Fantasy Filmfest 2011 - Was sind die größten Hits?

Martin Beck

Alle Jahre wieder steht ab Mitte August das Fantasy Filmfest vor der Tür und wird auch 2011 für spitze Schreie sorgen – unter anderem vor Entsetzen, Freude und empörter Langeweile. Das mit Abstand größte deutsche Festival für Genrefilme ist inzwischen ein Pflichttermin für alle, die eine Alternative zum Multiplex-Futter suchen und bei “normalen” Festivals das arthausige Gähnen bekommen. 25 Jahre Horror, Thriller und Fantasy. Es darf gratuliert werden!

Fantasy Filmfest 2011 - Was sind die größten Hits?

Wenn man das erste Mal das Programm des Fantasy Filmfestes erblickt, sieht man den Wald vor lauter Fragezeichen nicht mehr. Das liest sich einfach alles sooo verlockend, dass am besten ein großer Sack Karten fällig ist. Darf’s ein kleingeistiger Splatterheuler sein oder vielleicht doch ein epochaler Meilenstein des fantastischen Films? Beim Fantasy Filmfest bekommt alles die gleiche blumige Borde und hofft auf volle Kinos – selbst wenn bereits wenige Wochen danach der DVD-Start ansteht.

Wer genügend Geld auf der Kante hat, hockt sich ja gerne mal eine ganze Woche in wohlig temperierte Kinos, doch ansonsten steht die Qual der Wahl an. Welche Fantasy-Filme lohnen sich wirklich und wovon sollte man besser die Finger lassen? Angesichts stolzer Kartenpreise von 9 Euro (immerhin – keine Erhöhung gegenüber letztem Jahr!) ist Ärgern eigentlich keine Option. Beim Fantasy Filmfest möchte man nur die größten Hits erwischen…und freut sich folglich wie ein Scholli über das folgende Preview.

Gigas very own Dr. Film hat nämlich nicht nur das Programm abgeklopft, sondern auch schon einiges gesehen. Vorhang also auf für die Top 10 des diesjährigen Fantasy Filmfestes! Das Leben ist einfach zu kurz für popeligen Videoschrott, dessen gähnende Halbwertszeit sich selbst unmotiviert wiehernde Gore-Fredel nicht mehr schön jubeln können.

Der Hit des Festivals

Attack the Block (GB, 2011)
Regie: Joe Cornish
Darsteller: John Boyega, Jodie Whittaker

Filme wie “Attack the Block” sind wie gemacht für das Fantasy Filmfest. Innerhalb klarer Genregrenzen wird ein Feuerwerk an partyträchtigen Ideen gezündet, die allesamt sitzen und schon sehr bald deutlich machen, dass hier ein neuer Kulthit auf ““-Niveau ansteht. Ein Londoner Ghettoblock, eine aus satten Fressen bestehende Gangsterbande und unverhofft einschlagende Aliens – mehr ist eigentlich nicht notwendig. Für Spiel, Spaß, Spannung und ein wild aufdrehendes Splatterbömbli, das immer einen Haken mehr als erwartet nimmt. Und dabei aber klar auf Fanfüßen steht, die dem ganzen langweiligen Bullshit so vieler anderer “Komödien” einfach mal den Mittelfinger zeigen. Keine Frage: “Attack the Block” ist der Film, den es diesen Sommer zu schlagen gilt!

10 Filme, die man lieber nicht verpassen sollte

Deadheads (USA, 2011)
Regie: The Pierce Brothers
Darsteller: Michael McKiddy, Ross Kidder

Außerhalb des Fantasy Filmfestes würde “Deadheads” wahrscheinlich als nerdiger Low Budget-Troll verenden, doch inmitten einer ganz sicher bestens gelaunten Partymeute wird daraus ein echt voll cooler Zombie-Heuler. Um zwei untote Slacker-Kumpels, von denen einer seine nicht-untote Freundin heiraten möchte und dabei empfindlichen Widerstand in Gestalt forscher Zombiejäger erfährt. Und somit eine tiefergelegte Mischung aus toffen Sprüchen, vogelwilden Typen und satt sprudelnden Splattergemeinheiten ermöglicht. Was eigentlich alles ist, was man bei so einem Film wissen muss – außer vielleicht noch dem Nerd-Fakt, dass die Pierce Brothers zuvor bei “” und “” mitgemischt haben.

Don’t Be Afraid Of The Dark (USA/AUS/MEX, 2010)
Regie: Troy Nixey
Darsteller: Katie Holmes, Guy Pearce

Der diesjährige Eröffnungsfilm ist ein gar schauderhafter “haunted house”-Grusler, der wie so viele aktuelle Horrorproduktionen auf klassische Gänsehäute setzt. Ein junges Mädchen zieht in ein sowohl altertümliches als auch herrschaftliches Anwesen und macht dort bald Bekanntschaft mit den berühmten “things that go bump in the night”. Die von Regisseur Troy Nixey mit deutlichem Respekt vor klassischem Genrekino inszeniert werden und folglich ohne CGI und quäkende Jugendliche auskommen dürfen. Was nicht nur sehr erfreut, sondern auch dem allgegenwärtigen Produzenten Guillermo del Toro zuzuschreiben ist, dessen Handschrift Marke “” hier deutliche Züge hinterlässt.

The Innkeepers (USA, 2011)
Regie: Ti West
Darsteller: Sara Paxton, Pat Healy

Regisseur Ti West legte 2010 mit “” einen der besten Horrorfilme der letzten Jahre hin und bekommt schon alleine deswegen einen Platz in dieser erlauchten Liste. Die dort offenbarte Qualität, namentlich die sowohl gewiefte als auch unglaublich spannende Neuinterpretation glorreicher 70er Jahre Horror-Traditionen, ist auch in “The Innkeepers” präsent – einer skurillen Horrormär um zwei seltsame Hotelangestellte, deren Arbeitsplatz auf einmal paranormale Phänomene zum Vorschein bringt. Kein Film für die breite Masse, sondern eher eine süffisante & wunderbar entschleunigte Insider-Messe, angesiedelt irgendwo zwischen “” und “

Phase 7 (ARG, 2011)
Regie: Nicolás Goldbart
Darsteller: Daniel Hendler, Jazmín Stuart

“Phase 7″ ist ein tolles Beispiel für einen effektiven Low Budget-Thriller, der sich bezeiten anfühlt, als wäre er von John Carpenter in den achtziger Jahren gedreht worden. Die Handlung spielt in einem Hochhaus, dessen Außenwelt dank einem tödlichen Virus kaum noch atmende Menschen kennt. Die Bewohner des Hauses nun verbarrikadieren sich und legen Vorräte an, die aber letztendlich nicht verhindern können, dass der Überlebenskampf zunehmend panisch wird…und zum Durchladen von Gewehren führt. Was hier eine äußerst effektive Terrorschnitte erzeugt, inklusive äußerst schwarzem Humor, die bis zum Ende keine Gefangenen macht. “Phase 7″: ein klasse Film!

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