Seit nunmehr zwölf Nächten liefern sich jugendliche Randalierer Straßenschlachten mit der Polizei. Die Randalen begannen zuerst in den Vororten von Paris. Im so genannten Speckgürtel der Seine-Metropole leben circa fünf Millionen Menschen in sozial schwachen Gebieten. Das sind die Viertel der Schwarzafrikaner, der Araber und anderer Einwanderer, die seit Jahren oder auch Jahrzehnten in Frankreich leben. Immer wieder beklagen sie, dass sie unter üblem Rassismus leiden. Viele haben das Gefühl, in Frankreich kein Bein auf den Boden zu bekommen, sie sind arbeitslos und ohne jede Perspektive. Viertel wie Blanc-Mesnil oder Saint Denis haben sich zu regelrechten Ghettos entwickelt – in diesen Ghettos herrscht jetzt das Chaos. Die Krawalle sind ein Ausdruck des Protests und der Hoffnungslosigkeit. Die Menschen in diesen Vierteln beklagen ihre Lebensumstände. Die Schulen und Kindergärten sind schlecht ausgestattet, Freizeitzentren gibt es kaum. Wie hoffnungslos die jungen Menschen sind, zeigt die Tatsache, dass sie nun die letzten Werte, die sie haben, zerstören. Brennende Schulen, Kindergärten, Sporthallen und abgefackelte Autos sind eigene Wertgegenstände, die der blinden Zerstörungswut nun zum Opfer fallen.
