Sicherheits-Apps für Android: Schutz für das Smartphone und Tablet

Martin Maciej
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Ein wichtiges Thema im Android-Bereich ist der Bereich der Systemsicherheit. Da Android unter „Open Source“ läuft, ergeben sich immer wieder Angriffsflächen, die von Hackern und Betrügern ausgenutzt werden. Mit Hilfe einiger Apps kann man die Sicherheit unter Android erhöhen. Nicht jede Sicherheits-App, die sich als solche auszeichnet, eignet sich jedoch auch zum Zweck des Viren- oder Diebstahl-Schutzes.

Vorsicht vor Phishing über WhatsApp (Video)

Sicherheits-Apps: Vorsicht ist besser als Nachsicht

Viele Nutzer gehen unbedarft mit ihren persönlichen Daten um. Auf dem Android-Gerät werden Bankgeschäfte verwaltet, Passwörter gespeichert oder private Inhalte abgelegt, ohne das Smartphone oder Tablet entsprechend abzusichern. Genauso wie beim PC ist man häufig erst schlauer, wenn es schon zu spät ist und fremde Personen Daten abgreifen. Auch am Smartphone gilt also: Vorsicht ist besser als Nachricht.

Im Android-Bereich ist es noch schneller möglich, mit Malware infiziert Apps aus dem Play Store zu laden, als es bei iOS-Geräten der Fall ist. Erfolgt ein Angriff, kann dies unter Umständen teuer werden – entweder, weil das Gerät nicht mehr einwandfrei benutzbar ist oder weil jemand mit den abgegriffenen Daten Schaden anrichtet.

Sicherheits-Apps auf Android helfen, sind aber kein Muss

Um das Android-Gerät abzusichern, müssen nicht zwangsläufig zusätzliche Apps installiert werden. Anders als bei einem PC kommt man auf einem Android-Handy auch ohne eine zusätzliche Schutz-Software aus. Vielmehr sollte man bereits beim alltäglichen Gebrauch auf sein Verhalten achten. So sollte man nicht jede App installieren, deren Quelle unbekannt ist. Vor allem über APK-Dateien gelangen häufig Viren auf das Smartphone. Aber auch im Google Play Store tummeln sich einige kompromittierte Anwendungen. Bei der Installation sollte man immer ein Auge auf den App-Berechtigungen behalten. Sollte eine simple Taschenlampen-App etwa Zugriff auf die Kontaktdaten oder den Standort verlangen, heißt es, Skepsis zu zeigen.

  • Grundsätzlich sollte man keine Apps installieren, deren Quelle unbekannt ist.
  • Auch sollte man vermeiden, seine Zugangsdaten für das Google-Konto o. ä. bei unseriösen Plattformen einzugeben. Hierzu zählen vor allem Apps und Webseiten, die angebliche Hacks, z. B. für kostenlose Währung und Cheats für Spiele-Apps versprechen. Hinter diesen Angeboten verstecken sich in der Regel Fakes, die Zugangsdaten per Phishing abgreifen oder in einer teuren Abo-Falle enden.

  • Generell sollten alle Anwendungen per Update auf dem neuesten Stand gehalten werden. Angreifer versuchen immer wieder Sicherheitslücken auszunutzen, die durch Updates geschlossen werden.
  • Besonders über ein öffentliches WLAN ist es für Angreifer möglich, Daten abzugreifen oder vermeintliche Sicherheits-Apps zu manipulieren und deren Schutzfunktionen zu deaktivieren.
  • Um zu vermeiden, dass man in eine Abo-Falle per SMS tappt, empfiehlt sich die Kontaktaufnahme mit dem mobilen Provider, um hier eine Drittanbietersperre einzurichten.
  • Um das Handy nach einem Verlust oder Diebstahl zu ordnen, bietet Google direkt den Geräte-Manager an. Hier kann der Standort des Geräts direkt im Browser abgerufen werden. Wurde das Smartphone lediglich verlegt, kann man dieses per Mausklick klingeln lassen, bei einem Verlust gibt es zudem die Funktion zum Löschen der auf dem Gerät enthaltenen Daten aus der Ferne.

