ESC 2016 Ergebnis: Ukraine ist der Gewinner - Tabelle und Punktevergabe

Selim Baykara
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er Gewinner für den Eurovision Song Contest 2016 steht fest: Die Ukraine konnte sich im Finale des ESC 2016 durchsetzen und darf den begehrten Preis mit nach Hause nehmen. Auf Platz 2 kam Australien. Nicht geschafft hat es Jamie-Lee Kriewitz, die mit 11 Punkten weit abgeschlagen auf dem letzten Platz landete, aber sich dennoch nicht schämen muss: Die 18-Jährige hat eine gute Show abgeliefert.

Seht hier den Gewinner des Eurovision Song Contest 2016 im Video:

Es war ein spannender Abend: Der Eurovision Song Contest ist mit etwa 200 Millionen Zuschauern das größte TV-Musik-Event der Welt und machte auch 2016 seinem Namen alle Ehre. In der Show bekamen Musik-Fans opulente Bühnenshows mit teils spektakulären Lichteffekten, große Emotionen und jede Menge – mal mehr, mal weniger hörenswerte – Popmusik. Einen Sieger gab es beim ESC 2016 natürlich auch: Die Ukraine hat den Eurovision Song Contest 2016 gewonnen. Jamala konnte sowohl die Jury als auch das Publikum bei der Punktevergabe mit ihrem Song “1944″ überzeugen.

ESC 2016: Gewinner und endgültiges Ergebnis im Überblick

In der folgenden Tabelle seht ihr den diesjährigen Gewinner beim Eurovision Song Contest und die restlichen Ergebnisse:

Endgültiges Ergebnis Land Act Song Punkte
1  Ukraine  Jamala  1944  534
2  Australien  Dami Im  Sound Of Silence  511
3  Russland  Sergey Lazarev  You Are The Only One  491
4  Bulgarien  Poli Genova  If Love Was A Crime  307
5  Schweden  Frans  If I Were Sorry  261
6  Frankreich  Amir  J'ai cherché  257
7  Armenien  Iveta Mukuchyan  Love Wave  249
8  Polen  Michał Szpak  Colour Of Your Life  229
9  Litauen  Donny Montell  I've Been Waiting For This Night  200
10  Belgien  Laura Tesoro  What's The Pressure  181
11  Niederlande  Douwe Bob  Slow Down  153
12  Malta  Ira Losco  Walk On Water  153
13  Österreich  Zoë  Loin d'ici  151
14  Israel  Hovi Star  Made Of Stars  135
15  Lettland  Justs  Heartbeat  132
16  Italien  Francesca Michielin  No Degree Of Separation  124
17  Aserbaidschan  Samra Rahimli  Miracle  117
18  Serbien  Sanja Vučič  Goodbye (Shelter)  115
19  Ungarn  Freddie  Pioneer  108
20  Georgien  Young Georgian Lolitaz  Midnight Gold  104
21  Zypern  Minus One  Alter Ego  96
22  Spanien  Barei  Say Yay!  77
23  Kroatien  Nina Kraljić  Lighthouse  73
24  Großbritannien  Joe and Jake  You're Not Alone  62
25  Tschechei  Gabriela Gunčíková  I Stand  41
26  Deutschland  Jamie-Lee  Ghost  11

Eurovision Song Contest 2016: Gewinner im Finale steht fest -

Eröffnet wurde der Reigen der 26 Kandidaten von Belgien. Laura Tesoro gab den Pop-Song “What's The Pressure” – ein schwungvolles, wenn auch leicht beliebiges Feel-Good-Stück, das aber immerhin noch auf den 10. Platz kam. Erste Akzente setze dann Samra Rahimli aus Aserbaidschan – allerdings mehr mit der Bühnenshow, als durch musikalische Meisterleistungen. Die Sängerin gab im Vorfeld an, dass US-Mega-Star Beyonce zu ihren erklärten Vorbildern zählt – der Performance merkte man das höchstens an den aufwendigen Lichteffekten an, die die Halle in Stockholm in ein Lichtermeer verwandelten. In der Endwertung reichte es denn auch nur für Platz 17.

Positiv fiel im weiteren Verlauf dann der Singer-Songwriter Douwe Bob auf. Seine Midtempo-Country-Pop-Nummer mit dem passenden Titel “Slow Down” sorgte für gute Laune und bot eine willkommene Abwechslung zum teils belanglosen Einheits-Pop der restlichen Kandidaten. Endplatzierung: Platz 11. Betont zurückhaltend auch der Schwede Frans mit seiner Nummer “If I Were Sorry”  – während der Show war mehr als fraglich, ob der die Nachfolge des Gewinners vom letzen Jahr antreten konnte – immerhin kam der fesche Schwede aber auf einen respektablen 5. Platz.

