WWDC 2011: Warum der Apple-Entwicklerkongress so wichtig ist

Sebastian Trepesch
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Wie sehen die zukünftigen Apple-Betriebssysteme iOS 5 und Mac OS X Lion genau aus? Welche neuen Produkte oder Dienste bringt Apple noch auf den Markt? Diese Fragen wird Steve Jobs am 6. Juni beantworten, in der Keynote zum Entwicklerkongress WWDC 2011. Apple-Blogger Ben Miller ist für macnews.de live dabei.

Er ist ab 6. Juni auf der Apple Worldwide-Developers-Conference und bei der Keynote im Auditorium des Moscone Centers in San Francisco: Unser Kollege Ben Miller vom Partnerportal benm.at. Wir wollen von ihm wissen, warum für ihn die Konferenz das wichtigste Apple-Event des Jahres ist.

macnews.de: Die Worldwide Developers Conference (WWDC) wird mit Hochspannung erwartet. Was zeichnet den fünftägigen Apple-Kongress aus?

Ben: Die Spannung resultiert natürlich aus den Neuvorstellungen, die Steve Jobs in der Eröffnungsrede präsentieren wird. Generell ist die WWDC eine riesige Kontakte-Börse. Das Event bietet eine sehr gute Möglichkeit, sich mit den erfolgreichsten Entwicklern aus der ganzen Welt auszutauschen. Zudem gibt sie eine der wenigen Gelegenheiten, persönlich mit Apple zu reden – mit einem Menschen, von Angesicht zu Angesicht. Aufträge und Jobs sind natürlich auch ein Thema, viele tragen sogar T-Shirts mit Jobangeboten und Kontaktadresse als Aufschrift.

macnews.de: Die Eröffnung mit der Keynote ist allseits bekannt. Aber was passiert an den anderen vier Tagen?

Ben: Es gibt einen mit sogenannten Sessions gespickten Terminplan, der um 9 Uhr morgens startet und am Nachmittag endet. Eine Session ist wie eine kleine Keynote, die sich auf ein Thema beschränkt, dafür viel stärker in die Tiefe geht. Im Gegensatz zu der Eröffnungsrede können die Entwickler Fragen stellen.
Desweiteren gibt es sogenannte Labs, in denen Entwickler die Neuvorstellungen ausprobieren können. In diesen “Laboren” stehen große Tische mit unzählige Macs, betreut von den Apple-Ingenieuren, auch gerne einmal Rothemden genannt. Ein Softwareprogrammierer kann zum Beispiel seinen Code mitbringen und dort testen. Die Apple-Mitarbeiter helfen bei Problemen und geben Tipps.

macnews.de: Sind die Rothemden denn kompetent?

Ben: Wenn man Glück hat, können sie einem weiterhelfen. Geschult sind sie natürlich alle. Wenn Du aber einsehr spezielles Problem hast, kannst du auch Pech haben. Aber im Grunde genommen sind genügend Leute da, die man fragen kann.

macnews.de: Du sprichst von Entwicklern – können auch Händler, Journalisten oder gar Kunden an der WWDC teilnehmen?

Ben: Eigentlich sind nur Entwickler da – nicht nur von kleinen Anwendungen, sondern auch von den bekannten Diensten wie Skpe oder AOL. Für die Registrierung benötigt man den Status eines Apple-Entwicklers und dementsprechend einen Apple Developer Account. Zudem schlägt ein WWDC-Ticket mit 1599 US-Dollar zu Buche, Flug und Hotel natürlich noch nicht mitgerechnet. Eine kleine Ausnahme stellt natürlich die Keynote dar. Hier sitzen auch Journalisten im Publikum, aber nur wenige haben von Apple Pressekarten erhalten.

macnews.de: Du warst schon im letzten Jahr auf der WWDC. Wie kann man sich die Atmosphäre unter dem geballten Expertenwissen vorstellen?

Ben: Positiv energiegeladen. Es herrscht eine motivierende und inspirierende Atmosphäre, es liegt ein Hauch des “Silicon-Valley-Unternehmergeistes” in der Luft.

macnews.de: Konkurrenzdenken?
Ben: Nein, gar nicht. Man fragt bei Problemen über den Tisch, und hilft sich gegenseitig.

macnews.de: Was versprichst Du Dir persönlich von der WWDC?

Ben: Kontakte und Wissen. Die Konferenz bietet die einzigartige Möglichkeit, viel zu lernen. Das Wissen hilft in der täglichen Berichterstattung auf benm.at und macnews.de natürlich ungemein.

macnews.de: Was werden die besonderen Neuigkeiten sein, die Apple vorstellt?

Ben: Im Rampenlicht wird mehr die Software, als die Hardware stehen. In einer Pressemitteilung hat Apple die Vorstellung der Betriebssysteme Mac OS X Lion und iOS 5 angekündigt. Zudem dürfen wir gespannt sein, was der neue Dienst iCloud beinhaltet. iWork-Apps für iPad und iPhone hat Apple erst gestern aktualisiert. Eine neue Version für den Mac könnte noch kommen.

macnews.de: Was könnte die berühmte Überraschung werden, das “one more thing”?

Ben: Auf der Keynote der WWDC bringt Apple eigentlich immer ein “one more thing” – im letzten Jahr war es Facetime. Dieses Jahr könnte es eine besondere Funktion der Betriebssysteme sein, verbesserte Sprachsteuerung oder auch NFC.

macnews.de: Übermorgen fliegst Du von Berlin aus los. Wie ist Deine Stimmung?

Ben: Es ist noch viel zu tun und ich bin gespannt und hoffe, dass alles mit der Berichterstattung auf unseren beiden Portalen klappt. Von der Keynote wird es natürlich einen Liveblog geben – ich werde mich morgens um drei Uhr anstellen müssen, um einen guten Platz im Moscone Center zu bekommen. Darüber hinaus wollen wir Interviews mit Entwicklern führen, und ein paar Videos veröffentlichen. Mein Hotel liegt in nächster Nähe zum Center, die Voraussetzungen sind also günstig.

macnews.de: Wir sind gespannt. Ben, viel Erfolg!

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