FairPhone: Für einen bewussteren Umgang mit Technik (Droidcon 2013)

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FairPhone ist ein Unternehmen aus den Niederlanden, das ein unter fairen Bedingungen produziertes Android-Smartphone auf den Markt bringen und die Art, mit der wir konsumieren, verändern möchte.

FairPhone: Für einen bewussteren Umgang mit Technik (Droidcon 2013)

Jedes Produkt hat eine Geschichte. Da Mobiltelefone nicht auf Bäumen wachsen, ist deren Produktionsprozess äußerst aufwendig und undurchsichtig. Viele Teilschritte der Fertigung finden in Ländern und Gebieten statt, in denen Arbeiter systematisch ausgebeutet werden. Dazu kommt noch, dass die Mineralien für die Elektronik oftmals aus Minen kommen, deren Einnahmen zur Unterstützung von Bürgerkriegen dienen. FairPhone möchte dies ändern und ein Smartphone produzieren, das unter möglichst fairen Bedingungen hergestellt wird und dessen Produktionsprozess so transparent wie möglich ist.

Das Unternehmen sieht dies als ersten Schritt, um bei Produzenten und Konsumenten ein stärkeres Bewusstsein für fair produzierte Produkte zu schaffen.

Was bringt das FairPhone mit?

Eine gute Frage, die ich selbst nach der Präsentation auf der Droidcom nicht beantworten kann. Hardwaredetails des Gerätes sind äußerst rar. Es soll sich aber um ein Smartphone im Mittelklasse-Bereich handeln, auf dem Jelly Bean läuft. Außerdem wird der Akku auswechselbar und Dual-Sim-Support mit an Bord sein. In Bezug auf das Design gibt es zum jetzigen Zeitpunkt nur ein Konzeptbild.

Die Software des FairPhone

Auf der Droidcon wurden hauptsächlich die Softwareaspekte des sogenannten FairPhone OS angesprochen. Man möchte hier andere Wege gehen, als es bisher der Fall war, um eine bewusstere Benutzung des Smartphones zu erreichen. Das User Interface wurde von den Designern von Kwamecorp, die unter anderem auch an Samsungs TouchWiz und Tizen mitarbeiten, erdacht. Es muss aber in der finalen Version nicht so vom User genutzt werden, da sich andere Launcher und Co. installiert werden können.

Software-Konzepte

So will man sich von dem bisher sowohl auf Desktop- wie Mobilgeräten dominanten Desktop Paradigma (eine Menge Icons und eine Leiste mit Kontrollbuttons) lösen.

Außerdem sollen Widgets den kompletten Bildschirm einnehmen, damit der Nutzer fokussiert auf deren Inhalt bleibt und nicht durch eine Übermenge von ihnen abgelenkt wird.

Der Nutzer soll immer die Möglichkeit haben, zu sehen, was gerade auf seinem Smartphone läuft und welche App wie viel Energie und Leistung frisst. Um das Energiemanagement anzupassen, muss nicht einmal der Lockscreen verlassen werden.

Der “peace of mind”-Button trennt den Nutzer vom Internet und pausiert das Ankommen von Benachrichtigungen, damit man nicht immer online und erreichbar sein muss.

Drawer und wichtige Apps werden über Bildschirmecken aufgerufen.

Der App-Launcher wird durch eine Übersicht der meistgenutzten Apps ersetzt. Hierbei soll es sich aber nicht um Apps handeln, die der User selber festlegen kann, sondern um eine Ansicht, basierend auf dem automatischen Tracking der Appnutzung. Zusätzlich wird es natürlich eine Ansicht geben, in der der Zugriff auf alle installierten Apps möglich ist.

dynamischer App-Launcher

Das Konzept wird Realität

Das FairPhone wird mit dem Google Play Store kommen und komplett Open Source sein. Auf der Projekt-Homepage haben bisher über 10.000 Personen Interesse an dem Smartphone bekundet, über die Hälfte davon kommt aus Deutschland. Auch wenn noch nicht klar ist, wie und was genau das FairPhone ist und sein wird, so werden ab Mai Vorbestellungen angenommen und das Gerät soll im September diesen Jahres auf den Markt kommen.

Nach der Präsentation stellte sich die Delegation von FairPhone den Fragen einiger Entwickler, die auch für Euch interessant sein könnten und Antworten auf einige Fragen geben, die die Präsentation aufgeworfen hat.

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