“Glorious” kein Plagiat: Cascada fahren zum Eurovision Song Contest

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Das entscheidende Gutachten gibt grünes Licht für Malmö: “Glorious” ist kein Plagiat vom Vorjahres-Gewinnersong “Euphoria”. Cascada können also im Mai zum Eurovision Song Contest 2013 fahren. Ob das Bonner Dance-Trio mit dem gesichtslosen Eurodisco-Track Chancen auf eine gute Platzierung haben, steht allerdings auf einem anderen Blatt.

“Glorious” kein Plagiat: Cascada fahren zum Eurovision Song Contest

Plagiats-Vorwürfe gehören zur Tradition des Eurovision Song Contest – besonders in der Bild. Schon 2001 erklärte die Zeitung, der Song “Wer Liebe lebt” von Michelle sei schon einmal eingesungen worden; 2005 berichtete sie, der Siegertitel “No, No, Never” von Texas Lightning wäre dem dänischen Grand-Prix-Teilnehmer “Never Ever Let You Go” von Rollo & King nachempfunden, Stefan Raab wurde 2000 unterstellt, “Wadde hadde dudde da” sei ein Spice-Girls-Rip-Off, und nun waren Cascada dran: Kurz nach dem Sieg beim deutschen ESC-Vorentscheid ließ die Zeitung “Glorious” und “Euphoria” vergleichen – mit dem Ergebnis, dass Cascada abgekupfert hätten.

Gleichzeitig gab der NDR als verantwortliche Fernsehanstalt ein musikwissenschaftliches Gutachten in Auftrag – dessen Ergebnisse nun vorliegen. Darin stellt Plagiats-Experte Matthias Pogoda fest, dass die beiden Lieder “keine urheberrechtlich bedeutsamen Übereinstimmungen aufweisen”, wie es im offiziellen Eurovision-Statement heißt. Im Notenbild von “Glorious” und “Euphoria” fänden sich “keine auffälligen Ähnlichkeiten”, das “vokale Ideenwerk” sei deutlich verschieden. Und das sei das Entscheidende, auch wenn beide Lieder “mit ähnlichen und stiltypischen Mitteln arrangiert” seien – sowie ähnlichen “handelsüblichen Sounds und Beats”.


Cascada — Glorious – MyVideo


Loreen — Euphoria – MyVideo

Kommerzielle Popmusik ist ja gerade darauf angelegt, sich ähnlich zu sein – weil alte Erfolge wiederholt werden sollen. So verwundert es nicht, wenn wir im vergangenen Jahr gleich 5 Ähnlichkeiten unter den ESC-Teilnehmersongs ausgemacht haben, und dass man z.B. bei “Glorious” das Gefühl hat, man hätte den Song schon mal vorher gehört – genau auf dieses Ziel hin wurde er ja produziert. Der Unterschied zwischen einer kalkulierten Kopie und einem Instant Classic ist gar nicht so groß – und zeigt sich erst in der Einordnung durch das Publikum. Ob das gesamteuropäische Grand-Prix-Publikum in Cascada eher ein Dance-Produkt sieht oder einen frischen Radio-Ohrwurm, wird sich dann zeigen.

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