Kolumne: Gamescom 2012 – Wenig Spiel, trotzdem Spaß

Wenn man von der Gamescom 2012 künftig als “heiße Messe“ sprechen wird, dann eher nicht, weil sie durch spektakuläre Neuankündigungen oder spielerische Highlights geglänzt hätte, sondern weil es schlicht schweinewarm war. Fünf Tage lang knallte die Sonne auf den Kölner Messekomplex, verwandelte stark frequentierte Container wie Halle 7 kurzzeitig in winzige Mini-Vorhöllen bestehend aus Schweiß, Körpergeruch und stehender Luft. Um Games geht es dabei eigentlich kaum noch.

Kolumne: Gamescom 2012 – Wenig Spiel, trotzdem Spaß

Wer sich an unsere letztjährige Zusammenfassung erinnern kann, wird vielleicht noch unseren Unmut im Ohr haben: zu unorganisiert, zu wenig besucherfreundlich, zu stark abgeschottet war sie 2011, die wohl enttäuschendste Gamescom seit Bestehen der Branchenmesse. Das hat sich klar verbessert, so viel sei schon mal gesagt. Die Stände wirkten wieder offener, komplett eingerahmte FSK 18-Bunker, die das eigentliche Spiel hinter meterhohen Werbeflächen verstecken, gab es kaum noch.

Mit Halle 10 gab es dann auch endlich wieder etwas, das wir letztes Jahr schmerzlich vermissten: Interaktion. Sport und Spiel waren in den Anfangstagen der Leipziger Games Convention schließlich ein integrativer Bestandteil der Messe, der 2011 einfach wegrationalisiert wurde. Nun gab es Kartbahnen, Lasertaganlagen, Klettersäulen, Quizgames etc. Für viele also die einzige echte Alternative, um auf der gamescom Spaß zu haben, sofern man stundenlanges Schlangestehen nicht als Krönung der Unterhaltung versteht.

Denn eines hat sich freilich nicht geändert: Die Wartezeiten. Acht Stunden, neun Stunden, zehn Stunden – von „Dishonored“ bis „Crysis 3“ war Anstehen angesagt, und zwar nicht zu knapp, bisweilen weit über menschliche Schmerzgrenzen hinaus. Davon profitierten wie immer die eher kleinen Titel: Wer bei „Assassins Creed 3“ nicht rankommt, probiert eben mal einen unbekannten, dafür aber wenig überrannten Titel. Wie „Hawken“. Oder „Firefall“.

Skurril wird es dann, wenn sich Besucher um free-to-Play-Titel wie „Aion 2.0“ scharen. Da fahren einige Kids hunderte Kilometer, um auf der Gamescom die neusten Gaminghits anzutesten und dann finden sie sich aus Platzmangel vor Spielen wieder, die man seit Monaten kostenlos im Netz herunterladen kann. Es scheint beinahe, als würden sich die „Großen“ gegenseitig kannibalisieren und die Aufmerksamkeit unweigerlich auf die kleinere Konkurrenz lenken.

Die Besucher wissen sich halt zu helfen: Wer nicht gewillt ist, durch enge Hallen zu schleichen, spielt eben dort, wo es geht. Oder gar nicht. Tatsache ist sogar, dass nahezu alle von uns befragten Besucher, Fans und GIGA-Freunde immer gleich antworteten: „Acht Stunden für Assassins Creed anstehen? Ohne mich!“ Viele nutzen die Gamescom daher für etwas anderes: Um Freunde zu treffen oder Menschen, mit denen man vielleicht schon ewig im Clan zockt, diese aber nie gesehen hat. Dafür ist die Gamescom ein hervorragend geeigneter Ort. Sie bringt Menschen und ihr Hobby zusammen.

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Weitere Themen: Guild Wars 2, Beyond: Two Souls Demo, Call of Duty - Black Ops 2, Hitman: Absolution, Dishonored: Die Maske des Zorns, Pro Evolution Soccer 2013 , FIFA 13, Borderlands 2, Tearaway

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