Rückblick: Mobile World Congress 2011

Ben Miller
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Mobile World Congress 2011
Letzten Donnerstag ging der größte Mobilfunkongress, der Mobile World Congress, in Barcelona zu Ende. An die 60.000 mobilfunkbegeisterte Menschen aus aller Welt trafen und präsentierten sich und ihre Produkte auf einem Areal in der Größe eines kleinen Dorfes. Dementsprechend voll waren alle acht Hallen, Container und Pavillions. Es war mein erster MWC, auch weil Apple hier offiziell keine Rolle spielt. Inoffiziell war Apple omnipräsent. Es gab fast keine Smartphone- oder Tablet-Präsentation in der nicht ein Apple-Produkt zum Vergleich verbal herangezogen wurde. “Im Gegensatz zum iPad…”, “Wenn Sie ein iPhone daneben halten sehen sie….” etc. Für mich interessant waren natürlich Apples Konkurrenten und was sie gegen iPhone und iPad ins Feld schicken. Ein Gadget, dass mich wirklich umhaute, gab es aber leider nicht. Viele Präsentation fanden schon am Wochenende vor dem Mobile World Congress statt. So beispielsweise auch die Samsung-Keynote auf der das Samsung Galaxy S II und das Galaxy Tab 10.1 vorgestellt wurden.

ShowStoppers

ShowStoppers
ShowStoppers ist ein Side-Event für Journalisten und Blogger. Hier können Pressevertreter auf Tuchfühlung mit mehrheitlich kleineren Herstellern und Gadgets gehen die in der Masse eines MWC schlicht untergehen würden. Auf fast jeder größeren Messe gibt es ein ShowStoppers Event, so beispielsweise auch auf der CES in Las Vegas und eben dem MWC.

Otterbox Defender für iPad
Otterbox präsentierte auf den ShowStoppers neue Modelle ihrer “Defender Series”. Diese Outdoor-Schutzhüllen für iPhone, iPod touch, iPad und andere Gadgets sind sehr robust, stoß- und staubfest. Damit ausgerüstet übersteht das geliebte Device auch ohne Probleme einen heftigeren Sturz. Das iPad-Modell verfügt zudem über einen Ständer.

Opera für iPad
Der Browser-Hersteller Opera zeigte die neue Version des Opera Mini für iPad. Drastisch verbessert glänzt Opera für iOS nicht nur durch die bereits bekannten Komprimierungsverfahren sondern auch durch das neu implementierte und native Pinch-to-Zoom.

Durch das Komprimieren der aufgerufenen Webseiten kann Opera Mini bis zu 90% des anfallenden Traffics einsparen. Dafür wandert aber auch jede geöffnete Webseite zuerst über die Opera-Server in Island auf denen die Webseite dann komprimiert und anschließend an den Opera-Browser des Users weitergeschickt wird. Dies geschieht allerdings sehr schnell sodass man davon in der Regel nichts merkt.

Swype demonstrierte ihre Eingabetechnologie für Touchscreens erstmalig auf einem iOS-Gerät, genauer gesagt auf einem iPad. Im Gegensatz zu regulärem Tippen auf einem Touchscreen zeichnet man mit Swype quasi das jeweilige Wort auf der Touchscreen-Tastatur.

Mobile World Congress

Die Masse des Fachpublikums und natürlich auch die teils aussergewöhnlichen Stände waren beeindruckend, ebenso das tägliche Verkehrschaos rund um das Messegelände.

Mobile World Congress 2011
Mobile World Congress 2011
Mobile World Congress 2011

Neben den vollgepackten Hallen fanden sich in der zentralen Strasse zwischen den Hallen, der “Avenue”, dutzende Trucks und Container wo sich ebenfalls Unternehmen präsentieren. Umso näher am “National Palace” umso exklusiver wurde es. Dort hatten HTC und auch die Deutsche Telekom ihre Pavillions. In der obersten Halle war die AppWorld angesiedelt in der neben Blackberry auch HP, Skype und vermehrt App-Hersteller ihre Produkte und Services präsentierten.

Pavillion Deutsche Telekom
Pavillion Deutsche Telekom

Im Telekom-Pavillion konnte man viele interessante Geräte abseits des Trubels in Augenschein nehmen. Selbst das Motorola XOOM welches man normalerweise nicht in die Hände bekam – weniger weil der Andrang auf das Gerät so groß war sondern weil es selbst beim Motorola Stand schlicht nicht erlaubt war das Gerät zu testen. “Die Software des XOOM sei noch nicht final” – so die Begründung. Trotzdem konnten wir in einem nicht beobachteten Moment mit diesem Android-Tablet spielen. Jedoch war die Zeit zu kurz um es wirklich ausgiebig zu testen. Für ein paar Vergleichs-Fotos hat die Zeit aber gereicht.

