Künstler nutzt Bilder von Apple-Store-Geräten für Kunstausstellung

Holger Eilhard
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Unter dem Titel “Unintended Consequences” (unbeabsichtigte Konsequenzen) hat der US-Student Irby Pace ein Kunstprojekt veröffentlicht, welches aus über 1.000 Bildern von den Rechnern in Apples Stores entstanden ist. Die Ausstellung soll in der kommenden Woche beginnen.

Künstler nutzt Bilder von Apple-Store-Geräten für Kunstausstellung



Wie Wired berichtet, hat Pace Ende 2010 die Bilder von den Maschinen in den Stores kopiert, die dort von nichtsahnenden Kunden zurückgelassen wurde. Der Student der University of North Texas in Denton hat sich dabei zum Beispiel der durch Photobooth entstandenen Bilder bedient. Die Bilder stammen aus verschiedenen Apple Stores in Texas und New York City.

Er veröffentlichte einen kleinen Teil der Bilder nun im Rahmen des Projekts Unintended Consequences.

Im Gegensatz zu Kyle McDonald, der Mitte vergangenen Jahres eigene Software auf insgesamt 100 Rechnern installiert hatte und kurz darauf Besuch vom US Secret Service bekam, bediente sich Pace an Bildern, die bereits auf der Maschinen vorhanden waren. Zunächst hatte er sich die Bilder von den Geräten per E-Mail oder Kurznachricht zugeschickt, bemerkte aber später, dass der direkte Download auf sein iPad bedeutend effektiver war.

“Täglich hinterlassen die Menschen ihre Portraits auf iPhones, iPads und iPods”, so Pace gegenüber Wired, “Kunden sind sich darüber nicht bewusst und lassen diese Fotos zurück”.

Der Unterschied zwischen beiden Fällen ist gering, aber vorhanden. Während McDonald dank der Installation eigener Software von allen Kunden Fotos gemacht hat, nahm Pace die Bilder, die die Personen absichtlich von sich gemacht hatten und die nicht von den Rechnern entfernt wurden.

Die Frage, die sich Pace und mit hoher Wahrscheinlichkeit auch das US-Rechtssystem unter anderem stellen müssen: Dürfen die Bilder einfach so kopiert und veröffentlicht werden? Wem gehören die Bilder? Wurden die Bilder wissentlich von den Kunden hinterlassen?

Unintended Consequences soll laut Pace aufzeigen, wie sich die Verhaltensweise der Menschen ändert, die sich nicht darüber bewusst waren, wie diese Bilder genutzt werden könnten.

Pace fühlt sich im Recht und glaubt nicht, dass er etwas verwerfliches getan habe. “Die Menschen (auf den Bildern) haben die Fotos absichtlich dort hinterlassen, so dass sie jeder ansehen oder mitnehmen konnte.” Ihn würde es interessieren, wie die Leute auf die Veröffentlichung ihrer Bilder reagieren.

Unintended Consequences wird vom 5. bis 10. Februar in der Cora Stafford Gallery, 1120 W. Oak St in 76201 Denton, Texas ausgestellt.

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