Apple Pay: Großer Durchbruch steht selbst in den USA noch aus

Florian Matthey
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Während wir uns immer noch fragen, ob und wann Apple Pay auch in Deutschland starten wird, stellt sich in Amerika immer noch das Problem der Verbreitung in den Mainstream. Apple ist mit den Fortschritten aber bislang zufrieden.

Apple Pay: Großer Durchbruch steht selbst in den USA noch aus

Apple Pay: Der große Durchbruch bleibt noch aus

Eine Bezahlung mit Apple Pay ist sehr praktisch: Der Benutzer hinterlegt seine Kreditkartendaten bei Apple und muss dann an der Kasse lediglich das iPhone an ein NFC-Terminal halten. Die Authentifizierung erfolgt über den Fingerabdrucksensor Touch ID, sodass keine andere Person mit dem iPhone bezahlen kann. Der Benutzer muss keine Kreditkarte aus dem Portemonnaie heraussuchen, keinen PIN eingeben und nicht unterschreiben – und der Mitarbeiter an der Kasse erhält keine persönlichen Daten über den Käufer und keinen Blick auf die Kreditkartennummer.

Dennoch kommt die Verbreitung von Apple-Pay-Bezahlungen recht schleppend voran; viele Besitzer von Apple-Pay-fähigen Geräten – zu denen auch die Apple Watch gehört – verwenden weiterhin ihre herkömmliche Kreditkarte. Wohl auch aus Gewohnheit. Lediglich bei Bezahlungen innerhalb von Apps, die ohnehin auf dem Gerät selbst stattfinden, hat sich Apple Pay bislang wirklich durchsetzen können.

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„Nur“ ein Drittel der US-Händler unterstützt Apple Pay

Apple selbst macht sich laut einem Bericht des Wall Street Journal über die mutmaßlich langsame Verbreitung von Apple Pay in den USA aber keine Sorgen – und glaubt, dass Apple Pay und andere Dienste langfristig Bargeld und Kreditkarten als Hauptzahlungsmittel im Alltag ablösen würden. In der Tat wächst die Verbreitung von Apple Pay; allerdings ist eine Bezahlung in zwei Dritteln der US-Einzelhandelsfilialen weiterhin nicht möglich. Wichtige Ketten wie Wal-Mart oder Target unterstützen Apple Pay immer noch nicht. Solange Bezahlungen aber nicht (fast) überall möglich sind, sehen Kunden keinen Grund, auf das neue System zu wechseln, wie der Wells-Fargo-Analyst Braden More anmerkt.

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Apple hatte sich ursprünglich mehr erhofft

Auch wenn Apple behauptet, mit der Entwicklung von Apple Pay zufrieden zu sein – den Quellen des Wall Street Journal zufolge hat der Dienst nicht die ursprünglichen Erwartungen erfüllt. Apple habe gehofft, dass Apple Pay ähnlich stark einschlagen würde wie im Jahr 2003 der iTunes Store. Jetzt habe man sich darauf eingestellt, dass die Massenverbreitung noch ein paar Jahre dauern könnte. Apples Internet-Dienste-Chef Eddy Cue zufolge sei es für Apple egal, ob es zwei, drei oder fünf Jahre dauern würde, solange es denn passiert.

Um die Verbreitung weiter voranzutreiben, setzte Apple jetzt verstärkt darauf, Mitarbeiter von Einzelhandelsunternehmen besser für den Einsatz der Apple-Pay-Terminals auszubilden: In der Vergangenheit hatten Kunden oft mehr Ahnung von der Funktionsweise als Kassierer, was für Frustration gesorgt habe. Der Nilson-Analyst David Roberts sieht die Verbreitung in einem Drittel aller US-Geschäfte ohnehin eher positiv: Apple habe hier einen Wert erreicht, auf den der große Durchbruch in naher Zukunft folgen werde.

Deutschland-Start weiterhin ungewiss

Apple Pay ist bislang in 15 Ländern erhältlich – auch in den europäischen Ländern Großbritannien, Schweiz, Frankreich, Spanien und Irland. Im April soll Italien hinzukommen. Bezüglich eines Deutschland-Starts gibt es immer wieder Gerüchte und Hinweise; bislang gibt es aber noch keine offizielle Ankündigung durch Apple.

Quelle: Wall Street Journal via Mac Rumors

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