Arbeitsspeicher aufrüsten und einbauen – So geht's

Robert Schanze

Wenn ihr euren PC mit Arbeitsspeicher aufrüsten und erweitern wollt, müsst ihr einige Dinge beachten. Wir zeigen, wie ihr herausfindet, welcher RAM in euren PC passt, was Angaben und Begriffe wie DDR3, 1600 MHz, CL9, PC3-12800 und Kit bedeuten und wie ihr den neuen Arbeitsspeicher in den PC einbaut.

Betriebssysteme wie Windows nutzen Arbeitsspeicher – auch RAM genannt – um Daten darin auszulagern, die sie oft benötigen. Da RAM-Speicher im Vergleich zu anderen Speichertypen extrem schnell ist, sind diese Daten auch sofort abrufbereit. Das ist der Grund warum Windows und Programme auf PCs mit mehr Arbeitsspeicher schneller laufen. Zum Vergleich: Eine SSD mit Sata-III-Verbindungstechnik überträgt maximal mit 0,6 GB pro Sekunde, DDR3-Arbeitsspeicher schafft da bis um die 34 GB pro Sekunde – also ist rund 57 Mal so schnell. Weitere Infos dazu und wie viel RAM ihr braucht, gibt es hier: Was ist RAM? Und warum ist es so wichtig?

Wenn ihr neuen Arbeitsspeicher (RAM) kaufen wollt, gibt es einige Dinge zu beachten. Denn nicht jedes RAM-Modul lässt sich auf euer PC-Mainboard einbauen. Bekannte Hersteller von Arbeitsspeicher sind Corsair, Crucial, HyperX und Kingston. Um herauszufinden wie viel RAM ihr braucht, schaut ihr hier vorbei: Wie viel Arbeitsspeicher braucht man? – So viel.

RAM erweitern und einbauen – Welcher Arbeitsspeicher passt in den PC?

Wenn ihr euren PC mit mehr RAM erweitern wollt, müsst ihr zunächst herausfinden, ob ihr überhaupt noch freie Plätze in eurem PC habt. Schraubt also euer Gehäuse auf und schaut auf dem Mainboard nach zwei oder mehr länglichen Slots in der Nähe der CPU. Wenn dort noch nicht alle belegt sind, könnt ihr noch neuen Arbeitsspeicher einbauen. Ansonsten müsst ihr die vorhandenen Riegel durch Neue mit mehr Speicher ersetzen. Alternativ könnt ihr freie Speicherplätze aber auch mit dem Tool CPU-Z sehen.

Tipp: Wenn ihr euren PC selbst zusammenbaut, findet ihr auf der Webseite des Mainboard-Herstellers oder in dessen Handbuch welchen Arbeitsspeicher ihr braucht.

Um herauszufinden welchen Arbeitsspeichertyp euer Mainboard braucht, macht ihr Folgendes:

  1. Ladet euch das kostenlose Tool CPU-Z herunter, installiert und startet es.
  2. Klickt auf den Tab Memory.
  3. Neben dem Schriftzug Size seht ihr, wie viel Arbeitsspeicher ihr derzeit installiert habt.
  4. Macht einen Screenshot oder merkt euch die Werte bei Type, Channel, DRAM-Frequency und bei den ersten vier Clocks-Werten.
  5. Hinweis: Unter dem Tab SPD, könnt ihr oben links die einzelnen RAM-Slots des Mainboards durchgehen und gucken, ob noch Plätze frei sind, wenn ihr den PC dafür nicht aufschrauben wollt.

Die Werte bestimmen, welchen RAM ihr kaufen müsst:

  • Type: Der RAM-Speichertyp – DDR1, DDR2, DDR3 oder DDR4.
  • Channel: Die Speicherbetriebsart – In der Regel Single oder Dual, kann auch Triple oder Quad sein.
  • DRAM-Frequency: Der Speichertakt des RAM – Um die effektive Taktrate zu erhalten, müsst ihr den Wert verdoppeln.
  • Clocks-Werte: Die Timings beziehungsweise Latenzzeiten des RAM – etwa 9-9-9-24.