Eurovision 2016 Banner

Eurovision Song Contest 2016 – Jamie Lee landet auf Platz

Und dann war es auch soweit: Die Deutsche Hoffnungsträgerin Jamie Lee-Kriwietz betrat mit ihrem Song “Ghost” die Bühne in Stockholm – und ging gnadenlos unter. Deutschland landet erneut auf dem letzten Platz. Warum, ist im Rückblick gar nicht so leicht zu erklären. Die zierliche 18-Jährige mit der starken Stimme lieferte eine starke Performance mit einer sehenswerten Bühnenshow ab, die zum Manga-Faible der jungen Sängerin passte : Während Jamie in einem vollmond-beschienenen Geisterwald sang, waberten lila Lichtschwaben über den Boden der Bühne.

Triumphal dann Australien: Die Sängerin Dami Im stammt ursprünglich aus Korea und hat Musik studiert – dem Song “Sound Of Silence” merkte man das an einer angenehmen Zurückhaltung und einem sicheren Stil-Gefül an, mit dem Dami In scheinbar mühelos die Herzen der Zuschauer gewann. Auf Twitter wurde sie während der Show schon als Siegerin gehandelt – der Konsens-Song des Abends verfehlte am Ende nur ganz knapp den Sieg.

Im Vorfeld galt der Russe Sergey Lazarev zu den heißen Favoriten des ESC 2016 und vom Publikum bekam der Russe gar die meisten Punkte. Nach der Verkündung des Ergebnisses lohnt es sich zu fragen: Warum eigentlich? Seine Nummer “You Are The Only One” war bestenfalls eine durchschnittliche Euro-Pop-Hymne – für Aufsehen sorgte einzig die (gelungene) Show, für die der Russe offensichtlich keine Kosten sparte und sich die besten Videospezialisten an Bord holte, die man für Geld kaufen kann. Während dem Song wuchsen Sergey Lazarev zunächst Adlerflügel aus dem Rücken – anschließend tanzten virtuelle Doubles über die Leinwand, bevor sich der Hintergrund in Scherben auflöste und der Sänger scheinbar an der Wand entlanglief.

Eurovision Song Contest 2016: Punktevergabe mit neuem System

Die Punktevergabe wurde für den ESC 2016 rundum erneuert. Die Länder-Jurys konnten bereits einen Tag vor dem Finale abstimmen und 1-12 Punkte für ihren Favoriten vergeben – für Deutschland saßen unter anderem the Boss Hoss, Namika und Sarah Connor in der Jury. Die Zuschauer konnten dann noch einmal nach der Show ihre Stimmen abgeben und ebenfalls bis zu 12 Punkte vergeben, nachdem alle 26 Acts aufgetreten waren – anschließend wurden dann die Ergebnisse verkündet. Während der Abstimmungsphase trat Justin Timberlake mit dem neuen Song “Can't Stop The Feeling” auf – anschließend hieß es dann “Good Evening Stockholm – our 12 Points go to…”.

Spannend war hier vor allem die Frage: Wie stimmen die Osteuropäer ab, die in der Vergangenheit dafür bekannt waren, Punkte untereinander zu verteilen? Auch 2016 gab es hier keine großen Überraschungen: Moldau gab der Ukraine 12 Punkte, Bulgarien 12 Punkte an Armenien und Weissrussland 12 Punkte für den großen Nachbarn Russland. Klarer Favorit bei den Länder-Jurys war Australien: Ganze 320 Punkte konnte Dam In einheimsen.  Enttäuschung: Deutschland bekam gerade einmal einen einzigen Punkt von den Länder-Jurys.

Bei den TV-Zuschauern schnitt Australien nicht so gut ab – das Land erhielt nur die viertmeisten Punkte und konnte damit nicht verhindern, dass sich die Ukraine in den letzten Minuten knapp vorbeischob. Während Russland bei den Jurys nicht so gut abschnitt, war Sergey Lazarev klarer Favorit beim Televoting – und bewies, dass eine gute Show beim Eurovision Song Contest schon die halbe Miete ist.

Lest bei uns auch, wer der Gewinner beim Eurovision Song Contest 2015 war.

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