Handy-Cleaner: Aufräumer für iPhone und Android

Marco Kratzenberg

Handy-Cleaner sind für Android nötig, um die Hinterlassenschaften schlecht programmierter Apps aufzuräumen und Datenmüll oder temporäre Dateien zu löschen. Aber sind die wirklich sinnvoll? Wir stellen euch einige vor und erklären, warum ihr vorsichtig sein solltet.

Während Computer-Festplatten immer größer werden, reicht der Platz auf Handys einfach nie aus. Tausende von Fotos und Videos, Hunderte von Apps und plötzlich kann man nicht mal mehr iOS updaten, weil der Speicher voll ist. In diesem Fall helfen zwei Strategien: Einerseits könnt ihr natürlich Bilder auslagern und woanders speichern. Andererseits helfen euch Handy-Cleaner dabei, komplett überflüssige Daten zu löschen und euch so wieder etwas Luft zu verschaffen.

 Mit unserem weiter unten beschriebenen Trick könnt ihr beim iPhone den Cache ohne Handy-Cleaner löschen:

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iPhone X im Hands-On

Was tun Handy-Cleaner – und was nicht?

Kurz gesagt löschen Handy-Cleaner-Apps überflüssige Dateien. Diese wenig befriedigende Aussage wird erst dann interessant, wenn man untersucht, welche Daten so eine App denn für „überflüssig“ hält. Den meisten Platz können solche Tools durch das Löschen des Caches freischaufeln. Der Cache besteht aus zwischengespeicherten Daten, die Apps oder Computerprogramme für eine spätere Verwendung bereithalten. Häufig ist das eine unnötige Maßnahme, die den Start der App beschleunigen soll. Fast jede App legt so einen Zwischenspeicher an und das kann zu irrsinnigen Datenmengen führen – die zumeist verzichtbar sind. 1 Gigabyte und mehr in vierzehn Tagen sind da keine Seltenheit.

Weitere – als überflüssig bewertete – Daten sind Downloads, die Zwischenablage, leere Ordner oder auch die gesendeten Bilder, Videos und Sprachnachrichten von WhatsApp. Die Denkweise ist nachvollziehbar: Das sind Daten, die bereits für ihren Zweck verwendet wurden und nicht aufbewahrt werden müssen.

Man sollte sich allerdings keinesfalls darauf verlassen, dass diese Einschätzung absolut richtig und gefahrlos ist! Aus diesem Grund solltet ihr keine Handy-Cleaner nutzen, die alles automatisch und ohne Eingreifmöglichkeit erledigen wollen. Gute Apps dieses Genres zeigen euch die gefundenen Dateien auf Wunsch an und lassen euch von Fall zu Fall entscheiden, was weg kann.

Auch Handy-Optimierer, die angeblich App-Prozesse überwachen und verbessern können, sind mit Vorsicht zu genießen. Es ist zum Beispiel absolut nicht sinnvoll, einen Prozess zu killen, der eine bestimmte Menge an Speicher-Ressourcen überschreitet. Das kann bis hin zu Datenverlusten führen. Und in der Regel sind die Handy-Betriebssysteme so gestaltet, dass sie die Speicherverwaltung selbst übernehmen. Keine App bekommt mehr Arbeitsspeicher zugewiesen, als ihr zusteht oder sie wirklich braucht. Aber eine arbeitende App einfach zu schließen, kann nicht im Sinne des Anwenders sein. Wer will schon, dass das Navi sich während der Fahrt schließt oder eine Videobearbeitungs-App mittendrin abstürzt?

Was Handy-Cleaner nicht tun

Wenn euch Handy-Cleaner versprechen, das Handy schneller zu machen, dann lügen sie zumeist. Um die Arbeitsspeicher- und Prozess-Verwaltung kümmert sich das Handy schon allein. Und den Cache zu löschen macht kein Handy schneller – im Gegenteil. Denn anstatt auf bereits gespeicherte Daten zurückgreifen zu können, müssen die Apps die Daten neu anlegen. Das sorgt dafür, dass der gerade noch freigeräumte Cache sich schnell wieder füllt. Und aus diesem Grund solltet ihr so einen Handy-Cleaner nicht jeden Tag einsetzen, sondern hauptsächlich dann, wenn der Platz wirklich knapp wird.

