Keynote-Zusammenfassung: HomePod, iMac Pro, iOS 11 und macOS High Sierra

Thomas Konrad

Auf ein Event im Frühjahr hatte Apple verzichtet – zahlreiche Neuheiten hatte sich der Hersteller für den heutigen Tag aufgehoben. Wir fassen sie hier zusammen:

Keynote-Zusammenfassung: HomePod, iMac Pro, iOS 11 und macOS High Sierra

Apple TV + Amazon

Sechs Neuerungen versprach der Apple-CEO für den heutigen Abend. Das erste kleine Update betrifft Apples Set-Top-Box Apple TV. Die Gerüchteküche vermutete es bereits seit einiger Zeit, nun ist es offiziell: Amazons Video-Streaming-Dienst steht bald als Apple-TV-App zur Verfügung.

Apple Watch

Die Apple Watch sei die meistverkaufte Smartwatch, erklärte CEO Tim Cook. Damit das so bleibt, hat sich der Hersteller einige Neuerungen für watchOS 4 überlegt. Kevin Lynch zeigte zuerst ein neues Siri-Zifferblatt, das Informationen wie Termine oder Erinnerungen über den Tag verteilt intelligent zusammenstellt. Wer gerne bunt lebt, kann sich für ein neues Zifferblatt im Design eines Kaleidoskops entscheiden. Pixar-Fans dürfen sich auch freuen: Woody, Jessie und Buzz Lightyear kommen mit watchOS 4 — allesamt nett animiert — auf die Apple Watch.

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Apple verschärft zudem den Fokus auf Fitness-Funktionen: Unter anderem kann die Apple Watch nun mit ausgewählten Fitnessgeräten wie Laufbändern kommunizieren, und zwar mittels NFC. Daten wie die zurückgelegte Strecke und verbrauchte Kalorien kann man so zwischen Smartwatch und Fitnessgerät synchron halten.

Top 10 der Apple-Keynote im Schnelldurchlauf

macOS High Sierra

Nicht das iPhone, sondern den Mac nannte CEO Tim Cook „the heart and soul of Apple“ — und übergab anschließend an Craig Federighi. Der führte durch die neuen Funktionen von macOS High Sierra. Wie im Fall von „Snow Leopard“ soll der Name andeuten: Diesmal geht es um kleinere Verbesserungen des bestehenden Systems.

Safari soll unter High Sierra noch schneller laufen, blockiert automatisch abgespielte Videos und verhindert Tracking durch Werbetreiber. Bereits bekannt war, dass Apple das neue Dateisystem APFS (Apple File System) auch auf den Mac bringt. Für Anwender bringt auch diese Neuerung unter der Haube Vorteile mit sich: beim Duplizieren lokaler Dateien zum Beispiel. Das ist unter APFS deutlich schneller. Viel Applaus gab es für die Grafik-Plattform Metal 2 und die damit verbundenen Möglichkeiten für VR-Anwendungen.

Neue iMacs, neue MacBooks und eine Überraschung

Apples iMacs — äußerlich bis auf zwei neue Thunderbolt-3-Schnittstellen unverändert — bekommen bessere Displays, die heller sein sollen als ihre Vorgänger. Dazu gibt es schnellere Kaby-Lake-Prozessoren und, auf Wunsch, mehr Arbeitsspeicher: beim 27-Zoll-Gerät bis zu 64 Gigabyte. Zuwächse gibt es auch in Sachen Grafik: 80 Prozent mehr Leistung soll es zum Beispiel beim kleinsten iMac geben. Der größte iMac soll unter macOS High Sierra für die Erstellung von VR-Inhalten herhalten können. Endlich!

Kleinere Änderungen gibt es bei Apples MacBooks: Kaby Lake, schnellere SSDs im dünnen MacBook, eine bessere Grafik im 15-Zöller.