Wenn ihr nun Arbeitsspeicher kaufen wollt, solltet ihr RAM-Riegel kaufen die mindestens die gleichen Werte besitzen wie die aus CPU-Z, sonst regelt das Mainboard die Leistung des Arbeitsspeichers herunter, um auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen. Das würde allerdings zu verminderter Leistung führen.

Wenn ihr nun bei Händlern wie Amazon nach Arbeitsspeicher sucht, begegnet ihr Begriffen wie wie DDR3-RAM, 1600 MHz, CL9, PC3-12800 und Kit. Dahinter verbergen sich die Werte, die ihr mit CPU-Z herausgefunden habt. Hier die Erklärung:

Arbeitsspeicher aufrüsten: Unterschied zwischen DDR, DDR2, DDR3 und DDR4

Arbeitsspeicher gibt es in den Kategorien DDR, DDR2, DDR3 und DDR4. Je höher die Zahl hinter DDR ist, desto aktueller und schneller ist die verwendete Speichertechnik. Ältere PCs nutzen oft noch DDR2-Arbeitsspeicher, während neue Systeme DDR3 oder schon DDR4 nutzen. Wichtig ist, dass die einzelnen Speichertypen nicht untereinander kompatibel sind, da etwa die Position der Kerbe woanders ist und die Anzahl der Kontaktstellen unterschiedlich ist. DDR2- und DDR3-RAM haben beispielsweise 240 Kontaktstellen, bei DDR-RAM sind es nur 184. Daher passt nicht jeder RAM-Riegel in jeden PC.

Ihr solltet beim Kauf also den gleichen Speichertyp auswählen, den CPU-Z bei Type angezeigt hat.

Übrigens: RAM-Module, die DIMM im Namen haben, sind für Notebooks gedacht; die ohne DIMM sind für PCs konzipiert.

RAM kaufen: MHz-Angabe für den Takt wie 1600 oder 1866

RAM wird mit unterschiedlichen Taktraten betrieben, genauer: dem effektiven Takt. Je höher der effektive Takt, desto schneller kann der Arbeitsspeicher maximal arbeiten. Für DDR3-RAM lauten die gängigen effektiven Taktraten: 800, 1066, 1333, 1600, 1866 und 2133 MHz. DDR2-Speicher taktet hingegen zwischen 400 und 1066 MHz. Allerdings gilt: Ein RAM-Riegel, der 2133 MHz unterstützt, muss nicht zwangsläufig auch mit dem Takt arbeiten. Das ist auch abhängig von eurem Mainboard und dem Prozessor.

Ihr solltet also beim Kauf darauf achten, einen Speicher-Riegel auszuwählen, der mindestens die effektive Taktrate unterstützt, die CPU-Z bei DRAM-Frequency anzeigt. Denkt aber daran, den Wert bei DRAM-Frequency vor dem Vergleich zu verdoppeln, um die relevante, effektive Taktrate zu erhalten.

Übrigens: Der Chip-Name des Arbeitsspeichers setzt sich aus dem Speichertyp und seiner effektiven Taktrate zusammen. DDR3-1600 bedeutet also ein DDR3-Arbeitsspeicher mit einer Taktrate von 1600 MHz.

Arbeitsspeicher aufrüsten: Modulname wie PC3-12800 oder PC3-14900

Der Modulname des Arbeitsspeichers orientiert sich an der Datenrate des Arbeitsspeichers. Beispielsweise hat ein Arbeitsspeicher-Modul PC3-12800 DDR3-Arbeitspeicher mit einer Datenrate von 25,6 GB/s. Die Zahl hinter PC3- wird also einfach verdoppelt, um auf die Datenrate in Megabyte zu gelangen.

Ab DDR4-Speicher findet allerdings keine Verdopplung mehr statt. Ein Modul mit dem Namen PC4-25600 ist also DDR4-Speicher mit einer Datenrate von 25,6 GB/s.

Der folgenden Tabelle könnt ihr entnehmen welche effektive Taktraten die entsprechenden Modulnamen haben, an denen ihr euch beim Kauf orientieren könnt. Die Taktrate sollte wie oben beschrieben mindestens so groß sein wie zweimal der Wert, den CPU-Z bei DRAM-Frequency anzeigt.

