Protector: Android-Apps per Passwort vor Zugriff schützen

Frank Ritter
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Eine Extraportion Sicherheit schadet nicht. Getreu diesem Motto verspricht die App Android Protector installierte Android-Apps vor unberechtigtem Zugriff zu schützen – etwa die Einstellungen vor experimentierfreudigen Kindern, die SMS vor dem misstrauischen Ehepartner oder vertrauliche E-Mails vor potentiellen Datendieben.

Protector: Android-Apps per Passwort vor Zugriff schützen

Das Prinzip ist relativ einfach: Sobald eine in Android Protector definierte App gestartet wird, muss der Benutzer ein vorher festgelegtes Passwort eingeben. Beim richtigen Passwort sind alle in Android Protector gesperrten Apps verfügbar, andernfalls bleibt der Zutritt verwehrt. Der Schutz wird wieder eingeschaltet, sobald der Bildschirm ausgeschaltet wird. Erfreulich: Nicht nur der Start kompletter Apps kann beschränkt werden, sondern auch der Zugriff auf einzelne Funktionen von Apps. So kann etwa die Market-Appfrei gestartet werden, aber Installation, Deinstallation sowie der Kauf neuer Apps verhindert werden.

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Links: Verschiedene Restriktionen sind einstellbar; rechts: Der Start einer geschützten App erfordert die Eingtabe einer PIN

In unserem Test war ein wenig Einarbeitungszeit in Protector notwendig. So ist anfangs nicht ganz ersichtlich, wie man einzelne Anwendungen aus der Liste geschützter Apps entfernt (länger auf das Symbol drücken). Hier wäre eine Orientierung an Android-Designrichtlinien von Vorteil, etwa durch Verwendung der Menü-Taste.

Das Hinzufügen neuer Apps funktionierte nicht auf Anhieb – beim Löschen wurden wir mehrmals auf den Willkommensbildschirm der Protector-App umgeleitet. Nach mehreren erratischen Versuchen klappte das jedoch plötzlich.

Seitdem verrichtet die App problemlos ihren Dienst. Ausnahme: Wenn Protector über einen Taskkiller beendet wird, startet die App nicht automatisch neu. Somit ist es dann auch Essig mit dem Schutz, alle anderen Anwendungen können problemlos wieder gestartet werden. Weiterhin kann natürlich auch jeder Fiesling einfach Bruteforce-mäßig alle möglichen Passwörter durchprobieren, um Zugriuff auf die Apps zu erhalten. Schlussendlich verhindert Protector nicht den Zugriff aufs Dateisystem. Wer also denkt, Protector würde ernsthaft Daten auf dem Handy vor Fremdzugriff schützen, liegt falsch. Positiv anzumerken ist, das Android Protector kaum Systemressourcen frisst, obwohl die App im Hintergrund läuft.

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Links: Startbildschirm von Protector; rechts: Liste der standardmäßig geschützten Apps

androidnews-Fazit: Android Protector ist ein nützliches Tool, für jeden, der sein Handy gerne mal aus der Hand gibt, aber bestimmte Funktionen nicht jedem zugänglich machen möchte. Mit ein wenig Know-How ist Protector aber viel zu leicht knackbar. Warum der Protector-Entwickler seine App nicht als Systemdienst laufen lässt, der sich bei Beendigung von selbst neu startet, ist uns schleierhaft. Auch an der Usability sollte der Entwickler noch feilen. Als zusätzliche Funktiuon wünschen wir uns die Integration einer invertierten Programmlogik, nach dem Muster: Alles sperren, außer Apps X, Y und Z.

Die kostenlose und trotzdem werbefreie Variante mit der Möglichkeit, bis zu 10 Apps zu sperren, dürfte für die meisten Nutzer ausreichend sein. Wer mehr Apps schützen will oder dem Entwickler seine Anerkennung zeigen will, kann im Market einen Key zum Preis von knapp einem Dollar erwerben.

Kostenlose Version von Protector für alle Android-Versionen
Download: Hersteller | Market | AppBrain | QR-Code

Protector Paid Plugin ($ 1,- | ca. € 0,73)
Download: Market | AppBrain | QR-Code

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