etc.-Zeichen versehenen Multimedia-keys kann man seinen persönlichen Vorlieben anpassen, wenngleich dabei natürlich der Sinn der Beschriftung hinten rüber fällt. In welchem Profil man sich gerade befindet wird zusätzlich mit einer entsprechenden LED angezeigt, ein Wechsel des Profils quittiert die Software lustigerweise mit einem sonoren “Profile changed” aus den Lautsprechern. Man kann sich von dem Mann mit der supercoolen Bassstimme auch noch ein paar andere Bekundungen anhören, je nachdem wie gesprächig man den so einstellt.

Vom Handling her fällt auf, dass die ausladende Handballenauflage sehr fest mit dem Tastatur-Teil verbunden wurde, ja, es handelt sich wohl sogar um ein Gehäuse aus einem Guss, keine Verschraubung ist zu sehen und nichts klappert oder macht den Eindruck, hier könne sich etwas lösen. Eine löbliche Form der Ausgestaltung, wie ich

finde.
Die angeblich stufenlose Höhenverstellung der hinteren Füßchen fällt dagegen eher mau aus, hier verwendet Roccat einfach ausklappende Standbeine.

Das wirkliche Glanzstück im Design der Roccat Isku-Tastatur spürt man aber eh erst, wenn die ersten Texte geschrieben oder die ersten Shooter gezockt sind: den Tasten-Hub und -anschlag!
So eindeutige Druckpunkte bei so kurzem Tastenhub hab ich -afair- zuletzt an einer Cherry-Tastatur vor 20 Jahren gefühlt, nur dass die bei jedem Tastendruck so einen Krach gemacht hat damals, die Roccat heute aber ganz leise ist. Die angesprochenen Daumentasten sind allerdings etwas zu leicht versehentlich auslösbar, können bei Bedarf aber auch abgeschaltet werden.

In seiner Werbung konzentriert sich Roccat nachvollziehbarer Weise dennoch eher auf die ganzen Makro-Features und einige Software- und Hardware-Besonderheiten, wie beispielsweise die Daumentasten, denn einen “guten Druckpunkt und prima Handling” bewirbt ja eh jeder Hersteller, ein Vorteil in dieser Beziehung kann sich also nur per Mundpropaganda verbreiten.

Der absolute Clou und das Neueste vom Neuesten – jedenfalls wenn man der Werbung glaubt – ist jedoch das…

Roccat Talk-Protokoll:
Mit dem Talk-Protokoll stellt Roccat dem Spieler ein zusätzliches Feature zur Verfügung, das bisher aber noch ein wenig an “Spielerei” erinnert. Sicher, man kann Geräte-übergreifende Makros aktivieren und deaktivieren und darüber hinaus – bei bestimmten Spielen – den Status der Spielfigur mit den Farben der Maus-LEDs harmonisieren. Bei schlechter Konstitution der Spielfigur oder bei Treffern auf den Avatar-Körper zeigt die Maus dieses mit intuitivem rot an. Geht es dem virtuellen Stellvertreter jedoch gut, hält sich die Maus eher im grünen Farbbereich auf, heftiges Atmen nach einem anstrengendem Kampf löst dagegen pulsierendes LED-Licht von hell nach dunkel aus, und so weiter.

Mit dem Funktionsumfang des Talk-Protokolls ist Roccat aber scheinbar selbst noch nicht ganz zufrieden und ruft daher dazu auf, an der Weiterentwicklung dieses Features mit zu arbeiten. Vor allem in der Zusammenarbeit von Kone+-Maus und Isku-Tastatur kann man sich noch einige sinnvolle Erweiterungen vorstellen, die in der nächsten Zeit vermutlich auch kommen werden. Auf der letzten Gamescom konnte unser Kollege Shu sich die Kone-Isku-Kombination bereits einmal vorführen lassen; in seinem Video kommen eigentlich auch alle wichtigen Punkte zur Sprache, so dass man sich einen Eindruck davon machen kann. Wie sich Roccat das mit der Weiterentwicklung des Protokolls vorstellt kann man sich darin ebenfalls erläutern lassen.

Fazit:
Roccat Isku Tastatur und Kone+-Maus können mehr als ich! Um die Vorteile solch exakten und feature-reichen Zeigegeräts auch nur ansatzweise ausnutzen zu können, dafür bin ich gar nicht gut genug als Gamer, auch wenn ich es ehrlich versucht habe. Weder irgendwelche Dämpfungen im Strafe-Modus noch das Herabsetzen der DPI-Zahl (Auflösung) oder sonstige Anpassungen haben meine Leistungen in Unreal Tournament sonderlich verbessert; ich kann es einfach nicht. Auch eine Maus mit 12 Tasten plus zweiter Ebene muss man erst mal bedienen können, ohne sich laufend zu verklicken. Der Tastenanschlag, die Beleuchtung und die allgemeine Haptik der Tastatur sucht dagegen Seinesgleichen.

Für den alltäglichen Hausgebrauch ist zumindest die Kone+-Maus also nicht so sehr zu empfehlen – übrigens auch wegen der recht lauten Klickgeräusche. Pro-Gamer wiederum dürften die Vielfalt begrüßen, die sich auch aus der freien Zuteilung der Makros speist, Otto-Normal-User (ONU) aber auch schnell mal überfordern kann. Zu Verwirrung und Fehlern kann vor allem die umfangreiche Profilverwaltung führen, die auch noch für

jedes Gerät einzeln eingerichtet werden muss. wobei die zahlreichen, vorgefertigten Makros nur bedingt helfen, den Überblick zu behalten. Gerade die Makrofunktionen, die man ja auch außerhalb der Gamerwelt gut gebrauchen kann, habe ich allerdings sehr genossen, um Arbeitsroutinen zusammen zu fassen oder Programmaufrufe ohne großes Geklicke durch zu führen. Dennoch wäre eine Harmonisierung der Profile über das Talk-Protokoll wohl eins der lohnenden Projekte für die Entwicklungsabteilung.

Diese Roccat-Kombination hat auf jeden Fall das Zeug dazu, die Spreu vom Weizen – den ONU vom Profi – zu trennen. Und genau das ist es ja, was Spitzensport ausmacht, oder?

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