Chip-Name Modulname Taktrate effektiv Datenrate
DDR2-400 PC2-3200 400 MHz 6,4 GB/s
DDR2-800 PC2-6400 800 MHz 12,8 GB/s
DDR3-1066 PC3-8500 1066 MHz 17,0 GB/s
DDR3-1333 PC3-10600 1333 MHz 21,2 GB/s
DDR3-1600 PC3-12800 1600 MHz 25,6 GB/s
DDR3-1866 PC3-14900 1866 MHz 29,8 GB/s
DDR3-2133 PC3-17000 2133 MHz 34,0 GB/s
DDR4-1600 PC4-12800 1600 MHz 12,8 GB/s
DDR4-2133 PC4-17000 2133 MHz 17,0 GB/s
DDR4-2666 PC4-21300 2666 MHz 21,3 GB/s
DDR4-3200 PC4-25600 2666 MHz 25,6 GB/s

RAM erweitern: Bedeutung von Timings wie CL9 und CL8-8-8-24

Bei den Zahlenfolgen wie CL8-8-8-24 oder CL9 handelt es sich um sogenannte Timings. Die einzelnen Zahlen sagen etwas über Intervall- und Latenzzeiten des Arbeitsspeicher aus. Sie bestimmen also wie schnell der Arbeitsspeicher auf die Anfragen des Prozessors reagieren kann. Allerdings lassen sich die Timings nicht direkt miteinander vergleichen, da auch der Takt des RAM-Riegels ausschlaggebend für seine Geschwindigkeit ist.

Achtet beim Arbeitsspeicher-Kauf darauf, dass der neue Riegel mindestens die Timings unterstützt, die CPU-Z bei den Clocks-Werten anzeigt.

Arbeitsspeicher & RAM: Kit oder kein Kit, Dual- oder Single-Channel?

Ein Arbeitsspeicher-Kit besteht aus zwei oder vier gleichen RAM-Riegeln. Das ist sinnvoll, da ihr damit die Dual-Channel-Betriebsart nutzen könnt, die im Gegensatz zu Single Channel mit doppelter Datenrate arbeitet. Die Arbeitsspeicher-Slots auf Mainboards sind dafür in der Regel farblich codiert und zeigen an, wo zwei gleiche Arbeitsspeicher-Riegel eingesetzt werden müssen, damit Dual Channel aktiviert ist. Wenn ihr unterschiedliche Riegel benutzt, verweigert das BIOS unter Umständen den Dual-Channel-Betrieb.

Wenn ihr auf eurem Mainboard also noch zwei Arbeitsspeicher-Slots frei habt und etwa um 8 GB aufrüsten wollt, solltet ihr ein Kit mit 2 x 4 GB kaufen.

Arbeitsspeicher einbauen – So geht’s

Um den neuen Arbeitsspeicher einzubauen, solltet ihr Folgendes beachten:

  1. Erstellt sicherheitshalber vorher ein Backup eures Systems. Bei fehlerhaften RAM-Modulen kann es zu Windows-Abstürzen kommen.
  2. Schaltet den PC aus und trennt ihn vom Stromnetz.
  3. Berührt vor dem RAM-Einbau eine Heizung oder einen Wasserhahn, um mögliche elektrostatische Ladung loszuwerden. Diese kann die RAM-Module bei Berührung schädigen.
  4. Überprüft die Position der Kerbe der RAM-Riegel mit der Einbuchtung auf dem Mainboard, damit ihr diese richtig herum einbaut.
  5. Am oberen und unteren Ende der Arbeitsspeicher-Slots befinden sich in der Regel kleine Hebel, die erst zu den Seiten aufgeklappt werden müssen.
  6. Setzt die Arbeitsspeicher-Riegel dann auf die Slots und drückt sie leicht hinein. Ihr solltet ein Klicken hören und ein Einrasten spüren. Die vorher aufgeklappten Hebel der Arbeitsspeicher-Slots sollten ebenfalls wieder zuklappen.

Das folgende Video veranschaulicht die einzelnen Punkte nochmal:

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