Polaroid Sofortbildkamera Z340 - Die erste digitale Sofortbildkamera

Holger Blessenohl
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Polaroids Sofortbildkamera ist ein Klassiker der Fotografie-Geschichte. Heute mag es ja völlig normal wirken, wenn man sich ein gerade geschossenes Foto direkt danach auf dem Display ansehen konnte, in alten Analog-Zeiten war der Sofortdruck aber noch eine echte Sensation. Zum Kult avancierte die von Polaroid hergestellte Sofortbildkamera aber vor allem wegen der kurios verfälschten Farben der Bilder, die noch dazu innerhalb eines Jahres stark ausblichen.

Polaroid Sofortbildkamera Z340 - Die erste digitale Sofortbildkamera

Was die meisten Anwender damals noch als störende Bildfehler interpretierten, wurde von Künstlern kreativ genutzt und genießt heute ordentlich Nostalgie-Charme, wie die unzähligen Foto-Apps zeigen, mit denen man den Polaroid-Look imitieren kann. Auch in Polaroids Management hat sich wohl rumgesprochen, dass die alten Kameras immer noch einen guten Party-Spaß hergeben. Letztes Jahr hatte Polaroid bereits eine Neuauflage der analogen Sofortbildkamera unter dem Namen Polaroid 300 wieder aufgelegt, dieses Jahr haben sie auf der IFA 2011 mit der Polaroid Z340 auch eine digitale Sofortbildkamera vorgestellt.

Die Z340 ist relativ einfach aufgebaut, indem einfach eine Digitalkamera und ein kleiner mobiler Drucker in einem Gehäuse untergebracht werden. Mag das klobige Design der Z340 nostalgisch an die alten Fotokisten erinnern, die Technik ist definitiv von heute. So kann man die Bilder auf einem 2,7 Zoll großen ausklappbaren Display betrachten und vor dem Drucken noch bearbeiten. Ist das Bild nichts geworden, kann es auch einfach ohne zu Drucken wieder gelöscht werden. Schärfe, Kontrast, Weißabgleich und ähnliches können zuvor manuell eingestellt werden, die Auflösung des Sensors liegt bei 14 Megapixeln. Außerdem werden alle Bilder auf einer SD-Speicherkarte für die Bearbeitung am Computer abgespeichert.

Auch beim verwendeten Fotopapier geht Polaroid neue Wege und nutzt die ZINK-Technologie für dauerhafte und farbechte Ausdrucke. Wer gerade den typischen Polaroid-Look aus den 70er/80er-Jahren mag, ist also weiterhin auf die Programmierer von Kamera-Apps und Bildbearbeitungsprogrammen bzw. -filtern angewiesen. Zudem sind die Fotos mit 3×4 Zoll auch größer als die klassischen Sofortbilder.

Allzu viele Bilder kann man mit der Z340 leider nicht machen, eine Akku-Ladung reicht nur für 25 Bilder. Genaue Größen- und Gewichtsangaben hat Polaroid auch noch nicht gemacht, dafür steht der Preis schon fest. Rund 300 Euro will der US-amerikanische Hersteller für die digitale Z340 haben, die analoge gibt es schon für rund 90 Euro. Im Preis der Z340 enthalten sind 10 Stück ZINK-Fotopapier, 30 Stück kosten rund 20 Euro. Das mag teuer klingen, ist aber immer noch günstiger als das, die mit rund 1 Euro pro Ausdruck zu Buche schlägt. Ab Ende September soll die Polaroid-Sofortbildkamera verfügbar sein.

Was meint Ihr? Brauchen wir in Zeiten der Digitalfotografie noch Sofortbildkameras? Und macht es überhaupt Sinn, Sofortbildkameras herzustellen, die ganz normale Fotos ohne Farbfehler schießen? Würdet Ihr Euch so eine Kamera kaufen oder lieber einen Fotofilter mit Polaroid-Effekt nutzen?

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