Apple Quartalszahlen 4-2011: iPhone und iPad überragend, Mac bleibt stark

Flavio Trillo
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Wer in den vergangenen drei Monaten nicht unter einem Stein verbracht hat, dem wird aufgefallen sein, dass iPad und iPhone auf gesteigertes Interesse unter den Konsumenten gestoßen sind. Diese Tendenz spiegelt sich auch in den Ergebnissen für das vierte Quartal des Finanzjahres 2011 wider, die Apple heute Abend bekannt gab.

Dass das Unternehmen erneut Rekordzahlen vermelden würde, daran bestand schon fast kein Zweifel mehr. Wie üblich fielen die eigenen Prognosen, die Apple im vergangenen Quartal für die Monate Juli, August und September anstellte, äußerst konservativ aus. So versetzt man sich stets in die Lage, Erwartungen zu übertreffen. Allerdings blieb der Konzern in diesem Vierteljahr zum Teil hinter den Schätzungen der Analysten zurück.

25 Milliarden US-Dollar – Einnahmen in dieser Höhe traute der Hersteller sich im vorigen Quartal für das nun beendete zu. Geworden sind es 28,3 Milliarden, was einem Plus von 39 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Beobachter waren derweil von Werten zwischen 29 und 33 Milliarden US-Dollar ausgegangen.

Auch die Gewinne haben sich positiv entwickelt: Mit 6,62 Milliarden US-Dollar liegt der Wert 53,7 Prozent über dem Betrag aus dem vierten Quartal 2010. Erwartungsgemäß rutschte die Brutto-Marge gegenüber dem vorigen Quartal etwas ab und liegt nun bei 40,3 Prozent, 1,4 Prozentpunkte niedriger. Gleichzeitig liegt dieser Wert 3,4 Punkte, oder 9,21 Prozent über dem Vorjahresquartal.

Macs bleiben stark – trotz Kannibalisierung

Nun zu Handfestem: Mac-Computer, feststehend oder mobil. Insgesamt konnte Apple in diesem Quartal knapp 4,9 Millionen Macs verkaufen und blieb damit ungefähr im Rahmen der Vorhersagen der Analysten von 4,7 Millionen. Davon etwas über 3,6 Millionen MacBook Pro und MacBook Air sowie fast 1,3 Millionen Desktop-Computer. Das ergibt einen Zuwachs in Höhe von etwa 26 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal.

Damit lag Apple wieder einmal weit vor der übrigen PC-Branche, die laut IDC ein etwa sechsmal geringeres Wachstum im gleichen Zeitraum verzeichnete. Die Gründe hierfür seien CFO Peter Oppenheimer zufolge beim nach wie vor starken MacBook Air sowie dem MacBook Pro zu suchen. Auch Mac OS X Lion konnte sich behaupten: 6 Millionen Downloads meldet Apple im vergangenen Quartal.

Zur angeblichen Kannibalisierung des PC-Marktes durch die Tablet-Computer äußerte sich Tim Cook. Er gibt zu, dass es “durchaus Kunden gibt, die sich ein iPad statt eines Macs kaufen”. Allerdings sei die Zahl derer, die sich ein iPad statt eines Windows-basierten Computers zulegen, deutlich höher, so der CEO.

Der Markt in der Region Asien/Pazifik wurde besonders hervorgehoben: Gegenüber dem Vorjahr konnte man hier 61 Prozent Zuwachs verzeichnen.

Tragbar und Käuflich: iPhone, iPad, iPod

Das iPhone ist noch immer das stärkste iOS-Produkt. 17,1 Millionen Geräte verkaufte der Hersteller im vierten Quartal 2011, was einem Plus von 21,1 Prozent entspricht. Experten sahen für dieses Quartal jedoch zwischen 20 und 23 Millionen Verkäufe voraus. Peter Oppenheimer zeigt sich dennoch zufrieden und räumt ein, dass man sogar mit noch weniger Verkäufen gerechnet hatte. Allein wegen der enormen Dichte an Gerüchten über das nachfolgende iPhone-Modell, die seit der Worldwide Developers Conference (WWDC) im vergangenen Juni.

Das iPad ist davon hingegen ebenso unbeeindruckt wie von den diversen Konkurrenz-Produkten, die in den vergangenen drei Monaten auf dem Markt erschienen. 11,12 Millionen Mal verkaufte Apple seinen Tablet-Computer. Damit liegt dieses Quartal stolze 165,47 Prozent über dem des Vorjahres und hält sich brav an die Prognosen einiger Beobachter, während andere eher mit 13 Millionen gerechnet hatten. “Keiner unser Konkurrenten konnte Fuß fassen”, erläutert CEO Tim Cook. “Wir sind sehr zuversichtlich, dass wir auch weiterhin stark im Wettbewerb bleiben”.

Über die iPods wurde an diesem Abend nur wenig gesprochen. Zwar konnte Apple immerhin 6,6 Millionen Geräte verkaufen, blieb damit aber fast 27 Prozent hinter dem vierten Quartal 2010 und eine gute Million hinter den Erwartungen der Analysten zurück. Es bleibt also bei einem Abwärts-Trend, auch wenn Peter Oppenheimer sich beeilt anzumerken, dass der iPod immer noch 70 Prozent des Marktes für sich beansprucht.

Für weitere Informationen zu den Quartals-Ergebnissen bezüglich der iOS-Geräte weisen wir auf den iPhone-, iPad- und iPod-Bereich hin unter giga.de/benm.

Rückblick

Für das gesamte zurückliegende Finanzjahr 2011 konnte Apple heute Abend ein paar beeindruckende Zahlen präsentieren. Umsätze konnten von 65 Milliarden US-Dollar um 66 Prozent auf mehr als 108 Milliarden US-Dollar gesteigert werden. Zum Vergleich: Das entspricht in etwa dem Bruttoinlandsprodukt von Kasachstan. Insgesamt verkaufte der Hersteller über 72 Millionen iPhones, 32 Millionen iPads und fast 17 Millionen Mac-Computer.

Ausblick

Die Aussichten für das nächste Quartal sehen einigermaßen optimistisch aus. Von 26,74 Milliarden US-Dollar im ersten Quartal dieses Jahres glaubt Apple, auf 37 Milliarden US-Dollar im kommenden Quartal klettern zu können. Zwar stellt dies nur einen Zuwachs von knapp 38 Prozent dar, während der Vergleich zwischen Q1 2011 und Q1 2010 stolze 70,5 Prozent Wachstum ergab. Doch muss man bedenken, dass im vergangenen Jahr das iPad und das iPhone 4 vorgestellt wurden, die gemeinsam für erstaunliche Verkaufszahlen sorgten.

Aufgrund neuer Preisstruktur bei den neuen iPhones und iPods sowie einem starken Dollarkurs rechnet Peter Oppenheimer mit einer Brutto-Marge von 40 Prozent im kommenden Quartal.

Weitere Themen: iPhone, iPad

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