Zusätzlich zu Sex und Gewalt versperrt das staatlich anerkannte Jugendschutzprogramm JuSProg offenbar auch den Weg zu politisch profilierten Blogs, Plattformen und Tageszeitungen. BoingBoing, WikiLeaks, Neues Deutschland oder der ACTA kritische Techdirt Blog – alles Seiten, die für die jugendlichen Nutzer des Programm als „ungeeignet“ klassifiziert werden. Wer diese Adressen ansurft, bekommt ein „Hoppla“ von JuSProg serviert.

Darüber, warum das Programm diese Seite sperrt, herrscht derzeit noch Unklarheit. JuSProg arbeitet angeblich vollkommen automatisiert, indem es die Inhalte der Internetseiten nach bestimmten Keywords wie „Porno“ durchsucht und diese dann – im Falle einer hohen Trefferquote – für die Nutzer des Programms sperrt. Soweit die Theorie. Doch warum wird dann eine Seite wie Techdirt gesperrt? Jugendgefährdende Inhalte sucht man dort vergebens. Dafür findet dort aber eine rege Diskussion zu SOPA und ACTA statt.

Auf den Vorwurf der politischen Einflussnahme regierte Sönke Kielmann von JuSProg indes mit folgendem Kommentar: “Wir wollen keine politischen Meinungen zensieren. Wir schauen uns jedoch nicht jede Seite manuell an, unser System arbeitet hier mit automatischen Keywords.”

Hinter JuSProg steht ein gleichnamiger Interessenverband zu dem neben dem Springer Verlag, dem Erotikunternehmen Beathe Uhse auch Publisher Electronic Arts gehören.