Toms Gamescom-Highlight
Den einen großen Moment gab es bei mir zwar nicht, dafür aber mehrere kleine. Es ist einfach super, einige der Entwickler meiner Spielefavoriten zu treffen. Akira Yamaoka etwa, den Komponisten von Silent Hill (und Chainsaw Lollipop!) oder Katsuhiro Harada, den (kleinen) Mann hinter Tekken. Beim nächsten Mal dürfen sich auch gern die Amerikaner zeigen – ja, ich meine dich, Tim Schafer!

Die Spiele der Messe:

Platz 1: Saint’s Row 3
20 Minuten dieses Open World-Sandkastens haben mir gereicht, um die Entscheidung endgültig zu fällen: Saints Row 3 wird gekauft. Die Missionen sind super durchinszeniert (Helikopter-Angriffe, einstürzende Gebäude), die Möglichkeiten schier endlos (alte Frauen durch die Gegend werfen, Luftangriffe anfordern) und der Humor sitzt. Könnte mein Spiel des Jahres werden.


Platz 2: Soul Calibur 5
Soul Calibur 4 blieb mir als eines der schönsten Spiele auf den Next-Gen Konsolen in Erinnerung. Soul Calibur 5 sieht nun erneut fantastisch aus und spielt sich zudem um einiges flotter als sein Vorgänger. Mit alten Haudegen wie Mitsurugi, Cervantes und Ivy die neuen Kämpfer wie Natsu und Patroklos aufzumoshen, wird ein Heidenspaß.

Platz 3: Lollipop Chainsaw
Achtung: Dieses Spiel kommt aus Japan. Suda 51 zeigte sich bei Shadows of the Damned zuletzt schon fast konventionell, jetzt dreht er wieder richtig auf. Highschool-Cheerleader Juliette zersägt akrobatisch haufenweise Zombies. Warum das toll wird? Wegen dem combo-basierten Kampfsystem und den irren Bossgegnern – was mir bisher gezeigt wurde, gefällt ungemein.

Platz 4: Rayman Origins
Als von Nintendo verwöhnter 2D-Jump&Run-Fanatiker, haben es Dritthersteller nicht leicht, mich von ihren Hüpfkonzepten zu überzeugen. Ubisoft gelang das bereits auf der E3-Präsentation mit Rayman Origins, einem wunderschönen, eingängigen und unglaublich spaßigen Multiplayer-Platformer. Plus: Es gibt keine Hasen – gut so!


Platz 5: Diablo 3
Trotz all der Fragezeichen um Diablo 3 – ob es ein würdiger Nachfolger wird, ob das Skillsystem genug Tiefe bietet, ob Blizzard zu viel oder zu wenig am Konzept ändert – hat mir die Höllenhatz in meiner kurzen Anspielsession wieder richtig viel Spaß gemacht. Der Hexendoktor spielt sich zwar 1:1 wie der Totenbeschwörer, aber irgendwie gefällt mir das sogar ein bisschen…

Enttäuschung der Messe:
Ich habe ja gewusst, dass Star Wars: The Old Republic die MMO-Szene nicht revolutionieren wird, dass das Teil dann aber doch so konventionell ausfällt, hätte ich nicht gedacht. Zum Questgeber latschen, kurzes Gespräch führen, ein paar Gegner plätten und zurück: das kann jedes andere Online-RPG auch. Der sehr behäbige Kampf mit dem Schmuggler wollte mir auch nicht so recht Spaß machen und warum die Animationen so hakelig sind, weiß nur BioWare. Abschreiben will ich das Spiel damit nicht, der Vorfreude wurde aber ein gewaltiger Dämpfer versetzt.