Vorschau - Heavy Rain in der Preview

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(keth) Mit einem stylischen Nightliner-Bus tourt Sony derzeit durch ganz Deutschland, um diversen Pressevertretern einen ersten Blick auf eine fast fertige Version von Heavy Rain zu bieten. Wir waren natürlich auch dabei und schildern hier unsere Eindrücke – selbstverständlich ohne Spoiler!

Vorschau - Heavy Rain in der Preview

Bereits auf der gamescom war Heavy Rain in zwei Szenen spielbar: Mit dem Privatdetektiv Scott Shelby suchte man einen Supermarkt auf (Unser GIGA-Gameplay-Video dazu), während der FBI-Agent Norman Jayden eine Spur auf einem Schrottplatz verfolgte. Ende letzter Woche ist auch eine Demo erschienen, die zwei weitere Szenen mit den selben Charakteren offenbart. Am Donnerstag wird diese auch öffentlich im PlayStation Network verfügbar sein.

Nach einer kurzen Einführung in das Grundprinzip und die Protagonisten des Spiels zeigte uns der Sony-Pressevertreter heute zwei ausgewählte Szenen mit den beiden anderen Hauptfiguren – dem Vater eines verschwundenen Kindes, Ethan Mars, und der Reporterin Madison Paige, die unter Schlaflosigkeit leidet. Im Anschluss durften auch weitere Szenen selbst gespielt werden. Um den anwesenden Journalisten nicht zu viel von der Story zu verraten, beschränkte man sich auf Ausschnitte aus dem ersten Drittel des Spiels. Da ich euch auch nicht spoilern möchte, werde ich nicht darauf eingehen, was in diesen Szenen passiert – man kann jedoch verraten, dass Heavy Rain in manchen Szenen auf psychologischen Horror setzt und die Figuren in extreme Situationen bringt, in denen der Spieler harte Entscheidungen fällen muss. Die Filme “Sieben” und “Saw” lassen hier und da grüßen.

Und die Entscheidungen tragen in Heavy Rain auch durchgehend Konsequenzen. Da man nicht im klassischen Sinne “verlieren” kann, läuft die Story einfach unbeirrt bis zum Abspann durch, egal, wie man sich entscheidet oder wie schnell man in den übers Spiel verstreuten Quick Time Events reagiert. So kann es passieren, dass einer der Hauptcharaktere stirbt und ihr bis zum Spielende damit leben müsst – denn eine andere Entscheidung könnt ihr erst nach einmaligem Durchspielen fällen. Vorher ist das Kapitel-Auswahlmenü nämlich nicht verfügbar und man kann auch nicht wie bei anderen Spielen einfach einen älteren Spielstand laden.

Konsequenterweise hat Heavy Rain deshalb auch wirklich zahlreiche (gerüchteweise sind es 22) unterschiedliche Spielenden. Je nach eurer persönlichen Spielweise seht ihr nach insgesamt ca. 60 Szenen mit einer durchschnittlichen Spielzeit von 8-10 Stunden ein anderes Ende. Die Wichtigkeit der im Spiel verteilten kleinen Entscheidungen kann man im Grunde erst im Nachhinein einschätzen – laut dem Sony-Pressemenschen hat bisher jeder der Kollegen dort, der das Spiel beendet hat, einen anderen Abspann gesehen.

Steuerungstechnisch hat sich seit der Gamescom-Demo nicht all zuviel getan: Um eure Spielfigur vorwärts zu bewegen, haltet ihr R2 gedrückt und benutzt den linken Analogstick, um die Richtung vorzugeben. Das kann besonders in engen Gängen ein wenig für Frust sorgen, da man sich nicht mal eben auf der Stelle umdrehen kann. Ein wirkliches Problem stellt das allerdings in den bisher bekannten Szenen nicht dar, da, sobald Action ins Spiel kommt, auf Quick Time Events gesetzt wird. Diese sind sehr abwechslungsreich gehalten: Ihr müsst Buttons im richtigen Moment drücken, nacheinander mehrere Buttons gedrückt halten, Analogstick-Gesten durchführen, schnell mehrmals hintereinander auf einen Button hämmern oder via Sixaxis-Bewegungserkennung den Controller in eine Richtung bewegen. Auch weniger “stressige” Aktionen werden mit diesem Grundprinzip gesteuert, sodass es nicht immer auf Schnelligkeit ankommt, aber trotzdem alles wie aus einem Guss wirkt. Somit hat man nicht etwa das Gefühl, dass das Spiel plötzlich in eine Quick-Time-Event-Sequenz “umschaltet” und man danach “normal weiterspielt”, die QTE-Sequenzen gehören einfach nur zum normalen Spielablauf und fügen sich ganz organisch ein. In ruhigeren Szenen könnt ihr zusätzlich noch den Gedanken eurer Spielfigur lauschen, indem ihr L2 gedrückt haltet und euch für eine der dann um die Figur kreisenden Optionen entscheidet. Auch Unterhaltungen mit anderen Figuren sind drin, diese funktionieren ähnlich. Ist eure Figur aufgeregt, verschwimmen die Optionen oft oder bewegen sich schneller, sodass man manchmal keine völlig rationale Entscheidung fällen kann – die Gefühlswelt der Charaktere wird hier wunderbar auf den Spieler übertragen. Der FBI-Agent kann sich außerdem mit SciFi-mäßigen Tools auf Spurensuche begeben und in sekundenschnelle DNA-Analysen durchführen oder Finger- und Reifenabdrücke erkennen und zuordnen.

Insgesamt muss man sagen, dass uns mit Heavy Rain auf jeden Fall die am spannendsten inszenierte Unterhaltung seit Jahren erwartet. Die aus dem Vorgänger Fahrenheit bekannte Splitscreen-Dramaturgie kommt auch hier wieder zum Einsatz, und dadurch, dass der Spieler selbst banalste Dinge wie Licht ein- und ausschalten selbst steuert, fühlt man sich schnell mitten ins Geschehen versetzt. Viele der am Vorgänger geäußerten Kritikpunkte greifen nun nicht mehr – man merkt, dass der Entwickler diesmal großen Wert darauf gelegt hat, ein rundes Paket abzuliefern. Die Grafik ist wunderschön, die Charaktere wirken dank Motion Capturing durchgehend sehr echt und Heavy Rain spielt tatsächlich mit den ganz großen Gefühlen. Wenn die Story diesmal auch bis zum Ende spannend bleibt, kann man Quantic Dream nur zu diesem großen Wurf gratulieren – Heavy Rain könnte tatsächlich das Spiel werden, das den Spieler zum Weinen bringt.

Der PS3-Exklusivtitel erscheint am 26. Februar in einer regulären Version, einer Collector’s Edition und im Bundle mit der PS3.

Weitere Themen: Guild Wars 2, Beyond: Two Souls Demo, Call of Duty - Black Ops 2, Hitman: Absolution, Dishonored: Die Maske des Zorns, Pro Evolution Soccer 2013 , FIFA 13, Borderlands 2, Tearaway

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