iTry – Tag 1 bis 7

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Das Projekt “iTry”. Ich arbeite vier Wochen lang beruflich und privat nur mit Apple-Produkten. Als bekennender Windows- und Androidfan kann das zu einigen lustigen Momenten führen. Vor allem die “Aha-Effekte” und Erkenntnisse möchte ich mich euch teilen.

iTry – Tag 1 bis 7

Mac OS X

Den folgenden Text habe ich (natürlich) auf einem MacBook (Air) verfasst. Dabei sei gleich die sehr gute Tastatur und der (für mich) perfekte Druckpunkt erwähnt. Dass ich Anfangs öfter mal cmd und Q (für “quit window”) gedrückt habe, als eine E-Mail-Adresse gefragt war, sollte jeden Mac’ler wissentlich zum schmunzeln bringen. Für die Windows-User: cmd liegt neben der Leertaste, quasi das “Alt Gr”. Statt dem ersehnten @-Zeichen wurde das aktive Fenster geschlossen.

Geduldsprobe
Das MacBook ist sehr gut verarbeitet, ich würde mich sogar so weit aus dem Fenster lehnen, dass ich bisher keinen so hübschen Laptop auf dem Schoß hatte. Diese Erkenntnis ist so überraschend (und schmerzlich für mich), dass ich mir zum Ziel gemacht habe, in Zukunft auf höherwertige Produkte zu achten. Auch die eingebaute SSD macht ihren Job richtig gut. Während ich hier schreibe, musste ich dreimal umsteigen: zuklappen, aufmachen, direkt weiterschreiben. Ich gehe mal davon aus, dass diese Geschwindigkeit bei aktuellen Windows-Ultrabooks ebenfalls zu finden ist. Was zu beweisen wäre.

Eines muss man Herrn Jobs ja lassen: Mac OS X ist sehr schick. Detailgenau, übersichtlich, einheitlich und ein wenig selbstverliebt. Dass dabei für einen jahrelangen Windows-Nutzer (ich befinde jetzt im 14. Jahr) alles falsch herum und völlig unpraktisch platziert ist, liegt nicht an Apple, sondern eher an meiner Gewohnheit. Ich schätze mal, dass ich nach vier Wochen eher Probleme mit Windows bekommen werde. We’ll see.

Installation von Programmen unter Mac OS X

Ein bisschen Rant muss aber auch sein. Wer kommt denn bitte auf die Idee, dass Programme in einem Image verpackt werden, das nach dem unmount per Drag’n'Drop in einen Programme-Ordner geschoben wird? Bei meinen ersten Installationen war das alles andere als “intuitiv und eindeutig”. Ich habe Skype und Twitter direkt aus dem Image gestartet und (nachdem ich die App beendete) völlig verwirrt in der Dock-Leiste gesucht. Auch die “Installation”, via “Drop” in den Programme-Ordner, zeigte nicht immer Erfolg.

Ich denke sicher einfach noch zu kompliziert. Des Weiteren denkt man bei Mac komplett englisch. Kürzel hängen mit englischen Wörtern zusammen, einige Übersetzungen ergeben im ersten Moment gar keinen Sinn, bis man sich das englische Gegenstück dazu anschaut. Wobei: Copy’n'Paste klingt auch nicht gerade deutsch...

Sehr schade: Die Videobearbeitungssoftware Cyberlink ist nicht als Mac-Version verfügbar. Da muss ich leider weiterhin an meinen Windows-Rechner.

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Tastatur und Tastenkürzel bei Mac OS X

Es ist ein Graus, ich suche die Zeichen \ und | und die Taste “End” und “Entf” und werde einfach nicht fündig. Hochgestellte Zahlen kriege ich bisher nur per Copy’n'Paste bzw. per “Cmd c” und “cmd v ” hin. Die Spotlight-Suche (durchsucht das gesamte System) ist wirklich praktisch! Bringt aber nicht immer den gewünschten Erfolg. Am Ende musste ich mich geschlagen geben und im Internet suchen, Stichwort “Tastaturübersicht”.

Grundsätzlich arbeite ich am MacBook Air fast ausschließlich mit Tastaturkürzeln. Anfangs ist es unglaublich nervig und aufwendig, die gängigsten Kürzel auswendig zu lernen. So langsam werde ich aber richtig schnell. Erschreckend.