Handy: Daten (Bilder, Dateien) vom Smartphone auf den PC übertragen und umgekehrt

Empfehlenswerte Handy-Cleaner fürs iPhone und Android-Handys

Das Windows-Programm CCleaner macht auf dem Computer einen guten Job und räumt Surf-Spuren, den Mülleimer und überflüssige Überbleibsel von der Festplatte – auf Wunsch sogar so sicher, dass man sie nicht wiederherstellen kann.

Der CCleaner für Android zählt eindeutig zu den besseren Vertretern seiner Zunft. Dieser Handy-Cleaner ist in der Grundversion kostenlos, bietet aber ein Update auf eine Pro-Version an. Die kann dann beispielsweise automatische Reinigungsgänge planer – wovon wir aber aus den oben genannten Gründen ohnehin abraten. Einen CCleaner fürs iPhone gibt es leider nicht – auch wenn immer wieder Apps den Anschein erwecken wollen, um vom guten Namen zu profitieren.

Wer freien Speicherplatz für neue Fotos braucht und einfach mal etwas aufräumen will, ist mit dieser App bestens bedient!

CCleaner
Entwickler: Piriform
Preis: Free

Gibt es überhaupt sinnvolle Handy-Cleaner fürs iPhone?

Wer im Appstore nach einem Handy-Cleaner fürs iPhone oder iPad sucht, der wird bei Weitem nicht so viele Angebote finden und das aus dem gleichen Grund, aus dem es keinen CCleaner fürs iPhone gibt: Apple verpasst all seinen Geräten und Betriebssystemen so restriktive Zugriffssperren, dass die Apps und Programme an den Datenmüll nicht herankommen. Dementsprechend sind auch alle überhaupt auffindbaren Apps ziemlich enttäuschend. Die meisten Handy-Cleaner sind gerade mal in der Lage, doppelte Bilder zu finden und zu löschen.

Apps wie wollen den Cache löschen und den Speicherplatz erhöhen. Sie zeigen euch auch nette Erfolgsmeldungen. Doch wenn sie fertig sind, hat sich nichts geändert: Der Verfügbare Speicher ist immer noch genauso groß.

Kleiner Tipp – Cache reinigen bei iPhone und iPad

iOS-Geräte brauchen keinen Handy-Cleaner, bloß um den Cache zu löschen. Das könnt ihr selbst erledigen:

  • Drückt zuerst die Ausschalt-Taste, bis der Schieber zum Ausschalten auf dem Display erscheint.
  • Dann haltet die Taste weiter gedrückt und drückt nun gleichzeitig etwa 5 Sekunden auf den Home Button.

Daraufhin klärt sich der Bildschirm und der Cache wurde gelöscht. Das kann zum Beispiel nützlich sein, wenn eine App nicht starten will oder sich immer wieder aufhängt. Sowas liegt häufig an beschädigten Cache-Daten, die ihr mit diesem Trick löscht.

Handy-Cleaner für Windows

Handy-Cleaner für Windows? Keine Angst, es geht hier nicht um Windows-Handys, sondern um Programme, die auf einem Windows-PC laufen und Handys reinigen wollen, die über USB an den Rechner angeschlossen sind.

In der Regel sind diese Tools allerdings kostenpflichtig. So verspricht euch beispielsweise PhoneClean, das iPhone gründlich aufzuräumen. Es gibt eine Testversion, aber die „tut nur so als ob“. Sie analysiert, zeigt Ergebnisse, aber für die wirkliche Handy-Reinigung müsst ihr zahlen. Auch der iDevice Manager will euch bei der Datenverwaltung helfen und Platz schaffen – wie auch viele andere Programme. Für Android gibt es nicht ganz so viele Windows-Handy-Cleaner, weil man da als Nutzer ohnehin leichter an die Daten und Verzeichnisse kommt.

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