Ein Android-Konkurrent weniger: HP stellt WebOS und TouchPad ein

Frank Ritter
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Hewlett Packard hat soeben angekündigt, dass die Entwicklung des erst vor 16 Monaten gekauften WebOS-Betriebssystem eingestellt wird und zukünftig keine Geräte mehr damit erscheinen werden. Auch die PC-Sparte des Konzerns soll zukünftig ausgelagert werden.

Ein Android-Konkurrent weniger: HP stellt WebOS und TouchPad ein

Nach offenbar enttäuschenden Verkäufen des Tablets HP TouchPad zieht HP die Reißleine: Obwohl HP erst im April 2010 Palm und damit das als besonders innovativ geltende mobile Betriebssystem WebOS gekauft hatte, wird die gesamte Sparte nun eingestampft. Bereits gestern gab es Meldungen, nach denen die US-Elektronikkette BestBuy von HP forderte, hunderttausende TouchPads zurückzunehmen, die offenbar wie Blei in den Regalen lagen. Des weiteren wird HP im Zuge von Umstrukturierungsmaßnahmen seine PC-Sparte auslagern.

Nach dem Kauf von Motorola Mobility durch Google ist das die zweite große Nachricht in der Technikwelt diese Woche. Auf die Android-Sphäre könnte die Nachricht in dreierlei Hinsicht relevant sein:

  1. WebOS steht jetzt mutmaßlich zum Verkauf. Das innovative Card-Bedienkonzept ware sicher nicht allzu schwer in Android zu integrieren und könnte für Google, aber auch HTC, Samsung und Co. interessant sein.
  2. Prinzipiell ist auch das Patent-Portfolio (obwohl Palms Ideen zuweilen recht skurril waren) aus dem Palm-Nachlass sehr interessant für andere Konzerne. Das dürfte bereits beim Verkauf von Palm an HP eine wichtige Rolle gespielt haben, zumindest deuten das Aussagen des HP-Chefs zum Palm-Kauf an. Die Frage ist natürlich, ob HP auf diese Patente verzichten kann und will, die in Zukunft noch deutlich an Wert gewinnen könnten.
  3. Die miserablen Verkaufszahlen des HP TouchPads sind ein weiterer Indikator dafür, dass Tablets es am Markt schwer haben, die nicht von Apple stammen. Auch wenn die Situation von HP nicht 1:1 auf die Android-Welt übertragen werden kann (Android hat deutlich mehr Apps, besitzt tiefer greifende Kompatibilität und höhere Gerätevielfalt), wird die Flut an Android-Tablets mutmaßlich deutlich zurückgehen. Bereits am Markt befindliche Modelle werden zudem stark im Preis sinken, sofern sie nicht Herausstellungsmerkmale wie besonders gute Hardware (Samsung Galaxy Tab) oder besonderes Zubehör (Asus EeePad Transformer) haben. Die Zeiten, in denen man für ein Nicht-iPad-Tablet mehr als 500 Euro verlangen kann, dürften nun aber vorbei sein.

Wir halten euch über neue Entwicklungen zu HP/WebOS natürlich auf dem Laufenden.

AllthingsD: HP Pulls Plug on webOS Hardware, Leaves OS Future in Doubt [via Caschy]

Dieser Artikel ist ursprünglich auf androidnext.de erschienen. androidnext und GIGA ANDROID sind jetzt eins. Mehr erfahren.

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