Motorola XOOM
Motorola XOOM
Motorola XOOM
Motorola XOOM

Das XOOM kommt in drei Ausführungen (CDMA, GSM und WiFi-only) auf den Markt, die Mobilfunk-Modelle sind vorerst nur mit 3G ausgestattet. Im Laufe des Jahres sollen sich gekaufte XOOMs nachträglich auf 4G-Mobilfunk aufrüsten lassen.

  • Android 3.0
  • 10.1 Zoll Display – 1280×800 Pixel
  • Dual Core 1 Ghz CPU NVIDIA Tegra 2
  • 1GB RAM
  • 32 GB bzw. 64GB Speicherplatz mit microSD Card Slot
  • 10 Stunden Akkulaufzeit
  • 5 MP Kamera mit LED-Blitz für HD 720p Videoaufnahme
  • 2 MP Front-Kamera für Videotelefonie
  • Wifi 802.11 n, Bluetooth 2.1
  • CDMA/GSM
  • Gewicht 730 g
  • Preis: 729,- bzw. 829 US-Dollar (selber Preis wie iPad)

Das Blackberry Playbook mit seinem 7″ Touchscreen war eine große Enttäuschung. Es reagierte nur mühselig und oft auch überhaupt nicht auf Touchscreen-Eingaben. Flash-Videos wurden zwar abgespielt, liesen sich dann aber nicht mehr stoppen. Der Browser stürzte wie auch das Playbook selbst des öfteren ab. Das Fachpersonal war mit dem Neustarten und Zurücksetzen der Playbooks gut ausgelastet. Dies dürfte natürlich auch mit dem noch nicht finalen Betriebssystem zu tun haben. Allgemein sind für mich 7″ zu klein für ein Tablet. Bei so einem Display sind die Bedienelemente auch dementsprechend klein was die ganze Bedienung um einiges unkomfortabler macht. Dafür passt es in eine Jackentasche.

  • QNX OS (Unix – auch OSX und iOS basieren auf UNIX)
  • 7 Zoll Display – 1024×600 Pixel
  • Dual Core 1 Ghz CPU
  • 1GB RAM
  • 16 GB bzw. 32 GB Speicherplatz mit microSD Card Slot
  • 10 Stunden Akkulaufzeit
  • 5 MP Kamera mit LED-Blitz für HD 1080p Videoaufnahme
  • 2 MP Front-Kamera für Videotelefonie
  • Wifi 802.11 a/b/g/n, Bluetooth 2.1
  • zukünftig auch Mobilfunk-Modelle mit 3G/4G – keine weiteren Infos
  • Gewicht 400 g
  • Preis: Keine Angabe

Auf dem Samsung Galaxy Tab 10.1 kommt wie auch beim XOOM Android 3.0 Honeycomb als Betriebssystem zum Einsatz. So schnell beide Dual-Core-Tablets auch waren, so unübersichtlich empfand ich auch Honeycomb. Dutzende verschiedene GUI- und Bedienelemnte missfielen meinen iOS-verwöhnten Augen. Es scheint, als wisse Google bei Android 3.0 nichts mit dem größeren Display eines Tablets anzufangen.

  • Android 3.0
  • 10.1 Zoll Display – 1280×800 Pixel
  • Dual Core 1 Ghz CPU
  • 1GB RAM
  • 16 GB bzw. 32 GB Speicherplatz mit microSD Card Slot
  • Akku mit 6860 mAh
  • 8 MP Kamera mit LED-Blitz für HD 1080p Videoaufnahme
  • 2 MP Front-Kamera für Videotelefonie
  • Wifi 802.11 a/b/g/n, Bluetooth 2.1
  • HSPA+/EDGE/GPRS
  • Gewicht 600 g
  • Preis: Keine Angabe

HP TouchPad
Das HP TouchPad war meiner Meinung nach noch das Beste der ausgestellten Tablets. Es verfügte zwar über weniger Features als ein XOOM oder Galaxy Tab 10.1, doch den Mangel an Hardware-Features machte das WebOS Betriebssystem wieder wett. Oft ist weniger doch mehr.

  • WebOS 3.0
  • 10.1 Zoll Display – 1024×768 Pixel
  • Dual Core 1,2 Ghz CPU
  • 1GB RAM
  • 16 GB bzw. 32 GB Speicherplatz
  • Akkulaufzeit: k.A.
  • 1,3 MP Front-Kamera für Videotelefonie
  • Wifi 802.11 b/g/n, Bluetooth 2.1
  • HSPA+/EDGE/GPRS (Mobilfunk-Modell auch mit A-GPS)
  • Gewicht 740 g
  • Preis: Keine Angabe

Zusammenfassend muss ich aber sagen, dass ich mich trotz all dieser auf dem Papier gut klingenden “Top-Tablets” immernoch für ein iPad entscheiden würde. Denn entweder war bei den oben genannten Tablets das OS bzw. dessen Modifikationen unausgereift und die Hardware akzeptabel oder umgekehrt. Und auch designtechnisch konnte keines der Tablets dem iPad das Wasser reichen. Plastik dominierte.

