Wahlprognose 2013: Das Google-Barometer und die aktuellen Umfragen zur Bundestagswahl

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Nur noch wenige Tage bis zur Bundestagswahl 2013: Wie stehen die Prognosen für Schwarz-Gelb und Rot-Grün, und was sagt das Netz dazu? Das Wahlbarometer von Google Trends bildet das Suchinteresse in Deutschland ab, außerdem haben wir die aktuellen Wahlprognosen zusammengestellt.

Wahlprognose 2013: Das Google-Barometer und die aktuellen Umfragen zur Bundestagswahl

1. Die “Wahlprognose” mit Google: Suchtrends in Deutschland

Zur Bundestagswahl 2009 hatte Google eine eigene Sonderseite ins Netz gestellt, die neben den aktuellen Nachrichten und dem YouTube-Kanal Open Reichstag auch ein Wahlbarometer anhand des Suchvolumens der Parteien präsentierte. Für die Bundestagswahl am 22.9.2013 haben wir das Prognose-Tool nachgebaut. Das Diagramm zeigt die Suchanfragen nach den Parteien, also quasi das öffentliche Interesse im Internet. Die Trends-Daten sind auf den Bereich “Politik” und Deutschland eingegrenzt.

Und so sieht das Interesse für die Kanzlerin und ihren Herausforderer im Vergleich aus (mit einem deutlichen Ausschlag zum “Kanzlerduell”):

Im Suchvolumen bei Google liegen sowohl SPD und CDU als auch Peer Steinbrück und Angela Merkel nahezu gleichauf – die Sozialdemokraten (im deutlichen Unterschied zu den Umfragewerten) sogar leicht in Führung. Die Kurven geben eben nur die Anzahl der Suchanfragen an: Zwar kann man von einer gewissen Affinität ausgehen (SPD-Anhänger werden tendenziell öfter nach der SPD suchen), aber wer nach Steinbrück sucht, muss ihn eben noch lange nicht wählen (bzw. die SPD). Eine bessere Prognose dafür liefern die repräsentativen Umfragen.

2. Die aktuellen Umfragen zur Bundestagswahl

Die Seite wahlrecht.de zeigt die neuesten Umfragen zur Bundestagswahl im Überblick. Dabei variieren die Ergebnisse der sieben Institute (von Allensbach über Emnid zur Forschungsgruppe Wahlen) um wenige Prozentpunkte. Zwölf Tage vor der Wahl steht die schwarz-gelbe Koalition bei knapp 45 Prozent, wobei die CDU mit 40 Prozent darauf hoffen muss, dass die FDP die 5-Prozent-Hürde überspringt. Die SPD rangiert bei 25 Prozent, die Grünen um 11 und die Linke bei 8 oder 9. Für Rot-Grün müsste also schon ein Wunder geschehen, um die rund 10 Prozent auf die Regierungskoalition noch gut zu machen. Laut den Umfragen liegen die Piraten und Alternative für Deutschland (AfD) bei je rund drei Prozent, sie würden also nicht ins Parlament einziehen. Es sieht nach einem Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Regierungskoalition und gesammelter Opposition aus. Sollte Schwarz-Gelb verlieren, bliebe nur noch die (unwahrscheinliche) Alternative Rot-Rot-Grün zu einer Großen Koalition unter Merkel und ohne Steinbrück.

Spiegel Online präsentiert ebenfalls die aktuellen Erhebungen zur “Sonntagsfrage” in Chart-Form und zeitlicher Entwicklung, außerdem kann im Koalitionsrechner ermittelt werden, welche Mehrheiten möglich sind.

Wer noch genauer in die Umfrage-Ergebnisse hineingehen will, findet bei der Bundeszentrale für politische Bildung eine interaktive Infografik der aktuellen Infratest-dimap-Erhebung. Hier kann noch weiter nach Ost/West, Geschlecht, Beruf, Einkommen etc. aufgeschlüsselt werden. Die BpB bietet außerdem den Wahl-O-Mat für Unentschlossene (auch als App für iPhone/Android) sowie verständliche Informationen zu Überhangmandaten und Co.

Am Wahltag selbst können die Prognosen und Hochrechnungen auf den Seiten der öffentlich-rechtlichen Sender verfolgt werden, beispielsweise auf der Wahlseite der Tagesschau und beim ZDF.

Nach der Wahl zeigt der Wahlatlas auf der Seite des Bundeswahlleiters die Ergebnisse für die einzelnen Bundesländer und Wahlkreise.

Weitere Themen: Wahl-O-Mat, Wahl-O-Mat 2013, Google Suche, Koalitionsvertrag 2013


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