Brennstoffzelle in iPhone 7, Galaxy S7 und Co.: myFC zeigt funktionsfähige Prototypen

Kaan Gürayer

Eine Brennstoffzelle im Smartphone: Was sich wie der feuchte Traum eines jeden an chronischem Akku-Notstand leidenden Nutzers anhört, hat das schwedische Unternehmen myFC nun unter anderem am iPhone 7 und Galaxy S7 demonstriert – mit fragwürdigem Erfolg. 

Brennstoffzelle in iPhone 7, Galaxy S7 und Co.: myFC zeigt funktionsfähige Prototypen

Mal ehrlich: Gefühlt lesen wir alle zwei Wochen von irgendeinem „Durchbruch in der Akkutechnologie“, der „nächstes Jahr marktreif“ sein soll. Gekommen ist bisher leider nichts. Statt die bislang gängige Akkutechnik in Smartphones zu verbessern, geht der Brennstoffzellen-Spezialist myFC einen anderen Weg und hat testweise bekannte Smartphones mit Brennstoffzellen ausgestattet.

Der Akku der Testgeräte wurde im Versuchslauf durch eine Brennstoffzelle ersetzt – deren Tank allerdings nicht integriert, sondern über eine spezielle Halterung mit der Smartphone-Rückseite verbunden war. Vorteil: Während des Betriebes kann der Tank gewechselt werden, da der Brenner offenbar einen Puffer besitzt. Dicker (im wortwörtlichen Sinne) Nachteil: Durch die sogenannte „PowerCard“ wurden die Smartphones 6,5 mm dicker und 40 Gramm schwerer.

Die Brennstoffzellen von myFC an einem iPhone 7 demonstriert:

Nun wäre der Zuwachs in Ausmaß und Gewicht noch zu verkraften, wenn wenigstens die Akkulaufzeit dafür rapide ansteigen würde – doch Pustekuchen! Die Brennstoffzelle besitzt lediglich eine Kapazität von 900 mAh und damit nur ein Drittel gängiger Android-Smartphones. Möchte der Nutzer mit dem Brennstoffzellen-System von myFC also eine höhere Laufzeit als bei derzeit erhältlichen Smartphone-Akkus erreichen, muss er gleich mehrere „PowerCards“ mitnehmen, was im Alltag wohl kaum praktikabel wäre.

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Viele Fragezeichen bleiben

Weitere Fragezeichen drehen sich um das Austauschsystem der Brennstoffzellen (eine selbstständige Befüllung ist nicht möglich) und wie viel die Energieträger schlussendlich kosten werden. Bei der ersten Präsentation Anfang des Jahres war – abhängig vom Mengenrabatt – von Preisen zwischen 1,50 US-Dollar und 2 US-Dollar pro Karte die Rede. Mittlerweile wird auf der Hersteller-Webseite von einem Abomodell für 4,90 Euro monatlich gesprochen.

Angesichts der ungeklärten Detailfragen, der vergleichsweise niedrigen mAh-Kapazität und der Tatsache, dass myFC bislang noch noch keinen Liefertermin genannt hat, ist beim „PowerCards“-Konzept wohl noch eine gehörige Portion Skepsis angebracht.

via heise 

Weitere Themen: Apple iPhone 7, Samsung Galaxy S7

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