Secret Service beendet Kunstprojekt im Apple Store

Flavio Trillo
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Kyle McDonald wollte eigentlich nur die Gesichter von Besuchern zweier Apple Stores in New York festhalten, wie sie auf die ausgestellten Computer starren. Das zu diesem Zweck installierte “Spionage-Tool” bescherte ihm nun einen Besuch des US-Secret Service. Wegen Computerbetrugs beschlagnahmten die Beamten seine Macs und iPods. 

Neben dem Schutz des amtierenden, sowie der vorherigen Präsidenten und Vizepräsidenten der USA und ihrer Familien obliegt dem Secret Service auch die Aufgabe, Computerbetrugsfälle zu verfolgen. Solch ein Verbrechen wird McDonald offenbar vorgeworfen, was dieser nicht verstehen kann.

Der Künstler installierte Mashable zufolge ein Programm auf insgesamt 100 Store-Rechnern, das jede Minute ein Foto an seinen Server schickte. Dort wurden einige der Bilder in einem Tumblr-Blog ausgestellt. Jeden Tag musste McDonald erneut in die Stores gehen und sein Tool installieren, da die Computer jeden Abend von den Mitarbeitern zurückgesetzt werden.

Aufgefallen sei er nur, weil der Datenstrom im Store-Netzwerk überwacht wird und sein Programm auffiel. Dabei habe er im Store nachgefragt, ob er Fotos machen dürfe und auch einige Kunden um Erlaubnis gebeten, sie abzulichten. Dass er aber alle “Modelle” vor der Veröffentlichung der Fotos fragen konnte, ist äußerst unwahrscheinlich.

Der 25-jährige Mann aus Brooklyn glaubt nicht, dass er gegen das Gesetz verstoßen habe. Er würde seine Zeit lieber damit verbringen, neue Werke zu schaffen, anstatt sich gegen die Anschuldigungen zu wehren. Die Beamten hätten ihm mitgeteilt, dass Apple sich noch separat mit ihm in Verbindung setzen werde.

Auf den ersten Blick scheint ein Verstoße gegen das hier einschlägige Computerbetrugsgesetz der USA eher abwegig. Geschützt werden nämlich dem Wortlaut nach nur solche Computer, die entweder in einer Regierungsbehörde eingesetzt werden oder der zwischenstaatlichen Kommunikation oder dem Handel dienen. Die Ausstellungsstücke im Apple Store unter diese Begriffe zu fassen, fällt schwer.

McDonald muss sich jetzt erst einmal einen neuen Rechner beschaffen. “Hoffentlich lassen sie mich in den Apple Store”.

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