Techniktrends 2011:Die Highlights der Consumer Electronics Show (CES)

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Die größte Leitmesse des Elektronikmarktes, die “Consumer Electronics Show” (CES) in Las Vegas, schloss am Sonntag wieder ihre Tore. Sie gilt Branchenkennern als der wichtigste Indikator für die technologischen Entwicklungen im Unterhaltungssektor und wird stets mit Spannung erwartet. Die diesjährige CES 2011 bot ihren Besuchern wieder zahlreiche Neuankündigungen und Überraschungen – auch ein paar enttäuschte Gesichter waren zu sehen. Wir ziehen eine erste Bilanz und präsentieren euch die wichtigsten Techniktrends des Jahres 2011.

Mittlerweile deckt die “Consumer Electronics Show” ein enorm breites Spektrum an Produkten und Technologien ab. Fernsehgeräte, Computer, Handy, Kameras; all das gehört zu den Ausstellungsbereichen der Messe. Die führenden Hersteller der Unterhaltungselektronik finden hier ein weit tragendendes Präsentationsforum. Im diesem Jahr wurde die Messe jedoch von einem ganz neuen Thema dominiert: den Tablet-Computern.

Das Thema Tablet-PC beherrschte die Messe

Im vergangenen Jahr lebten wir noch in einer Welt, in der kaum jemand wusste, was ein Tablet-PC überhaupt ist. Seitdem das Unternehmen Apple sein iPad verkauft, hat sich das natürlich dramatisch geändert. Nun dominiert das Thema den Markt der Unterhaltungselektronik. Auf der CES 2011 nahmen zahlreiche Hersteller den Kampf mit Apples tragbaren Touchscreen-Computer auf. Sie wollen den Marktführer in so ziemlich allen Aspekten überbieten.

Der wohl wichtigste Herausforderer: Das Motorola „Xoom“. Das Gerät könnte dem iPad tatsächlich gefährlich werden. Im Hardwarebereich stellt es eine ernstzunehmende Konkurrenz dar. Der Tablet-PC kann im direkten Vergleich mit Apples iPad mit seinem Dual-Core-Prozessor, einem 10.1. –inch widescreen HD Display und einem integrierten Camcorder auftrumpfen.

Wirklich herausgefordert wird das iPad aber durch das brandneue Betriebssystem des „Xoom“. Dabei handelt es sich nämlich um Googles “Android 3.0“. Motorolas „Xoom“  ist also der erste Tablet-PC, der sich mit der heiß erwarteten Software brüsten darf. Geführt unter dem Markennamen „Honeycomb“, konnte das neue Betriebssystem auf der Messe voll und ganz überzeugen. Android 3.0. wurde eigens für das Tabletsegement entwickelt und peilt ausschließlich High-End Geräte der nächsten Tabletgeneration an. Neben zahlreichen neuen Detailverbesserungen punktet Googles neue Software vor allem mit der Möglichkeit, Adobe Flash abspielen zu können und einer optimierten Einbindung von Google-Produkten, wie Google Talk, Mail und Maps.

Die Microsoft Keynote: Das neue Windows und eine kleine Überraschung

Ein weiteres großes Thema war die Keynote von Mircosoft. Konzernchef Steve Ballmer sorgte bei seiner Präsentation für einigen Wirbel. So kündigte er an, dass “Windows 8″, das neue Betriebssystem des Branchenriesen, sich nicht mehr ausschließlich an Intel-Chipsystemen orientiere, sondern in Zukunft auch die Chiparchitektur des britischen Chip-Designers ARM berücksichtigen werde. Damit ist „Windows 8“ zum Beispiel auch mit den Produkten von Nvidia oder Texas Instruments kompatibel. Insider wissen, dass es sich bei dieser Aussage um eine bedeutende Strategiekorrektur des Unternehmens handelt, die auf den zukünftigen Smartphone- und Tabletmarkt zielt.

Anstatt das derzeitige Mobil Betriebssystem „Windows CE“ unabhängig weiterzuentwickeln, scheint man sich im Haus Microsoft darauf zu konzentrieren, das Hauptsystem „Windows 8“ für alle Plattformen kompatible zu programmieren. Enttäuscht wurden diejenigen, die sich eine echte Alternative zum iPad erhofft hatte. Diesbezüglich war nicht neues zu vernehmen.

Auch für PC-Gamer und X-Box User hatte Microsoft eine echte Überraschung in petto. Avatar Kinect wurde angekündigt. Dabei handelt es sich um eine softwarebasierte Weiterentwicklung der Kinect-Hardware, die die Technologie einen großen Schritt weiter bringt. Avatar Kinect ist nämlich in der Lage Gesichtsausdrücke zu erkennen. Die Möglichkeiten, die sich damit im Social-Media und Gaming-Bereich auftun sind so zahlreich, wie vielversprechend. Die von Microsoft lancierte Präsentation der neuen Kinect-Software, die übrigens für X-Box LIVE Gold Member komplett kostenlos ist, zielt auf eine Art neuartigen Chat-Room, in welchem LIVE User sich mit ihren echtzeit-animierten Avataren austauschen können.

Mit oder ohne Brille: Der 3D Boom geht weiter

Schließlich bot die Consumer Electronics Show einige Neuheiten im boomenden 3D Bereich. Wurden im vergangenen Jahr noch komplett neuwertige Technologien vorgestellt, stand die CES 2011 ganz im Zeichen ihrer Weiterentwicklung. Voll im Trend liegen dabei 3D Fernseher, die vollkommen ohne die klobigen Shutter-Brillen auskommen. Der Nachteil dieser Geräte war es bisher, dass man relativ still sitzen musste und auch nur aus der Frontal-Perspektive in den ungetrübten 3D Genuss kam.

Hier stach Sonys 24.5 Zoll großer 3D OLED Fernseher hervor, da er dem Zuschauer mehr Bewegungsfreiheit als die übrigen Geräte ließ. Sicher ist auch der gigantische LZ9700 von LG eine Erwähnung wert, bricht er doch mit seinem 3D fähigem 72-Zoll-LCD Display so manchen Rekord.

Nicht so viel Aufmerksamkeit bekam ein weiterer Trend, der sich in diesem Jahr aber dennoch durchsetzten könnte: Mit einer neuartigen Kameratechnik lassen sich nun sehr einfach, eigene 3D Filme drehen. Der HDR-TD10 3D HD Camcorder versetzt seinen Besitzer dazu in die Lage. Damit dürfte das 3D Zeitalter endgültig beginnen.

“Skiff”: Der dünnste eBook Reader der Welt

Zu guter Letzt möchten wir noch den feinen E-Book Reader “Skiff“ hervorheben. Der von Hearst produzierte eReader ist mit einem halben Zentimeter der dünnste auf dem Markt und hat auch sonst einiges auf Lager. Mit seinen sehr großen Display, bis zu einer Woche Betriebszeit, 4 Gigabyte Speicher und einer 1200 x 1600 Auflösung, konnte er seine Konkurrenten formschön ausstechen. Sein wahrscheinlich coolstes Feature ist aber seine Unerschütterlichkeit – sogar biegen lässt sich der Reader.

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