Android-Geräte-Manager nutzen: Schritt für Schritt GIGA Bilderstrecke Android-Geräte-Manager nutzen: Schritt für Schritt

Diese Sicherheits-Apps für Android können was

Mit einigen Sicherheits-Apps lässt sich das Android-Gerät zusätzlich absichern. Allerdings sollte man auch diese Anwendungen grundsätzlich nur aus seriösen Quellen, allen voran dem Google Play Store, herunterladen. Kostenlose Anwendungen lassen in ihren Funktionen meist zu wünschen übrig, wer die Sicherheit also wirklich erhöhen möchte, muss einen entsprechenden Preis dafür zahlen. Die meisten Security-Apps lassen sich in ihren Grundfunktionen jedoch zunächst kostenlos testen. Einige Apps versprechen zwar die Funktion, ein Foto eines Diebes bei einer unberechtigten Nutzung zu erstellen und zu versenden, in Deutschland kann diese Funktion allerdings in der Regel aus Datenschutzgründen nicht uneingeschränkt genutzt werden. Wichtig ist vor allem, dass die App einen Echtzeit-Schutz bietet und dass sie automatisch beim Starten eures Android-Gerätes eingeschaltet wird.

Die perfekte und 100% sichere App gibt es zwar nicht, um die Auswahl aber etwas einzugrenzen, sind hier ein paar der besten getesteten Antiviren-und Sicherheits-Apps:

Eine ordentliche Virenabwehr für mobile Geräte bietet die App-Version von Kaspersky Internet Security.

Kaspersky Antivirus & Security
  • Mit der App kann ein Handy bei Verlust von außerhalb gesperrt werden.
  • Zudem können bestimmte Kontakte blockiert werden und Inhalte auf dem Smartphone versteckt werden.

Kostenlos arbeitet Avast Anti-Theft zuverlässig. Ist die Sicherheits-App einmal installiert, kann aus der Ferne eine Gerätesperre aktiviert werden. Zusätzlich lassen sich Smartphone-Daten sichern, um die persönlichen Inhalte unkompliziert auf ein weiteres Gerät zu übertragen. Zusätzliche Funktionen:

Avast Anti-Theft
Entwickler: Avast Software
Preis: Kostenlos
  • Virenscan mit stets aktualisierte Datenbank (auch für Daten auf SD-Karte)
  • SMS- und Anruf-Filter
  • Tipps zur Verbesserung des Datenschutzes
  • Anzeige der vergebenen App-Berechtigungen
  • App-Shield zur Überprüfung neu heruntergeladener und bereits installierter Apps
  • Überblick über den Datenverbrauch von Apps
  • Firewall für gerootete Smartphones
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Ob Viren-Scanner, Datenschutz, Anwendungs-Management, SMS- und Anruffilter, Anti-Theft und vieles mehr, avast Antivirus bietet zahlreiche Funtkionen, um das eigene Android-Gerät vor schädlichen Angriffen zu schützen.

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Wer seine Passwörter auf dem Android-Smartphone verwalten will, findet mit KeePassDroid die passende App. Die Anwendung speichert alle Passwörter verschlüsselt, Zugriff gibt es über ein Master-Passwort. Zum Thema: Die besten Passwort-Manager-Apps für Android.

KeePassDroid
Entwickler: Brian Pellin
Preis: Free

Lookout Mobile Security prüft vor allem Anhänge aus E-Mails sowie Apps auf Viren und Trojaner. Wer auf seine Daten auch nach einem Verlust des Geräts zugreifen will, kann die Backup-Funktionen der Anwendung nutzen. Ist das Handy noch eingeschaltet, kann der Aufenthaltsort auf einer Karte angezeigt werden.

Fazit: Sicherheits-Apps nicht immer nötig

Auch die beste Sicherheits-App hilft wenig, wenn man nicht auf sein eigenes Nutzerverhalten achtet. Grundsätzlich sollte man bei allen Inhalten, die man mit dem Android-Gerät ansteuert, genau auf die Quelle achten. Nicht selten werden etwa durch unseriöse Apps Anzeigen eingeblendet, die in bester Scareware-Manier diverse Sicherheitslücken auf dem Gerät vorgaukeln. Der Nutzer wird dazu verleitet, eine entsprechende APK zu installieren, die eigentlich die Sicherheitsmängel beheben soll, tatsächlich jedoch erst den Virus auf das Android-System bringt. Mehr hierzu: Android – Telefon kann (13) Virus – so entfernt man es vom Smartphone.

An anderer Stelle erfahrt ihr, ob man sein Android-Handy mit Tuning-Apps wirklich schneller machen kann.

Mehr zum Thema Android-Sicherheit auch hier.

Ursprünglicher Artikel vom 29. Januar 2013, zuletzt überarbeitet am 9. August 2016

Weitere Themen: Remo MORE, IOBit Applock, avast! Anti-Theft, Avast Mobile Security für Android, Kaspersky Mobile Security, Android, Sicherheit, Android Kurztipps

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