AirPlay-Adapter Marke Eigenbau: Receiver und Fernseher nachrüsten
AirPlay-Receiver sind nicht günstig. Und wer bereits eine treue und vor allem hochwertige Anlage hat, wird kaum wegen dieser einen Funktion umrüsten. Zum Glück gibt es eine Möglichkeit, sich für sehr schmales Geld die Brücke zur AirPlay-Technologie selber zu bauen. Alles was man dafür braucht, ist Himbeerkuchen.
Natürlich bleibt immer das gute alte Apple TV als Schnittstelle zwischen AirPlay-fähigen Abspielgeräten und diversen Empfängern. Doch es geht noch sehr viel günstiger. Raspberry Pi, so nennt sich der Computer in der Größe einer Kreditkarte mit Allem drin, was man so braucht: Ein SoC von Broadcom, bestehend aus 700-MHz-CPU und einer kleinen Broadcom-GPU, 512 MB Arbeitsspeicher, HDMI, USB, SD-Slot und Netzwerkanschluss. Der Name ist eine Anspielung auf den englischen Begriff für Himbeerkuchen (Raspberry Pie) und die Zahl Pi.
Scott Hanselman beschreibt in seinem Blog, wie er aus diesem Kompakt-PC einen echten AirPlay-Empfänger gebastelt hat. Was man sonst noch benötigt: Eine SD-Karte oder ein USB-Stick und ein paar Kabel. Was man nicht braucht: Ein Informatik-Diplom.
Zunächst bedient man sich entweder der SD-Karte oder des USB-Sticks, um darauf die auf den Raspberry Pi angepasste XBMC-Version zu installieren. XBMC wurde ursprünglich für die Xbox entwickelt und ist inzwischen ein quelloffener Multiplattform-Mediencenter mit vielseitigen Einsatzgebieten.
Dazu das Speichermedium mit FAT32 als Dateisystem formatieren.
Dann ein Terminal-Fenster öffnen und folgenden Befehl eingeben:
curl -O http://svn.stmlabs.com/svn/raspbmc/testing/installers/python/install.py
Anschließend:
sudo python install.py
gefolgt von dem Administratorpasswort. Nun einfach den Anweisungen folgen und den „Identifier“ des jeweiligen Speichermediums auswählen. Hier ist Vorsicht geboten! Achtet darauf, das korrekte Laufwerk anzugeben, da sonst eure Daten gelöscht werden könnten.
Als nächstes steckt ihr die SD-Karte/den Stick in den Raspberry Pi und beendet die Installation. Hierfür wird bereits eine Internet-Verbindung benötigt. Besorgt euch also ein Netzwerkkabel oder einen der kompatiblen USB-Wifi-Adapter.
Zu guter Letzt stellt ihr dort in den Einstellungen unter „System/Network“ noch den AirPlay-Empfang ein („Allow XBMC to receive AirPlay content“).
Das war’s eigentlich schon. Das System muss jetzt nur noch via HDMI oder Video- und Audio-Kabel mit dem heimischen Receiver verbunden werden. Strom gibt es entweder via USB-Kabel aus Geräten, die über einen Ausgang mit 500 mA verfügen oder ein entsprechendes Netzteil (gibt’s da, wo es auch den Raspberry Pi selbst gibt).
Fortan funktioniert die kleine Wunderkiste als Relaisstation zwischen euren iOS-Geräten oder dem Mac und eurer Stereoanlage. Auch die iOS-App zur XBMC-Fernsteuerung sollten einwandfrei funktionieren. Dank AirPlay können natürlich auch aus vielen anderen Apps heraus Inhalte direkt an den Receiver gestreamt werden.
Der Raspberry Pi wird derzeit offiziell nur über zwei Händler vertrieben, die aber beide auch nach Deutschland liefern. Inklusive Versandkosten liegt das Teil bei knapp 40 Euro. Wer noch ein Case und passendes USB-Netzteil benötigt, kommt auf knapp etwa 50 Euro. Alternativ kann der Rechner bei Amazon für ca. 50 Euro bestellt werden, allerdings ohne jegliches Zubehör. Immer noch unschlagbar, vor allem im Vergleich mit der Option, neue Hifi-Komponenten mit integrierter AirPlay-Unterstützung anzuschaffen.
Berichtet von euren Erfahrungen mit dem Raspberry Pi! Wie setzt ihr den Mini-Computer ein? Habt ihr noch andere Basteltipps?




