Explodierter Kopfhörer: Apple weist Schuld von sich [Update]

Stefan Bubeck
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Eine Australierin verletzte sich auf einem Flug nach Melbourne, weil ihr batteriebetriebener Kopfhörer spontan explodierte.

Explodierter Kopfhörer: Apple weist Schuld von sich [Update]
Update vom 19.05.2017, 16:15 Uhr: Der Hersteller des Kopfhörers ist Apple, berichtet heute die Zeitung „The Australian“. Zum Zeitpunkt des Unglücks wurde diese Information noch nicht veröffentlicht – mittlerweile ist bekannt, dass sich die damals verletzte Frau und Apple in einem Rechtsstreit um Schadensersatz befinden. Zum Einsatz kamen Batterien vom Typ AAA, das genaue Kopfhörermodell wird nicht genannt. Apple weist die Schuld von sich: „Unsere Ermittlungen zeigen, dass der Vorfall durch eine Batterie eines Drittherstellers ausgelöst wurde,“ so die Aussage eines Apple-Repräsentanten gegenüber den Anwälten des Opfers, das anonym bleiben möchte. Die Geschädigte zeigt sich sehr enttäuscht: „Die Kopfhörer funktionieren nicht ohne Batterien. Weder auf den Kopfhörern noch auf der Packung stand, welche Batterie-Marke man verwenden soll.“

Aktuelles Zwischenfazit: Es handelte sich also nicht um einen integrierten Akku, sondern um nachträglich eingesetzte Batterien. Einige Modelle der Marke Beats – die zu Apple gehört – lassen sich mit auswechselbaren Batterien betreiben.

Originalartikel vom 17.03.2017:
Ehemaliger Titel dieser News: „Schon wieder eine Akku-Explosion: Kopfhörer fängt plötzlich an zu brennen“

Das Gesicht verkokelt, die Haare versengt und Brandblasen auf der Hand: Die von der australischen Verkehrssicherheitsbehörde veröffentlichten Bilder einer jungen Frau sind erschreckend und besorgniserregend. Sie hat einen „batteriebetriebenen Kopfhörer“ verwendet, der Feuer fing, während sie auf dem Flug schlief.

„Als ich mich umdrehen wollte, habe ich gefühlt, wie mein Gesicht brennt,” schildert die Passagierin den Vorfall. Sie warf den Kopfhörer zu Boden, wo er vom Flugpersonal mit einem Wassereimer gelöscht wurde. Die Verkehrssicherheitsbehörde ATSB geht im Bericht auf ihrer Webseite davon aus, dass der Akku der Auslöser des Brands war. Sie ermahnt zur ordnungsgemäßen Verstauung von Batterien und verweist auf ähnliche Vorfälle aus der Vergangenheit, bei denen Lithium-Ionen-Akkus zu brennen anfingen, sowohl vor, als auch während Flügen.

Die Annahme der Behörde, dass der Akku die Brandursache darstellt, ist sehr wahrscheinlich, das Unglück erinnert an Berichte über explodierende Smartphones. Erst letzte Woche ist in den USA ein Hoverboard in Brand geraten, was zum tragischen Tod eines Kleinkinds führte.

In unserem TECH.täglich Spezial vom 11.10.2016 geht Flavio, unserer Akkuexperte von GIGA Fixxoo auf das Thema Explosionsgefahr von Akkus ein:

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TECH.täglich Spezial 11.10.2016

Ausführlich auch im Artikel:
Warum explodieren Akkus?

Dem Verbraucher bleiben nur wenige Möglichkeiten, sich zu schützen. Sicherlich kein Fehler ist es, beim Kauf auf die Qualität und Sicherheitsstandards zu achten: Ein extrem billiges Produkt aus unseriöser Quelle sollte lieber nicht verwendet werden. Das gilt für Kopfhörer, aber auch Powerbanks, Tablets, E-Zigaretten und ähnliche Produkte, bei denen ein Akku integriert ist. Schon kleine Verarbeitungsfehler können zu einem Kurzschluss im Akku führen, der einen Brand zur Folge haben kann. Doch auch das schützt nicht immer, wie man am Galaxy Note 7 von Samsung gesehen hat.

Quellen: Australian Transport Safety Bureau (ATSB), The Australian (Update)

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