Fantasy Filmfest 2011 - Der große Rückblick: Programmheft vs. Realität

Martin Beck

Wir schreiben Anfang September und das Fantasy Filmfest 2011 neigt sich gen Ende. Nach einem ersten Text mit Tips und "Warnungen" geht es nun ans Eingemachte: Was war wirklich gut, was war Schrott…und -schon lange mal fällig- wie weit lagen die Katalogtexte diesmal neben der Realität?

Fantasy Filmfest 2011 - Der große Rückblick: Programmheft vs. Realität

Unterm Strich darf festgestellt werden, dass 2011 kein allzu guter Jahrgang für das Festival war. Zu viele Filme waren “kann, aber nicht muss”, zu oft schlich sich dezente Langeweile ein und viel, viel zu oft bekam man beim nachträglichen Studium des Programmhefts ungläubige Glubschaugen. “Auf diesen Horrorfilm haben Fans des Genres gewartet.” Klar…

So richtig böse kann man dem Fantasy Filmfest ja gar nicht sein, weil das Programm natürlich vom Angebot abhängt, die Hits ja auch anwesend waren und ein Programmheft kaum die Aufgabe hat, seinen Low Budget-Gürkchen böse Tritte zu verpassen. Andererseits aber gab es auch dieses Jahr wieder derart eklatante Fantasieblasen, dass man sich wünscht, den zuständigen Schreibern mal ordentlich den Popo versohlen zu können.

Seit Anbeginn des Fantasy Filmfestes ist das Programmheft ein Anstoß für schnaubende Proteste, der nicht unbedingt dadurch besser wird, dass die Macher sich auch noch regelmäßig hinstellen und als “persönliche Tips” genau die Titel nennen, die ansonsten beim Publikum gnadenlos durchfallen würden. Was auch immer Rainer Stefan in sein Geschmacksmüsli packt, ich möchte zum Frühstück lieber ein leckeres Butterbrot.

Guten Appetit auf jeden Fall beim Rückblick auf das Fantasy Filmfest 2011. Nächstes Jahr geht’s dann weiter, aber LOGO!

American Translation (F,2011)
Regie: Pascal Arnold, Jean-Marc Barr
Darsteller: Pierre Perrier, Lizzie Brocheré

Das Programmheft sagt: Ein sinnliches, ultrahippes Serienkiller-Roadmovie mit zwei betont heissen Hauptdarstellern…erfrischend unangepasst…herausragende Darsteller…sehr intensiv.
GIGA sagt: Ein Serienkiller-Film für Arthaus-Fans in schwarzen Pullis. Sprich: prätentiöse Selbstgefälligkeit de luxe. Es wäre ein glattes Wunder, wenn man sich dieses Jahr im Kino nochmal mehr langweilen würde als hier.

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