Die Überraschung am heutigen Abend

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Schwarze Tasten, ein Num-Pad, eine schwarze Magic Mouse, vier Thunderbolt-3-Ports, 10-Gigait-Ethernet und Spacegrau: So präsentiert Apples iMac Pro. Erscheinen soll der „bislang schnellste Mac“ mit Xeon-Prozessoren (bis zu 18 Kerne) aber erst im Dezember. Kostenpunkt: mindestens 4.999 US-Dollar.

iOS 11

Apple verpasst Siri in iOS 11 eine neue Stimme: Sie soll unter anderem durch maschinelles Lernen verbessert worden sein. Eine kurze Demo auf der Bühne zeigte: Siri kann Wörter nun unterschiedliche betonen – abhängig vom Kontext.

Ein neuer Videocodec soll Videos, die Anwender mit iOS 11 aufnehmen, besser und  platzsparender zugleich machen. Für Bilder nutzt der Hersteller ebenfalls ein neues Format, das die gleichen Vorteile mit sich bringt.

Phil Schiller durfte eine der größten Neuerungen in iOS 11 präsentieren: einen ganz neuen App Store. Unter anderem führt Apple einen neuen „Today“-Tab ein, der Anwendern beim Entdecken neuer Applikationen helfen soll. Auch Tipps will Apple hier bereitstellen.

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Für Entwickler sind neue Schnittstellen für maschinelles Lernen und AR an Bord. AirPlay, Live-Bilder, Maps, die iMessage-App-Auswahl, das Kontrollzentrum, den Sperrbildschirm und mehr hat Apple außerdem überarbeitet. Viele neue Funktionen gibt es exklusiv für das iPad, darunter Drag-and-Drop, einen Dateimanager, ein neues Dock und eine überarbeitete Multitasking-Ansicht.

Neue iPad-Pro-Modelle

Eine Bildschirmtastatur in voller Größe bringt Apples neues iPad Pro mit 10,5-Zoll-Display mit sich. Und ist dabei nicht viel größer als der Vorgänger mit 9,7-Zoll-Screen. Auch das externe Smart Keyboard ist etwas größer geworden und direkt zum Start in 30 Sprachen erhältlich.

Der Hersteller hat auch das größere 12,9-Zoll-iPad überarbeitet. Endlich gibt es auch für dieses Tablet True Tone. ProMotion ist eine neue Funktion für beide Geräte: Die Wiederholungsrate des Bildschirms kann damit dauerhaft bei 120 Hz liegen. Im Inneren arbeitet ein neuer A10X-Chip, der 30 Prozent schneller sein soll als der A9X-Chip im aktuellen iPad Pro.

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Äußerlich sind die beiden Tablets von ihren Vorgängern kaum zu unterscheiden. Auf ein iPad im futuristischen randlosen Design müssen wir weiterhin warten. Immerhin: 32-Gigabyte-Modelle wird es nicht mehr geben. Mit mindestens 64 Gigabyte Speicher (und mit bis zu 512!) kommen die Geräte nächste Woche in den Handel.

HomePod: Ein neues Musikerlebnis für zuhause

Der letzte Punkt auf Tim Cooks Agenda war Musik. Apple wolle das Musikerlebnis in den eigenen vier Wänden neu erfinden, sagte Cook. Eines sollte man direkt erwähnen: Apples Lautsprechersystem HomePod kommt nicht allzu bald auf den Markt.

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Vorstellen wollte ihn Apple heute trotzdem und verriet: Im Inneren arbeitet ein ausgeklügeltes Lautsprecher-System, das auch anspruchsvolle Ohren zufriedenstellen soll. Natürlich ist Siri an Bord – und soll sich prima im Bereich Musik auskennen. HomePod, sagt Apple, ist auch ein Musikexperte. Darüberhinaus stehen auch bereits bekannte Siri-Funktionen bereit.

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Kosten wird HomePod 349 US-Dollar. Ab Dezember kann man den Lautsprecher kaufen, aber nur in den USA, dem Vereinigten Königreich und Australien. Hierzulande muss man sich bis 2018 gedulden.

Bilder: Apple

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