Touchpad bei Mac OS X

Das Touchpad wird mein absolutes Lieblings-Stück am Mac. Ich bin verdammt schnell damit unterwegs, die Gestensteuerung ist so schnell ins alltägliche übergegangen, dass ich mir an einem Windows-Rechner sehr langsam vorkomme. Erschreckend²

iOS (iPhone 4S und iPad)

Wo soll ich anfangen. Das iPad hat ein grandioses Display, keine Frage. Das Gewicht und die Akkuladezeit hinterlassen aber eine negativen Geschmack. Ansonsten ist es halt ein riesiges iPhone ohne Telefonfunktion – fertig. Persönlicher, riesiger Pluspunkt: Ich habe das großartige Magic – The Gathering Kartenspiel als App entdeckt, da werden Erinnerungen wach. Auf einmal spielte das, nicht unwesentliche, hohe Gewicht des iPads keine Rolle mehr. Schreiben am Pad ist dank der teilbaren Tastatur sogar machbar, für kurze Texte jedenfalls.

Das iPhone liegt, für meine Android-gewöhnten-Hände, sehr kantig und fummelig in den Händen. Ich benutze es ohne Bumper und bin es gewohnt, mit beiden Händen zu schreiben. Auch mein Ringfinger macht mir Sorgen. Ständig stoße ich mit meinem Ring an das Glas, was ein unschönes “Klack”-Geräusch von sich gibt. Insgesamt habe ich gemischte Gefühle, was die Handlichkeit des 4S angeht. Dennoch habe ich ständig getweetet, gesurft und Mails geschrieben. Es geht trotzdem, nur anders. Ich schätze, genau darauf wird auch abgezielt: Alternativen schaffen.

Rant: Die Tastatur ändert ihre Buchstabengröße nicht, wenn ich zwischen Groß- und Kleinschreibung wechsle. Daher habe ich unser WLAN Passwort ca. fünfmal falsch geschrieben, bis mir Anfangs diese “Eigenheit” auffiel. Ein Follower twitterte: “Auf einer Laptop-Tastatur ist das auch nicht anders”. Das mag sein, dennoch ist diese wesentlich intuitiver über das 10-Finger-System zu bedienen. Meine Augen liegen am Rechner auf dem Display, nicht auf den zu tippenden Buchstaben. Beim Smartphone ist es eine Mischung aus beidem, je nach Schwierigkeit der Worte. Aber auch hier ist es eine Gewohnheitssache.

Einstellungen zu Apps werden überwiegend nicht in der App selbst geregelt, sonder unter den iPhone-”Einstellungen”. Dort sind alle installierten Apps aufgelistet und können konfiguriert werden. Nett. Dennoch habe ich öfter mal am iPhone gesessen und bei Einstellungen ohne “Back”-Button gedacht “jetzt eine “Zurück”-Taste. Geduldsprobe²

Das #iTry-Projekt an sich

Das eine muss ich noch loswerden. Vielen Dank an über 630 Follower auf Twitter. Fragen zum System und deren Eigenheiten habt ihr schnell und kompetent beantwortet, ihr reagiert auf meine Fragen und gebt mir Zuspruch, Lob, Kritik, Ideen und sogar ein paar Twitter-Designs. Es gibt kein hässliches “angepflaume” untereinander, kein getrolle, es ist richtig produktiv! Auch der Foren-Thread zum iTry-Projekt ist mit über 2.000 Klicks sehr gut besucht!

Twitter Account Jens iTry 630 Follower

Ich bin so begeistert von euch, dass ich gar nicht weiß, was ich schreiben soll. Dankeschön! In den kommenden Tagen werden mehrere, kleine Artikel zum iTry folgen. Mein Twitter-Account @JensHerforth bleibt natürlich weiterhin so aktiv, wenn nicht sogar noch mehr!

Übrigens: ein Tweet hat nur 160 Zeichen (Korrektur: 140  - Danke an User Hank!). Wenn ich mal nur negatives zu einer Sache poste, liegt das überwiegend an der Zeichenbegrenzung. Der Twitter-Account dient eher dem direkten Kontakt mit euch und der Verbreitung spontaner Gedanken während des iTry.

Stay tuned!

Weitere Themen: MacBook Air, iPad 3, iPhone 4S, Macbook, MacBook Pro, iTry


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