Weniger ist mehr
Vom 2. bis zum 6. März lud auch in diesem Jahr die CeBIT nach Hannover. Rund 334.000 Besucher folgten dieser Einladung, um zu sehen, was
die insgesamt 4157 Aussteller aus 68 Ländern zu bieten haben.

Neues und weniger Neues
Wirkliche Highlights hatte die CeBIT in diesem Jahr kaum zu vermelden. In Halle 9 konnte man zwar bereits via Gedankensteuerung flippern, ansonsten diente die Messe aber vor allem der Präsentation und Kontaktpflege und nicht revolutionären Produktneuvorstellungen.
Die Veranstalter sind mit mehr als 80 Prozent Business-Besuchern sehr zufrieden. Auch im nächsten Jahr soll die CeBIT wieder neu erfunden werden. Dazu definiert der Veranstalter vier Schwerpunktbereiche (CeBIT-lab, -gov, -pro und -life), die im kommenden Jahr vom 1. bis 5. März locken sollen. Auch will die CeBIT erstmals wieder wachsen. Angesichts der starken Konkurrenz mit Veranstaltungen wie der CES in Las Vegas oder auch der IFA in Berlin werden die Rekordzahlen von 2001 (830.000 Besucher und 8160 Aussteller) aber wohl kaum wieder erreicht werden können. Dennoch will man die wichtigste IT-Messe bleiben.
Wie im vorigen Jahr

Neu in diesem Jahr
In Halle 22 wurde erstmals die CeBIT-Sounds mit vielen Live-Auftritten und Gesprächsrunden durchgeführt. Star des Musikbereichs war Dieter Gorny, Mitinitiator der Popkomm. Trotz lauter Kritik wird die CeBIT-Sound auch im kommenden Jahr versuchen, die IT- und Musikbranche zusammenzuführen. In diesem Jahr mochte es noch nicht so ganz gelingen.
Ebenfalls neu und von besonderem Interesse für Mac-Anwender dürfte der in Halle 2 befindliche OS-X-Business-Park gewesen sein. Es handelte sich dabei um einen 240 Quadratmeter großen Gemeinschaftsstand, auf dem über 30 Unternehmen aus dem Mac-Markt die Gelegenheit hatten, ihre Produkte vorzustellen und Kontakte zu knüpfen. Die Veranstalter sind sehr zufrieden mit der Besucher- und Ausstellerresonanz und werden auch im kommenden Jahr wieder mit von der Partie sein. Schwerpunkt im OS X Business Park waren sicher die iPhone-Enterprise-Solutions, die das iPhone im Unternehmen näher beleuchten sollten.
Eine kostenlose Messe-App für das iPhone, die es erlaubte, die Fahrten der Messebusse zu verfolgen, um schneller von A nach B zu kommen, durfte natürlich auch nicht fehlen und hatte ebenfalls in diesem Jahr Premiere.
Wer wollte, konnte in Halle 11 auf dem Stand des Innenministeriums den neuen Personalausweis in Scheckkartenformat bewundern, der ab November den bisherigen ablöst und verschiedene Funktionen zur Identifizierung in einem integrierten Chip enthält.
Razzien

Im Übrigen
Da nichts Weltbewegendes zu bestaunen war, griff der Veranstalter in die Trickkiste und sorgte durch Spezialveranstaltungen für Unterhaltung. Angesprochen sei hier exemplarisch der CeBIT-Run, ein Halbmarathon, der über das Messegelände führte und für
Aufmerksamkeit sorgte.
Wirkliche Innovationen waren lediglich in Halle 9 zu bewundern, in der Forschungseinrichtungen sich den Themen Robotik, 3D und der Weiterentwicklung von MP3 und AAC widmeten.
Ausblick
Es bleibt abzuwarten, inwieweit die CeBIT im kommenden Jahr tatsächlich wieder zulegen kann. Die neue Konzeption allein mit einer Schärfung der Kompetenzbereiche und damit einer für den Besucher eindeutigen Struktur reicht dazu sicher nicht aus. Die Faszination für die CeBIT wird nur wieder wachsen, wenn auch mit entsprechend faszinierenden Technologien gelockt werden kann. Dazu muss der richtige Mix an Ausstellern und Themengebieten angeboten werden.
Der OS X Businesspark weist ebenso in die richtige Richtung wie die CeBIT-Sounds. Im Einzelnen muss der Veranstalter aber noch kräftig nachbessern, um die Attraktivität der Messe, gerade auch im Hinblick zu den Konkurrenzveranstaltungen, wieder zu steigern. Da geht es der CeBIT sicher ähnlich wie der Macworld ohne Apple.
Immerhin sollen in diesem Jahr IT-Investitionen im Wert von rund 10 Milliarden Euro angeschoben worden sein. Diese Geschäftszahlen werden sicher ausreichen, um einige Aussteller zu locken. Sich nur darauf zu verlassen, wäre aber blauäugig. huq
