Apple-Quartalszahlen Q1/11 in der Analyse

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Als Weihnachtsgeschenke sind Apples Produkte besonders beliebt: Ein Umstand, der sich vor allem in Apples Wirtschaftsergebnissen für die Weihnachtsquartale niederschlägt. Auch 2010 ist keine Ausnahme und bescherte dem kalifornischen Unternehmen in den letzten drei Monaten des Jahres einen Gewinn von 6 Milliarden und einem Umsatz von 26,74 Milliarden US-Dollar. Damit ist dieses Geschäftsquartal das wirtschaftlich erfolgreichste in der Unternehmensgeschichte.

Apples iOS-Sparte

Dieser Erfolg ist vornehmlich durch gute Verkaufszahlen in Apples Mobilsparte geprägt. So konnte das Unternehmen vom iPhone 4, das im Juni vorgestellt wurde, 16,24 Millionen Einheiten absetzen; im Vorjahresquartal waren es beim Vorgänger-iPhone mit 8,7 Millionen nur gut die Hälfte. Die Erwartungen auf dem Börsenparkett lagen bei rund 16 Millionen verkaufter iPhones, für das Jahr 2011 rechnen Analysten sogar mit bis zu 60, vereinzelt gar 100 Millionen Geräten, die weltweit Verbreitung finden sollen.

Nicht ganz so erfolgreich war Cupertino beim Absatz der iPod-Musikspieler. Zwar hatten diese am ersten September noch rechtzeitig für das Weihnachtsgeschäft eine Überarbeitung erfahren, doch lag die Zahl verkaufter Geräte mit 19,45 Millionen unter dem Ergebnis des Vorjahresquartals (21 Millionen) und auch im Vorfeld waren die Erwartungen gedämpft: 17 bis 19 Millionen verkaufter Geräte prognostizierten die Analysten. Ein Trend, der sich bereits seit 2009 fortsetzt und auf eine Veränderung der Nachfrage zurückzuführen sein dürfte: Zunehmend rücken Geräte in den Fokus des Käuferinteresses, die mehrere Funktionen gleichzeitig erfüllen. Für Teile der ehemaligen iPod-Zielgruppe wird damit heute vor allem das iPhone neben sonstigen Smartphones interessant.

Anders hingegen das iPad: Mit 7,33 Millionen verkaufter iPads konnte Apple die Analystenerwartungen von rund sechs Millionen Geräten übertreffen und den Absatz weiter steigern. Im direkt zuvor liegenden Quartal lag der Absatz noch bei 4,19 Millionen iPads. Allerdings dürfte ein Warten auf die zweite Generation des Tablet-Macs viele Interessenten am Kauf gehindert haben: Einem unbestätigten Bericht zufolge könnte der Marktstart des iPad 2 schon Anfang April erfolgen und Käufern dann neben einem deutlich verbesserten Display ebenfalls integrierte Kameras bescheren.

Der Macintosh

Auch abseits der mittlerweile das Gros der Umsätze Apples ausmachenden iOS Sparte konnte das Unternehmen im Weihnachtsquartal Erfolge verbuchen: Der Macintosh, einst Kernprodukt, konnte vermehrt vom durch iPad, iPhone & Co. generierten Konsumenteninteresse profitieren und bescherte Apple mit 4,13 Millionen verkaufter Geräte eine Steigerung von 23 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal (3,36 Millionen Macs). Erwartet worden waren ungefähr vier Millionen verkaufter Macs, hinter vereinzelten Erwartungen von bis zu 4,3 Millionen blieb Apple zurück.

Vor allem mobile Geräte konnten die Käufer überzeugen: Von ihnen gingen 2,9 Millionen über den Ladentisch, 37 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres (2,13 Millionen). Zu diesem Ergebnis dürfte vor allem das MacBook Air positiv beigetragen haben, fiel doch der Verkaufsstart der aktuellen Version exakt in das fragliche Geschäftsquartal. Mehr Erfolg wäre Apple möglicherweise vergönnt gewesen, wenn auch MacBook Pro und MacBook einer Überarbeitung unterzogen worden wären. Sie sind in nahezu unveränderter Form bereits seit April bzw. Mai 2010 auf dem Markt.

Anders Apples Desktop-Macs, die Mitte des Jahres in neuer Version auf den Markt kamen. Sie fanden 1,24 Millionen Käufer (im Vorjahresquartal waren es 1,23 Millionen).

Finanzzahlen

Nach alledem nimmt es nicht Wunder, dass Apple auch im Weihnachtsquartal, das als erstes Geschäftsquartal 2011 gezählt wird, die eigenen gewohnt konservativen Prognosen übertreffen konnte: 23 Milliarden US-Dollar Umsatz hatte der Leiter des Finanzressorts, Peter Oppenheimer, vorausgesagt. Mit Einnahmen in Höhe von 26,74 Milliarden US-Dollar konnte Apple diesen Wert deutlich übertreffen (Vorjahresquartal: 15,68 Milliarden US-Dollar). Weniger bescheiden waren die Erwartungen der Analysten im Vorfeld der Bekanntgabe von Apples Quartalszahlen: Sie gingen von 24 bis 25 Milliarden US-Dollar Umsatz aus, was jedoch ebenfalls noch unter den tatsächlichen Werten lag.

Ebenso durfte Apple mehr Gewinn als im Vorjahresquartal (3,38 Milliarden US-Dollar, 3,67 US-Dollar pro Aktie) einstreichen: Mit 6 Milliarden US-Dollar (6,43 US-Dollar pro Aktie) erzielte das Unternehmen auch in diesem Bereich den Höchstwert in seiner Unternehmensgeschichte.

Ausblick

Für das kommende zweite Geschäftsquartal 2011 geht Oppenheimer von einem Umsatz von 22 Milliarden US-Dollar und einem Gewinn von 4,90 US-Dollar pro Aktie aus. Ebenso interessant wie diese Erwartungen könnte für Investoren allerdings sein, welchen Weg die gesundheitliche Entwicklung des Apple-Chefs Steve Jobs nimmt. Schon im Vorfeld der Veröffentlichung der Quartalszahlen hatte das Wertpapier des Unternehmens angesichts der neuerlichen Auszeit Jobs’ deutlich unter Druck gestanden und zeitweise an US-Börsen über vier Prozent und an deutschen Börsen sogar rund acht Prozent an Wert eingebüßt.

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