Krieg der Messen - Wenn zwei sich streiten...

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(Cpt. Kowski) Der Streit zwischen dem Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware (BIU) und der Messe Leipzig um den Sitz der führenden Videospielmesse in Deutschland will einfach nicht aufhören. Nun wurde bekannt, dass sowohl die Games Convention als auch die Gamescon zur gleichen Zeit stattfinden.

Krieg der Messen - Wenn zwei sich streiten...

Seit der Einführung der Games Convention im Jahr 2002 wuchs nicht nur die Anzahl der Aussteller von 166 auf knapp 550 an, auch immer mehr Besucher konnte die Messe für sich gewinnen. Jährlich wurden neue Besucherrekorde aufgestellt. So auch in diesem Jahr: Über 200.000 Gaming-Begeisterte pilgerten nach Leipzig, um die neusten Titel der Branche anzuschauen und anzuspielen.

Doch was heißt das für die “Gamescom”? Wir erinnern uns: Der Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware (BIU) bestätigte Anfang 2008, dass die größte europäische Videospielmesse den Standort ändert. Grund für den Taptenwechsel war die unterdurchschnittliche Anbindung Leipzigs an das internationale Flugverkehrsnetz und die ausgeschöpften Hotelkapizitäten in der Stadt und Umgebung.

“”Die Entscheidung für Köln ist eine Entscheidung für Deutschland und nicht gegen Leipzig. Nur wenn wir eine internationale Wachstumsperspektive eröffnen, werden wir die europäische Leitmesse mittelfristig in Deutschland halten können,” so der BIU.”

Doch die Leipziger Messe möchte nicht kampflos aufgeben: Kurz bevor die diesjährige GC ihre Pforten schloss, verkündete man per Pressemitteilung, dass auch 2009 die lieb gewonnene Gaming-Messe in Leipzig fortgesetzt wird. Einen eindeutigeren Fingerzeig in Richtung Köln konnte es nicht geben. Gleichzeitig wurde die Frage im kritischen Publikum aufgeworfen, wie man in Leipzig die Aussteller ködern wolle, befinden sich die 13 größten Publisher im BIU.

Wie sagt man noch gleich? Auf jede Aktion folgt eine Reaktion. Und so auch jetzt in diesem Fall! Hieß es noch bis vor kurzem, dass die beiden Messen mit wenigen Wochen Abstand ausgetragen werden, weht nun ein ganz anderer Wind. Wie Dr. Klemens Kundratitz, Vorstandssprecher des Bundesverbandes Interaktive Unterhaltungssoftware, bekannt gegeben hat, wird die Premiere der “Gamescom” vorverlegt!

“”Die “Gamescom” gehört der gesamten Branche und soll eine größtmögliche Akzeptanz genießen. Daher haben wir die in den letzten Wochen laut gewordenen Vorbehalte des Handels und einiger Unternehmen gegenüber einem Septembertermin sehr ernst genommen. Letztlich waren die Stimmen gegen einen Septembertermin lauter als die Stimmen für einen solchen Termin, so dass wir an einer Lösung zum Wohle aller Branchenteilnehmer gearbeitet haben.””

Eine Lösung zum Wohle aller Branchenteilnehmer? War es das, was man im Sinn hatte, als man nun bekannt gab, dass die Kölner “Gamescon” zeitgleich mit der “Games Convention” in Leipzig nun im August 2009 stattfinden wird?

Einen eindeutigen Sieger gibt es wohl auch nach dieser Runde noch nicht. Beide Seiten haben schlagkräftige Argumente: Während die “Games Convention” ein etablierte Name ist und die Leipziger Messe eine Menge Erfahrung bezüglich der Organisation des Events aufwarten kann, bietet die “Gamescon” dank der BIU die bekannteren und größeren Publisher.

Alles deutet auf einen Showdown im nächsten Jahr. Erst wenn beide Messen stattgefunden haben, lässt sich sicher sagen, wer gewonnen und wer verloren hat und auf was sie die Branche und das Publikum in Zukunft einrichten muss.

Zwei Gewinner sind unwahrscheinlich. Zwei Verlierer hingegen nicht. Was passiert, wenn beide Messen floppen? Die Konkurrenz schläft nicht! Metropolen wie Amsterdam, Paris, London oder auch Cannes warten nur auf einen Ausrutscher in Deutschland, um sich als bestmöglichen alternativen Austragungsort anzubieten. Aber hey, Madrid wäre doch auch ganz schick, oder?

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