Minecraft und der Indie-Boom – Die E3 war langweilig – die Zukunft gehört der Unabhängigkeit

Minecraft & Co geht es gut, denn in der unabhängigen Gaming-Welt herrscht momentan Aufbruchsstimmung. Neue Vertriebswege und Finanzierungsmodelle lassen risikobereite Entwickler in eine strahlende Zukunft blicken. Die Fortsetzungs-Tristess auf der diesjährigen E3 schüttet da nur noch mehr Wasser auf die Mühlen der aufblühenden Szene.

Minecraft und der Indie-Boom – Die E3 war langweilig – die Zukunft gehört der Unabhängigkeit

Mit der Electronic Entertainment Expo 2011 ging in der vergangenen Woche eines der größten Messe-Events für Computer- und Videospiele über die Bühne. Das professionell inszenierte Spektakel wird mittlerweile von einem Millionenpublikum verfolgt. Die Zeit, in der die schnell zusammengeschriebenen Eindrücke weniger Journalisten der einzige Weg zur eigenen Meinungsbildung waren, ist lange vorbei. Der moderne Gamer verfolgt das Geschehen selbst.


Trailer, Pressekonferenzen und Gameplay-Szenen werden am heimischen Rechner gesehen und in Echtzeit kommentiert, Meinungen werden gebildet und in den einschlägigen Foren kundgetan. Die engere Teilhabe am Branchengeschehen hat damit auch zur Folge, dass sich Erfolg und Misserfolg eines Großereignisses wie der E3 nicht länger allein an den Reaktionen der Fachpresse bemessen lassen. Die Spieler selbst sind es, die dem Gezeigten mehr als jemals zuvor ihren Meinungsstempel aufdrücken.

E3 2011: Viel Fortsetzungs-Tristess

Im Falle der diesjährigen E3 2011 gehen die Meinungen bezüglich der einzelnen Titel sehr stark auseinander. Ganz anders hingegen das Meinungsbild in puncto Branchenentwicklung. Hier decken sich die Einschätzungen der Gamer weitestgehend: Kaum innovative Spiele gab es demnach zu sehen – zu viele Fortsetzungen wurden vorgestellt. Ein Großteil der Gaming-Welt rügt die allgemeine Risikoarmut der Entwickler und die serielle Kalkulation der Publisher.

Doch nicht nur viele Spieler sind ob der derzeitig vorherrschenden “FIFAisierung” absatzstarker Spiele unzufrieden, auch immer mehr Entwickler kritisieren auf ihren privaten Blogs, in Interviews und auf Veranstaltungen die Innovationsscheue und die kommerziellen Auflagen der Publisher.


Vor allem die Indie-Gaming-Szene ist ein Hort für die erstarkende Kritik an den ausgelatschten Spiele-Konzepten. Veranstaltungen wie das Independent Games Festival bieten nicht mehr nur die Bühnen für die Kreativität der Szene – sie werden langsam aber sicher auch zu einem ernstzunehmenden Gegenentwurf. Im Mainstream werden die künstlerischen Freiheiten bei der Entwicklung immer mehr zur Mangelware. Die Indie-Szene lockt hingegen mit vielen Freiräumen im Game-Design. Hier können Entwickler ohne inhaltliche und finanzielle Auflagen arbeiten. Auch der Termindruck entfällt.

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Weitere Themen: Minecraft, Xbox 360

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