Viele Hersteller nannten zudem keine Verkaufspreise. Diese dürften sich zwar am iPad orientieren, doch scheint es, als würde Apples Konkurrenz auf die Präsentation des iPad 2 warten.

Bei den Smartphones gab es, mit Ausnahme des LG Optimus 3D und des Motorola Atrix 4G, nichts wirklich Neues zu entdecken. Dual-Core-Prozessoren gehören 2011 in der obersten Smartphone-Liege zur Standardausstattung.

LG Optimus 3D
Das LG Optimus 3D glänzt, wie der Name erahnen lässt, durch ein 3D-Display für welches man glücklicherweise keine Brille benötigt. Das Optimus kann aber nicht nur 3D-Filme wiedergeben sondern dank Dual-Kameras auf der Rückseite auch Fotos und Videos in 3D aufnehmen.

Der 3D-Effekt kommt gut rüber, allerdings erinnert das ganze an die bekannten “Wackelbilder” aus Cerealien-Schachteln. Man muss im richtigen Winkel auf das Display blicken da sich sonst der witzige Effekt ins Gegenteil umkehrt und zu Kopfschmerzen führt. Glücklicherweise lässt sich 3D beim Optimus je nach Laune ein- und ausschalten.

Motorola Atrix 4G
Motorolas neuestes Performance-Flagschiff nennt sich Atrix 4G. Dank Dual-Core-CPU und zwei Betriebssystem kann das Atrix auch als Laptop verwendet werden. Dockt man es in das optional erhältliche “Lapdock” ein (welches quasi ein Laptop ohne eigene CPU, GPU, RAM ist), bootet das Atrix eine seperate Linux-Distribution welche dann über den Lapdock-Bildschirm ausgegeben und über die Lapdock-Tastatur bedient wird.

Dieses Konzept hört sich zunächst auch gut an, jedoch stellt man sich kurz darauf die Frage, ob man statt dieses Lapdocks nicht gleich ein vollwertiges Notebook verwenden sollte. Immerhin muss man das 400 US-Dollar teure Lapdock wenn dann sowieso mitschleppen.

Alles in allem sucht Apples Konkurrenz nach Alleinstellungsmerkmalen und lotet so das Möglichkeiten aus. Es ist jedoch unübersehbar, dass Apple mit iPhone und iPad immernoch der Maßstab ist an dem sich auch viele Hersteller selbst teils offensichtlich messen.

Mein Pick of the Show

Mein “Pick of the Show” nennt sich Oonair und ist ein “Mobile Video Collaboration Service”. Oonair richtet sich derzeit primär an Business-Kunden, Sendeanstalten, Reporter bzw. Journalisten. Mit diesem Service kann man mit mobilen Geräten Live-Video ins Netz streamen.

Das Konzept hinter Oonair soll es besonders einfach machen, diese Videodaten weiterzuverarbeiten.

Fallbeispiel: Ein Reporter ist im Ausseneinsatz und berichtet mit einem Videobeitrag über ein Event. Er nimmt das Geschehen mit seinem iPhone 4 per Oonair auf und streamt es gleichzeitig live zur Redaktion. Der Chefredakteur sieht den Livestream und kann dann in Echtzeit Regieanweisungen auf das iPhone schicken die der Reporter dann auch sofort umsetzen kann. Hat der Reporter alles abgedreht kann das Video sofort in der Redaktion verarbeitet werden. Da der Videostream in der Cloud gespeichert wird, muss die Redaktion nicht auf den Reporter und sein Filmmaterial warten sondern kann es aus der Cloud downloaden und sofort verarbeiten. Je nach Gerät und Internetverbindung geht das Streaming auch in HD. Zukünftig soll auch das iPhone Videostreaming in HD unterstützen.

httpv://www.youtube.com/watch?v=NnHcgmbvSOs


An der Stelle möchten wir uns noch bei unserem Sponsor für die Unterstützung im Rahmen des MWC 2011 bedanken.  ist der führende Ankaufsspezialist für die gesamte Apple Produktkategorie. Von iPhones und iPods über MacBooks, MacBook Pros und iMacs bis hin zu Mac Minis, iPads und Mac Pros reicht das Ankaufsportfolio. Auch nicht Apple Geräte aus den Kategorien Handys und Digicams, Navigationssystem und Konsolen sowie Notebooks werden angekauft. Der Kunde kann wählen, entweder Bargeld, Gutscheine oder Neuprodukte im Tausch gegen seine Altgeräte.

Weitere Themen: ZTE Grand Memo II LTE, Sony Xperia Tablet Z2, Samsung Gear Fit, Sony Xperia Z2, Nokia X, X+ und XL, LG G2 Mini , ASUS Padfone Infinity, Huawei Ascend P2, Samsung Galaxy NX

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