Die alten Feature- oder „Dumb“-Phones wird es bald wohl nicht mehr geben, denn die Preise von Smartphones sinken rapide. Als Beispiel kann das Nokia X betrachtet werden, das bereits für unter 100 Euro verkauft wird. Doch damit ist das Ende der Fahnenstange noch lange nicht erreicht: Laut Chip-Entwickler ARM soll es in wenigen Monaten bereits möglich sein Smartphones für 20 US-Dollar zu bauen. 

Prognose von ARM: 20 Dollar-Smartphone mit Android kommt in den nächsten Monaten

Im Zuge des ARM Tech Day 2014 prognostizierte der Chip-Entwickler, dass bis zum Jahr 2018 eine Milliarde Einsteiger-Smartphones pro Jahr ausliefern werden – eine beträchtliche Summe. Dies entspräche der doppelten Menge an Geräten, die aktuell jährlich umgeschlagen werden. Unter Einsteiger-Smartphones versteht ARM Smartphones, die unter 150 US-Dollar (circa 100 Euro) kosten. Mit dem Verkauf günstigerer Smartphones soll auch eine gewisse Abkehr von High End- zu Mittelklasse- und Einsteigergeräten einhergehen. Letztere würden auch weiterhin verkauft, die anderen beiden Geräteklassen würden aber das Gros des Absätze ausmachen.

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Dieser Wandel soll laut ARM unter anderem damit zu tun haben, dass günstigeren Geräteklassen in puncto Performance immer attraktiver werden – man denke beispielsweise an das 180 Euro-Smartphone Moto G (Test) von Motorola, aber auch am rapiden Preisverfall solcher High End-Smartphones wie dem LG G2 oder dem Samsung Galaxy S4, die aktuell bereits zu Mittelklasse-Preisen von knapp unter 300 Euro verfügbar sind.

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Sicherlich werden die absoluten Einsteigergeräte bis auf Weiteres nicht auf dem Performance-Niveau eben genannter Modelle liegen. Laut ARM dürften noch im Laufe der nächsten Monate aber tatsächlich Android-Smartphones für etwa 20 US-Dollar auf den Markt kommen. Diese basieren jedoch nicht auf Dual- oder Quad Core-SoCs sondern Single Core-Prozessoren mit Cortex-A5-Architektur. Nach Angaben ARMs werden jene Android-Geräte lediglich 2.5G-Konnektivität, also GPRS/EDGE unterstützen und entsprechend keine schnellen mobilen Datenverbindungen liefern. Für schnelleres Internet muss man einen WLAN-Hotspot aufsuchen. Nach Aussage von ARM sei bei diesem geringen Preis allerdings die Talsohle erreicht, denn die einzelnen Bauteile lassen sich nicht günstiger fertigen.

Als eines der ersten extrem günstigen Smartphones gilt das Firefox OS-Gerät, das im Zuge des MWC 2014 vorgestellt wurde. Dieses schlägt preislich mit 25 US-Dollar zu Buche. Wie mit dem Mozilla-Gerät wolle man mit den günstigen Android-Smartphones in erster Linie aufstrebende Märkte und Entwicklungsländer adressieren. Nicht nur hardwareseitig deutet sich diese Entwicklung an, auch in puncto Software. Auch Android 4.4 KitKat ist stärker für Low-End-Geräte optimiert. Im Unterschied zu den Vorgänger-Iterationen werden lediglich 512 MB Arbeitsspeicher benötigt, während bisher mindestens 1 GB RAM erforderlich waren.

Der Trend zu günstigen und dennoch soliden Android-Smartphones zeichnet sich seit geraumer Zeit ab. Neben dem vielbeachteten Moto G hat Nokia Anfang des Jahres mit seinem Android-basierten Smartphone Nokia X ein 100 Euro-Gerät präsentiert. Google hat mit seinem Project Ara und dem 2015 erscheinenden Grey-Phone ebenso entsprechende Pläne auf den Tisch gelegt. Motorola wird zudem offenbar noch in diesem Monat die Antwort auf Nokias Modell mit dem Moto E präsentieren. Von den vielen günstigen Android-Geräten aus China ganz zu schweigen.

Quelle: AnandTech [via Ars TechnicaMobile Geeks]

Hinweis: Auf dem Bild oben ist das Android-Phone Nokia X zu sehen, das für unter 100 Euro verkauft wird. 

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