AirPlay-Adapter zum Niedrigpreis: Raspberry Pi mit iPad, iPhone, Mac

von

AirPlay-Adapter sind nicht günstig. Und wer bereits eine gute Anlage hat, scheut vielleicht das Umrüsten. Es gibt eine Möglichkeit, sich für schmales Geld die Brücke zur AirPlay-Technologie selbst zu bauen. Alles was man dafür braucht, ist ein Raspberry Pi.

AirPlay-Adapter zum Niedrigpreis: Raspberry Pi mit iPad, iPhone, Mac

Natürlich bleibt immer das gute alte Apple TV als Schnittstelle zwischen AirPlay-fähigen Abspielgeräten und diversen Empfängern. Doch es geht noch sehr viel günstiger. Raspberry Pi, so nennt sich der Computer in der Größe einer Kreditkarte mit allem drin, was man so braucht: Ein SoC von Broadcom, bestehend aus 700-MHz-CPU und einer kleinen Broadcom-GPU, 512 MB Arbeitsspeicher, HDMI, USB, SD-Slot und Netzwerkanschluss. Der Name ist eine Anspielung auf den englischen Begriff für Himbeerkuchen (Raspberry Pie) und die Zahl Pi.

Scott Hanselman beschreibt in seinem Blog, wie er aus diesem Kompakt-PC einen echten AirPlay-Empfänger gebastelt hat. Was man sonst noch benötigt: Eine SD-Karte oder ein USB-Stick und ein paar Kabel (siehe dazu auch die Einkaufsliste am Schluss des Artikels). Was man nicht braucht: Ein Informatik-Diplom.

Zunächst bedient man sich entweder der SD-Karte oder des USB-Sticks, um darauf die auf den Raspberry Pi angepasste XBMC-Version zu installieren. XBMC wurde ursprünglich für die Xbox entwickelt und ist inzwischen ein quelloffenes Multiplattform-Mediencenter mit vielseitigen Einsatzgebieten.

Dazu das Speichermedium mit FAT32 als Dateisystem formatieren.

 

Dann ein Terminal-Fenster öffnen und folgenden Befehl eingeben:

curl -O http://svn.stmlabs.com/svn/raspbmc/testing/installers/python/install.py

Anschließend:

sudo python install.py

gefolgt von dem Administratorpasswort. Nun einfach den Anweisungen folgen und den „Identifier“ des jeweiligen Speichermediums auswählen. Hier ist Vorsicht geboten! Achtet darauf, das korrekte Laufwerk anzugeben, da sonst eure Daten gelöscht werden könnten.

 

Als nächstes steckt ihr die SD-Karte/den Stick in den Raspberry Pi und beendet die Installation. Hierfür wird bereits eine Internet-Verbindung benötigt. Besorgt euch also ein Netzwerkkabel oder einen der kompatiblen USB-Wifi-Adapter.

Zu guter Letzt stellt ihr dort in den Einstellungen unter „System/Network“ noch den AirPlay-Empfang ein („Allow XBMC to receive AirPlay content“).

Das war’s eigentlich schon. Das System muss jetzt nur noch via HDMI oder Video- und Audio-Kabel mit dem heimischen Receiver verbunden werden. Strom gibt es entweder via USB-Kabel aus Geräten, die über einen Ausgang mit 500 mA verfügen oder ein entsprechendes Netzteil (gibt’s da, wo es auch den Raspberry Pi selbst gibt).

Fortan funktioniert die kleine Wunderkiste als Relaisstation zwischen euren iOS-Geräten oder dem Mac und eurer Stereoanlage. Auch die zur XBMC-Fernsteuerung funktioniert einwandfrei. Dank AirPlay können natürlich auch aus vielen anderen Apps heraus Inhalte direkt an den Receiver gestreamt werden.

Der Raspberry Pi wird derzeit offiziell nur über zwei Händler vertrieben, die beide auch nach Deutschland liefern. Praktischer, bequemer und derzeit sogar günstiger geht es aber via Amazon. Hier bekommt man den aktuellen Raspberry Pi für ca. 35 Euro. Unschlagbar, vor allem im Vergleich mit der Option, AirPlay-Lautsprecher oder neue Hifi-Komponenten mit integrierter AirPlay-Unterstützung anzuschaffen.

Die komplette Einkaufsliste für euren AirPlay-Selbstbau:

Zum Thema: AirPlay mit Android nutzen: so geht’s

iPhone-Display kaputt? Akku zu schnell leer? Kein Problem: Display oder Akku selbst tauschen mit den Komplettsets zur iPhone-Display-Reparatur oder dem iPhone-Akku-Wechsel von GIGA & Fixxoo!

Weitere Themen: MacBook Pro mit 13-Zoll Retina-Display, iPhone 5, MacBook Pro mit Retina Display


Kommentare zu diesem Artikel

Neue Artikel von GIGA APPLE

Anzeige
GIGA Marktplatz